Geschichte des Feng Shui seit 1912

Dem zunehmenden politischen und religiösen Druck der Westmächte konnte China nicht lange widerstehen, 1912 musste der letzte chinesische Kaiser abdanken. Zu dieser Zeit kam das Feng Shui über Reiseberichte christlicher Missionare vermehrt im Westen an, freilich noch oft unverstanden und eben aus christlicher Sicht. Siehe auch: Feng Shui oder die Rudimente der Naturwissenschaft in China



Feng Shui wurde in dieser Zeit zusehends zum Instrument, alles Ausländische zu verteufeln. Gegen jeglichen westlichen Einfluss, gegen jegliches westliche Bauvorhaben, gab es plötzlich eine Vielzahl von Feng Shui Gründen die eben dieses Vorhaben unmöglich machten.

Feng Shui Geschichte chinesische MauerWestliche Einflüsse wurden geradezu zu dämonischen Gefahren heraufstilisiert die mit allen Mitteln bekämpft werden müssten.

Auch westlich-wissenschaftliches Gedankengut wurde weitgehend bekämpft und als dem chinesischen Wissen unterlegen eingestuft.

Durch die zunehmende technische und politische Unterlegenheit Chinas gegenüber dem westlichen Ausland mussten die so verhasste westliche Sichtweise der Dinge schließlich notgedrungen doch noch übernommen werden.

Nach der Errichtung der Volksrepublik China 1949 wurde Feng Shui zunächst noch geduldet, da man auf die Gelehrten angewiesen war, die meist großen Einfluss in den ländlichen Dorfgemeinschaften hatten. Dennoch gaben viele Feng Shui Meister ihre Tätigkeit auf oder flohen nach Taiwan.

Feng Shui Geschichte Mao ZedongErst ab 1958 wurden auch Feng Shui Praktiker massiv verfolgt, die Ahnenverehrung und generell die Ausübung religiöser Praktiken waren absolut verboten. Durch die große Hungersnot ab 1960 lockerten sich diese Verbote zwar wieder, wurden aber während der Kulturrevolution 1966 bis 1976 verschärft wieder eingeführt.

Jegliches traditionelle chinesische Kulturgut sollte ausgelöscht werden, religiöse Feste wurden verboten, sowie sämtliche Gottheiten oder Rituale die deren Verehrung dienten. Erlaubt waren nur noch kommunistische Symbole und natürlich Bilder von Mao Zedong.

Feng Shui fiel natürlich auch unter die verbotenen Praktiken, ebenso der chinesische Mondkalender. Beides tauchte jedoch schnell wider auf, als die Zensur gelockert wurde und China sich langsam wieder öffnete.

Die kommunistischen Machthaber setzen selbst Feng Shui ein um sich Vorteile zu verschaffen, teilweise wurden gezielt Feng Shui Maßnahmen angewandt um politische Gegner zu zerstören. Publikationen zum Thema Feng Shui waren nach wie vor verboten, es gab auch nicht mehr all zu viele Gelehrte die hätten publizieren können.

Erst ab 1994 erschienen wieder Bücher zum Thema Feng Shui, dann aber gleich in erstaunlicher Anzahl. Mittlerweile entstehen sogar Ausbildungslehrgänge an chinesischen Universitäten die auch Ausländern zugänglich sind.

In aller Ausführlichkeit findet sich das Thema Geschichte des Feng Shui im Buch des Sinologen Dr. Manfred Kubny: „Feng Shui: Die Struktur der Welt“ beschrieben.

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Geschichte des Feng Shui von der Yuan-Dynastie bis 1912

Yuan-Dynastie (1279 bis 1368)

In der Yuan-Dynastie flossen durch die Herrschaft der Mongolen zunehmend Einflüsse der arabischen Mathemathik in die chinesischen Konzepte ein. Vorwiegend der für das Feng Shui wichtige Mondkalender wurde weiterentwickelt, die muslimischen Gelehrten versuchten eine gewisse mathematische Rationalität mit einfließen zu lassen.



Ming-Dynastie (1368 bis 1644)

In der Ming-Dynastie tauchten dann zunehmend spirituelle Konzepte im Dunstkreis des Feng Shui auf. Der Philosoph Wang Yangming erkannte in einer spontanen Erleuchtung, dass man nichts gelernt haben müsse um die Welt zu verstehen. Man müsse nur in sich selber nachsehen.

Aber auch der Lo Pan wurde stark weiterentwickelt, es kamen zahlreiche neue Ringe hinzu. Das Xuan Kong System wurde perfektioniert.

Während der Ming-Zeit wurden auch gigantische Enzyklopädien verfasst, wohl aus dem Trend heraus, medizinisches und naturwissenschaftliches Wissen möglichst vollständig und exakt zu dokumentieren.

Feng Shui Geschichte Garten 1Ein neues Fachgebiet das sich speziell mit dem Wasser beschäftigte kam auf und rückte ins Zentrum des Interesses. Erste Ansätze des Garten Feng Shui kamen auf und das Bazhai wurde weiterentwickelt, heute auch als Ost-West-System bekannt.

Feng Shui wurde von He Dehong in der Kriegskunst verwendet, er konnte ein ganzes gegnerisches Heer durch geschickte Landschaftsbeobachtungen und den richtigen Handlungen aufreiben.

Qing-Dynastie (1644 bis 1912)

Durch die Fremdherrschaft der Mandschuren während der Qing Zeit begann man sich wieder auf die literarischen Ursprünge Chinas zu besinnen und die Ursprünge der chinesischen Kultur zu erforschen.

Gleichzeitig war diese Zeit durch eine Öffnung Chinas gegenüber dem Abendland bestimmt, die zuerst jesuitischen Gelehrten und dann den englischen Eroberern Tür und Tor öffnete. In der Folge geriet China zusehends in technische Unterlegenheit und musste sich schließlich 1912 mit dem Abdanken des letzten Kaisers geschlagen geben.

Feng Shui Geschichte Garten 2In dieser Zeit kam das Feng Shui erstmals in arge Kritik. Einerseits durch westliche Reisende, die von den chinesischen Konzepten nicht die geringste Ahnung hatten und alles chinesische erst einmal als lächerlichen Aberglauben abtaten.

Andererseits wurde Feng Shui auch immer häufiger aus Ausrede benutzt um Projekte der westlichen Mächte abzublocken. Auch der zunehmende christliche Einfluss wurde damit konfrontiert, zu hohe Kirchtürme wurden aus Feng Shui Sicht beispielsweise für negativ befunden und konnten somit jederzeit zerstört werden.

Auch begannen immer mehr schlecht ausgebildete Menschen mit Feng Shui zu arbeiten, teilweise entstanden abstruse Methoden die mit der Originallehre nichts mehr gemein hatten. Das Gräber Feng Shui hatte wieder Hochkonjunktur, was oft zu jahrelangen Rechtsstreitigkeiten zwischen den Hinterbliebenen führte, weil jeder seine Vorstellungen von der korrekten Grabplatzierung durchsetzen wollte.

Die heute noch gebräuchliche Anwendung des Feng Shui um den Klienten reich zu machen, entstand ebenfalls zu dieser Zeit, beim Militär konnte man als Feng Shui Berater Karriere machen sowie als Architekt oder Künstler.

Meistens war das Feng Shui allerdings eine Zusatzqualifikation der praktizierenden Meister, die heute oft beschworene Feng Shui Familientradition gab es schlichtweg nicht.

Gerichtsverfahren wegen Feng Shui Maßnahmen waren an der Tagesordnung, man konnte in seinem Haus nichts umgestalten ohne befürchten zu müssen, sich den Zorn der Nachbarn zu zuziehen, die ihr Feng Shui dadurch gefährdet sahen. Letztendlich wohl der Vorläufer heutiger Nachbarschaftsstreitigkeiten.

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Geschichte des Feng Shui in der Sui- bis Song-Dynastie (581 bis 1279)

Sui-Dynastie (581 bis 618)

Ab der Sui-Zeit nahm die Bedeutung des Konzeptes der fünf Wandlungsphasen deutlich zu, es wurden dutzende Bücher dazu verfasst. Ansonsten wurde bisheriges Wissen geordnet, niedergeschrieben und systematisch konserviert.

Das Yang Feng Shui, also das Feng Shui für die Lebenden, gewann wieder an Bedeutung. Es wurde ein sehr bedeutendes Werk zu den fünf Wandlungsphasen geschrieben.



Politische, Religiöse und Medizinische Konzepte und Ansichten flossen mit ein und mischten sich mit den Systemen des Feng Shui.

Tang-Dynastie (618 bis 906)

Weitere Werke zum Feng Shui entstanden, es bildeten sich unterschiedliche Lehrmeinungen heraus. Erstmals wurde vom Staat der Versuch unternommen, das Feng Shui systematisch zu erfassen und zu kontrollieren.

Feng Shui Geschichte traditioneller Feng Shui GartenBedeutende Forschungen zum Bazhai wurden unternommen, es entwickelte sich ein erstes geomantisches Kompasswesen. Die 24 Berge wurden eingeführt, Yang Yunsong entwickelte die Formenlehre, sowie weitere Ringe auf dem Lo Pan.

Song-Dynastie (960 bis 1279)

Der Übergang von der Tang zur Song Dynastie ist einer der wichtigsten Wendepunkte in der Entwicklungsgeschichte des Feng Shui. Sehr viele Gelehrte begannen sich mit den Konzepten des Feng Shui zu befassen, unzählige Bücher wurden geschrieben und das Feng Shui mischte sich mit Konzepten des Daoismus und Buddhismus.

Auch der Konfuzianismus erlebte eine Renaissance die als Neokonfuzianismus bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Feng Shui hatte.

Das führte dazu, dass sehr viele unterschiedliche Lehrmeinungen auftraten die teilweise in erbitterter Konkurrenz zueinander standen. Letztendlich bildeten sich die zwei auch heute noch bestehenden Grundströmungen des Feng Shui heraus. Die Formen-Kraft-Schule und die neu hinzugekommene Struktur-Qi-Schule.

Während die Formen-Kraft-Schule die sichtbaren Gegebenheiten der Umgebung betrachtete, kümmerte sich die Struktur-Qi-Schule um die unsichtbaren.

Überhaupt war die Song-Zeit ein sehr fortschrittliches Zeitalter, Kompass und Schießpulver wurden erfunden und chinesische Expeditionen drangen bis an die Küsten Afrikas vor. Das heute oft verwendete Yin-Yang-Zeichen geht ebenfalls auf diese Zeit zurück.

Die magnetischen Feldlinien wurden entdeckt, was dazu führte dass man zwischen den beiden Polen Yin und Yang eine unsichtbare Energie vermutete. Deshalb heißt der Feng Shui Kompass „Lo Pan“ übersetzt auch nicht Kompass sondern Netzplatte, was darauf hindeutet dass man das Magnetfeld der Erde bereits als Gitternetz sah.

Das Bazi Suanming wurde in dieser Zeit entwickelt, diverse Manuskriptfunde weisen darauf hin dass es bereits damals ein System der fliegenden Sterne gegeben haben muss. Die Deklination wurde beschrieben und weitere Kompassringe kamen hinzu, mittlerweile gab es bereits den Lo Pan wie man ihn heute kennt.

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Geschichte des Feng Shui in der Qin- bis Tang-Zeit (221 v.Chr. bis 207 v.Chr.)

Qin-Dynastie (221 bis 207 v. Chr.)

Deutlicher wurden die Methoden des Feng Shui ab der Qin-Zeit, der Begriff des Kanyu wurde von Kaiser Qin Shihuangdi als Überbegriff für Langlebigkeitstechniken eingeführt. Die vier Tiere finden sich erstmal auf seinem Sarg.

Das System des Qimen Dunjia wurde von Zhang Liang weiterentwickelt, indem er es von den ursprünglich 72 Konstellationen auf die heute gebräuchlichen 18 reduzierte.



Han-Dynastie (207 v. Chr. bis 265 n. Chr.)

Feng Shui Geschichte altes StadttorIn dieser Zeit begann man damit, die bislang bekannten divinatorischen und wissenschaftlichen Konzepte systematisch aufzuarbeiten. Der Daoismus befand sich auf dem Vormarsch, wurde langsam Herrschaftsfähig und verdrängte zunehmend den Konfuzianismus.

Der Begriff Kanyu wurde ausgeweitet zum Oberbegriff für alle divinatorischen Praktiken, darunter auch das Feng Shui.

Jin-Dynastie (265 bis 420)

Aus dieser Zeit stammt das einzige erhaltene Werk zum Gräber Feng Shui das Zang Shu, geschrieben von Guo Pu der auch westliche klassische Werke kommentierte. In diesem Buch wurde auch erstmal der Begriff des Feng Shui eingeführt.

Die Bedeutung des Begriffes Feng Shui, Wind und Wasser, deutet auf die Verwendung der Methode zur Analyse von Siedlungsplätzen hin. Man musste das Wasser korrekt verteilen und dem Wind ausweichen um überleben zu können.

Südliche und nördliche Dynastien (420 bis 581)

Zu dieser Zeit hatte der Daoismus Hochkunjunktur und es erschienen erstmals die acht Trigramme auf dem Shipan, dem Vorläufer des heutigen Lo Pan.

Einige wichtige Werke zur Betrachtung des Wohnortes, aber auch mit pharmakologischem Inhalt entstanden.

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Geschichte des Feng Shui bis vor-Qin-Zeit (bis 221 v. Chr.)

Mythologische Wurzeln:

Neben der ganz praktischen Entwicklung der systematischen Betrachtung der Umgebung des Menschen, gibt es natürlich allerhand Mythen und Legenden rund um die Entstehung des Feng Shui.

Der gelbe Kaiser Huangdi bekam während einer Auseinandersetzung mit dem Himmelsminister Chi You das Feng Shui Wissen vom mysteriösen Mädchen der neun Himmel überreicht.



Der Herrscher Fu Xi fand das Lo Shu in einem Fluss, auch soll er die acht Trigramme erfunden haben.

Der Kaiser Yao befahl, den Weg der Sterne, der Sonne und des Mondes zu berechnen und begründete somit das Kalenderwesen.

Vor-Qin-Zeit (bis 221 v. Chr.):

Angefangen hat alles in einer Zeit, lange vor unserer Zeitrechnung, als in China die ersten Menschen siedelten. Damals gab es freilich noch keine Häuser, vielmehr bezog man damals Erdhöhlen die man entweder vorfand oder selber grub.

In einer solchen Erdhöhle war man zwar geschützter als auf freiem Feld, es gab aber sicher keine Türen und Fenster und vor allem kein Schutz gegen eindringendes Wasser oder Feinde aller Art. Man musste sich also damals schon Gedanken machen, wo man siedelte und wo besser nicht, bzw. wie die jeweilige Höhle beschaffen sein musste um darin überleben zu können.

Feng Shui Geschichte Hoehle 1Erdhöhlen gibt es übrigens aus Heute noch in China, siehe: Extremes Feng Shui im Reich der Mitte

Der nächste Schritt in der Entwicklung von Behausungen waren vermutlich Baumhäuser, die zwar etwas mehr Schutz vor Wasser boten aber den restlichen Witterungseinflüssen ebenso ausgesetzt waren. Selbiges galt natürlich auch für die späteren Holzhütten.

Es war also gar nicht so leicht, einen Siedlungsplatz zu finden der den Menschen vor Witterungseinflüssen, wilden oder unangenehmen Tieren (Mücken etc..) und vor Feinden schützte, gleichzeitig aber Zugang zu Wasser und Nahrung ermöglichte.

Feng Shui Geschichte Hoehle 2Fehler und langwierige Versuche konnte man sich damals nicht leisten, denn das konnte schnell zum Tod einer ganzen Dorfgemeinschaft führen. Den Menschen blieb also gar nichts anderes übrig als sich einfache Systeme zu schaffen mit denen die Qualität eines künftigen Wohnortes schon im Vorfeld beurteilt werden konnte. Sozusagen ein erster Feng Shui Ansatz, wenn auch noch weit von dem entfernt was wir heute unter Feng Shui kennen.

Zudem suchte man schon immer nach Möglichkeiten die Vorgänge und Zusammenhänge in der Natur zu erklären. Naturwissenschaftliches Wissen hatte man damals noch wenig, vielmehr ging man von der Erde als lebendigem Organismus aus, durchzogen von Göttern, Dämonen und anderen nicht greifbaren Einflüssen.

Das Konzept des Qi entstand Schritt für Schritt und man begann die zyklischen Veränderungen der Natur zu beobachten. Erste Ahnenkulte entstanden, denn man war der Meinung, das die verstorbenen Ahnen das Schicksal der lebenden Nachkommen beeinflussen konnten.

Genauso wie man den Wohnort der Lebenden systematisch auswählte, begann man das auch mit den Toten zu tun. Damals tauchten bereits Konzepte wie das der Wandlungsphasen oder ansatzweise das der vier Tiere auf.

Letztendlich hatte man damals schon ein recht gutes wenn auch einfaches System, die Zusammenhänge in der Natur zu verstehen, vorherzusagen und somit den Menschen ideal in seinem Umfeld zu platzieren.

Das für das Verständnis des Feng Shui so wichtige Yijing (I-Ging), das Buch der Wandlungen, wurde auch in dieser Zeit geschrieben. Konfuzius (551 bis 479 v. Chr.), schrieb die Erklärungen zum I-Ging.

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Entstehung und Geschichte des Feng Shui

Sieht man sich die gängige Wohnratgeberliteratur zum Thema Feng Shui an, so fällt auf dass Feng Shui je nach Autor mal 3000 Jahre alt ist oder 5000 oder gar 7000.

Immer nach dem Motto „je älter desto besser“. Gespickt wird das ganze dann mit ein paar allgemeinen Aussagen und fertig ist die Geschichte des Feng Shui.



Aber wie alt ist Feng Shui denn nun wirklich und wie hat es sich entwickelt? Diesen Fragen versucht die nachfolgende kurze Ausführung nachzugehen.

Vollständig ist sie definitiv nicht, das würde den Rahmen einer Website sprengen, vielmehr soll sie einen Überblick geben, über die wichtigsten Entwicklungsschritte des Fengshui.

In aller Ausführlichkeit findet sich das Thema im Buch des Sinologen Dr. Manfred Kubny: „Feng Shui: Die Struktur der Welt“ beschrieben. beschrieben.

Die Schwierigkeiten:

Einfach ist es nicht, die vorhandene chinesische Fachliteratur so zu übersetzen, dass einerseits die Fakten unverfälscht bleiben aber andererseits ein für Europäer lesbarer und verständlicher Text dabei herauskommt.

Denn viele der verwendeten chinesischen Schriftzeichen haben, je nach Fachgebiet, völlig unterschiedliche Bedeutungen, hinter denen dann wieder ganz Konzepte stehen können. Übersetzt man eines davon falsch, kann es sein dass der ganze Text entweder keinen Sinn mehr ergibt oder schlicht falsch interpretiert wird.

Feng Shui Geschichte traditionelles TempeldachOhne profunde Kenntnis des jeweiligen Fachgebietes lassen sich chinesische Texte, ob alt oder zeitgenössisch, nicht korrekt übersetzen.

Das ist sicherlich einer der Gründe warum zum Thema Entwicklungsgeschichte des Feng Shui so viele unterschiedliche und teils recht seltsame Aussagen zu finden sind obwohl die Dokumentation in den chinesischen Fachtexten sehr gut ist.

Hinzu kommt, dass viele der für Chinesen ganz selbstverständlichen Konzepte in Europa erst einmal erklärt und verstanden werden müssen, was aufgrund der ungewohnten Begrifflichkeiten schnell zu Missverständnissen führt.

Alleine einem Europäer den Begriff des Qi (oder Chi) zu erklären, einer der Begriffe die sich vom Altertum bis in die heutige Zeit ziehen und mannigfaltige Bedeutungen haben kann, ist eine große Aufgabe. Denn der Begriff Qi besitzt leider kein wirkliches sprachliches Gegenstück, weder in unserer noch in einer anderen europäischen Sprache.

Kurzübersicht:

Vor-Qin-Dynastie bis 221 v. Chr.:
Erste Methoden um die Qualität von Siedlungsplätzen zu beurteilen.

Qin- bis Jin-Dynastie von 202 v. Chr bis 420 n. Chr.:
Langsam bilden sich zusammenhängende Systeme des Feng Shui und anderer Divinationstechniken heraus. Der Begriff des Feng Shui taucht auf.

Sui- bis Song-Dynastie von 581 bis 1279:
Entstehung vieler Fachpublikationen zum Feng Shui, erste Versuche eine Nomenklatur zu etablieren. Spaltung der Feng Shui Lehre in mehrere Schulen.

Yuan-Dynastie bis 1912:
Weiterentwicklung der Methoden, langsames Vordringen des Feng Shui in den Westen.

Ab 1912:
Zusammenprall der westlichen mit der östlichen Kultur.

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Die Geschichte des Qimen Dunjia

Wie viele andere fernöstliche Techniken auch, liegen die Wurzeln des Qimen Dunjia in den Legenden aus vorgeschichtlicher Zeit.

Es war die Zeit des sagenumwobenen gelben Kaisers Huangdi, dem auch Techniken des Feng Shui und der TCM zugeschrieben werden.

Die Legende:

Der Legende nach befand sich Huangdi mit dem von ihm geführten Stamm Buluo im Krieg gegen seinem Widersacher Ciyou, auch Minister des Himmels genannt.

Der Kampf um die Stadt Luolo dauerte nun schon ein Jahr und forderte viele Verluste auf beiden Seiten. Keiner der beiden Parteien gelang es die Oberhand zu gewinnen, ein Ende der Auseinandersetzung war nicht in Sicht.

Eines Nachts hatte der Gelbe Kaiser einen Traum, in dem ihm ein alter Mann mit einem langen weißen Bart begegnete. Dieser Mann versprach Huang Di, ihm ein Mittel zu geben mit dem er den Kampf zu seinen Gunsten entscheiden konnte.

Er verwies ihn auf die Zirkulationsgesetze der neun Sterne am Himmel und die glücklichen sowie unglücklichen acht Tore am Erdboden.

Er erzählte ihm von den drei Mystischen die sich in den acht Toren verstecken. Diese muss man in den passenden Toren auf der Erde finden um Auskunft über die geplante Unternehmung oder über deren günstigsten Zeitpunkt zu bekommen. Richtet man sich nach diesen Sachverhalten, gelingt die Unternehmung.

Am nächsten Morgen schrieb Huangdi seinen Traum nieder, vollzog einige Opferungen um den alten Mann aus dem Traum zu ehren, fastete sieben Tage lang und wandte sich wieder seiner bevorstehenden Schlacht zu.

Seinen Berechnungen zufolge musste er den Angriff aus einer bestimmen Richtung beginnen und das Schlachtfeld in einer anderen bestimmten Richtung wieder verlassen. In dieser Schlacht konnte er seinen Feind Ciyou tatsächlich besiegen und den Krieg damit beenden.

Im Laufe der Zeit:

Seit dieser Schlacht in vorgeschichtlicher Zeit wurde das System Qimen Dunjia drei Mal vereinfacht, bis zu dem System was wir heute kennen und anwenden.

1. Veränderung

Die erste Veränderung nahm die Ehefrau Fenghou von Huangdi vor. Diese bekam von ihm den Auftrag das System schriftlich niederzulegen. Dabei vereinfachte sie das System, so dass von ursprünglich 4320 nur noch 1080 unterschiedliche Kombinationen übrig blieben.

2. Veränderung

Das zweite Mal wurde Qimen Dunjia am Ende der Shang-Dynastie durch den Meister Jiangziya vereinfacht. Er überarbeitete das System erneut und vereinfache es auf nunmehr 72 Konstellationen. Durch die Anwendung dieser Technik gelang es dem König Zhou Wen den Herrscher Zhou zu besiegen und die Zhou-Dynastie zu gründen (1122-255 c. Chr.).

3. Veränderung

Die dritte und letzte Veränderung erfuhr das System Qimen Dunjia zu Beginn der Han-Dynastie ca. 206 v. Chr. durch den Gelehrten Zhang Liang. Von einem geheimnisvollen alten Mann erhielt er eine Schriftrolle mit Aufzeichnungen zum Qimen Dunjia.

Er reduzierte die überlieferten 72 Konstellationen noch einmal auf nunmehr 18. Diese Version wird bis heute nahezu unverändert angewandt.

Mit dieser Technik konnte Zhang Liang dem Feldherrn Liu Bang helfen, seine Widersacher Zhang Fei und Qing Hou zu besiegen und die Han-Dynastie 206 v. Chr. − 23 n. Chr.) zu gründen.

Anwendung:

Noch weitere Male soll Qimen Dunjia bei der Gründung einer Dynastie zur Anwendung gekommen sein. Während der Epoche der drei Königreiche (220 − 265) konnte der Gelehrte Zhu Geliang dem König Liu Bei helfen, sich gegen den Staat Wei mit seinem mächtigen General Cao Cao durchzusetzen.

Mit der Anwendung des Qimen Dunjia gelang es ihm, einen für diese Jahreszeit untypischen Wind zu entfachen, der ein in Brand gesetztes Schiff in die gegnerische Flotte trieb und diese ebenfalls in Brand setzte.

In den folgenden Dynastien gab es viele Meister des Qimen Dunjia, aber erst zu Anfang der Ming-Zeit (1368 − 1644) kam das System wieder bei Staatsgeschäften zur Anwendung.

Der Yijing-Experte Liu Bowen half dem Kaiser Zhu Yuanchang durch die geschickte Anwendung des Qimen Dunjia die Ming-Dynastie zu gründen.

Im 20. Jh. Soll sich kein geringerer als Mao Zedong wieder auf die alte Technik besonnen haben. Mao soll sich während des Bürgerkrieges einmal in einer ausweglos erscheinenden Situation befunden haben.

Seine Feinde hatten ihn bereits eingekesselt, ein Entrinnen schien nicht mehr möglich. Durch die Technik des Qimen Dunjia konnte er aber ein verborgenes Tor aktivieren und auf dem Schlachtfeld einen blinden Fleck entstehen lassen.

Dies hatte zur Folge, dass ihn seine Feinde zwar aus der Ferne sehen, ihn aber nicht erreichen konnten. Jegliche Bemühungen seiner habhaft zu werden scheiterten kläglich.

Durch die laufende erfolgreiche Anwendung des Qimen Dunjia bekam es im laufe der Zeit den Ruf, ein hochpolitisches und auch gefährliches System zu sein. Lange Zeit wurde es deshalb als Staatsgeheimnis gehütet.

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China. Die Geschichte der neuen Weltmacht

China. Die Geschichte der neuen WeltmachtNicht nur Feng Shui Berater interessieren sich heute für China, die ganze Welt tut es. Mehr oder weniger freiwillig denn nicht jeder sieht den rasanten Aufstieg des Landes positiv. Dabei kommt der alles andere als überraschend, ist China doch schon lange ein starker Drache.

Schon 200 vor Christus entstehen in China mächtige Bauten. Die große Mauer wächst auf 4000 Kilometer Länge, der erste Kaiser lässt sich die weltgrößte Grabanlage bauen. Heute bekannt als Terracottaarmee.

Während in Europa das römische Reich zerfällt und kaum eine Stadt größer ist als heute ein Dorf, erreicht Chang’an über eine Million Einwohner. Bereits damals machten Jugendliche mit kahl rasierten Köpfen Ärger, beherrscht wird das Land von einer Frau – 1300 Jahre vor Frau Merkel.

Während Europa gerade aus dem finstersten Mittelalter herauskommt, bauen die Chinesen schon Bohrtürme oder installieren ein erstes Netz aus Gasrohren zum Betrieb von weiterlesen …


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Die Geschichte des Qimen Dunjia

Nachdem ich ja schon seit einiger Zeit das System des Qimen Dunjia erlerne, ich berichtete:

https://www.feng-shui-blo…unjia/
https://www.feng-shui-blo…aro-in-berlin/
https://www.feng-shui-bl…bt-in-berlin/
https://www.feng-shui-bl…n-dunjia/

wurde es Zeit, dass ich das Thema auch auf meiner Website ausführlich behandele. Zumindest die geschichtliche Entwicklung habe ich jetzt einmal in Worte gekleidet und online gestellt. Wer sich dafür interessiert: https://www.haus-bau-planung.de/informationen/qimen-dunjia/die-geschichte-des-qimen-dunjia/
und
https://www.haus-bau-planung.de/informationen/qimen-dunjia/

Nicht unerwähnt sollten die Lieferanten für diese Informationen bleiben, nämlich Dr. Manfred Kubny und Alejandro Penataro www.iatca.de

Roland Steiner
und bald auch Qimen Dunjia
www.feng-shui-direkt.de


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Xuan Kong Story

(Mit freundlicher Genehmigung aus dem Mastery Academy Deutschland Newsletter Nr. 38)

Rechtzeitig zum Osterfest habe ich Lesestoff für die Feiertage für Sie. Neben den beliebten Vorhersagen zum Feng Shui und zur Astrologie des Monats habe ich einen Artikel meines Kollegen Sherwin Ng übersetzt. Es geht um Xuan Kong. Er mag Ihnen vielleicht ein wenig rätselhaft erscheinen. Aber er zeigt einen guten Einblick in die Tiefe des Xuan Kong. Es ist ja schon viele hundert Jahre alt, während die Fliegenden Sterne erst in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden sind. Leider kennen viele Feng Shui Praktiker nur diesen Teilbereich.

von Sherwin Ng

Es war schon weit nach Mitternacht und ich weiterlesen …


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