Feng Shui Farben – eine Einführung

Farben spielen in der chinesischen Raumpsychologie Feng Shui eine große Rolle.



Es gibt keine Feng Shui Farben!

Der Begriff der Feng Shui Farbe wurde vermutlich durch westliche Wohnberater eingeführt, die einfach zu vermittelnde und ohne weitere Kenntnisse anwendbare Systeme oder gar Verkaufsargumente für ihre Produkte suchten.

Farben gehören, wie alles andere in unserem Umfeld, zur Gesamtheit der Umgebungseinflüsse aus denen sich die psychologische Wirkung eines Raumes oder einer Landschaft ergibt.

Die Wirkung der Farben sind also Teil der Gesamtwirkung unserer Umgebung auf uns.

Welche Farbe nun an welchem Platz für welchen Menschen geeignet ist oder nicht, ist von Fall zu Fall verschieden. Pauschalaussagen gibt es nicht, Farben müssen wie alles andere individuell berechnet werden.

Die Basis für eine solche Berechnung kann bei Gebäudestrukturen das System der fliegenden Sterne sein oder weitere Berechnungsmethoden. Geht es um Wohn- Schlaf- oder Arbeitsplätze von Personen, spielt deren KUA-Zahl eine große Rolle bei der Farbwahl. Denn jeder Mensch reagiert anders auf seine Umgebung, also auch auf Farben.

So verlockend bequeme aber pauschale Empfehlungen bestimmter Feng Shui Farben aus dem Ratgeberbuch auch sein mögen, so wenig haben sie mit Feng Shui zu tun.

Zudem wirken Farben nicht isoliert auf den Menschen ein, sie interagieren vielmehr mit allen anderen Umgebungseinflüssen. Es kann durchaus sein, dass die Farbe Grün für Lieschen Müller an sich gut geeignet wäre, das Schlafzimmer aber einem energetischen Einfluss unterliegt der die Farbe Grün nicht erlaubt.

Oder die Farbe Rot wäre gut geeignet, würde aber im Schlafzimmer zu anregend wirken um sie dort großflächig einsetzen zu können.

Die Interaktionen von Farben, Umgebungseinflüssen und Menschen müssen für jeden Ort, für jeden Raum, für jedes Haus individuell berechnet werden. Andernfalls hat man zwar „schöner Wohnen“ praktiziert aber sicher kein Feng Shui.

Über das Denkmodell der fünf Wandlungsphasen Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall können die Farben mit Personen, Umgebungseinflüssen (fliegende Sterne), Formen, Materialien, Richtungen ja sogar Jahreszeiten in Verbindung gebracht werden.

Dabei ergeben sich grob gesagt folgende Zuordnungen:

Wasser = Blau, manchmal Schwarz.
Holz = Grün
Feuer = Rot, Orange
Erde = Braun, Beige, Ocker, Gelb
Metall = Silber, Gold, metallische Effektlacke, Weiß

Neu ist das Prinzip der Farbwahrnehmung und Farbpsychologie übrigens auch in der westlichen Welt nicht, bereits im Altertum beschäftigten sich Aristoteles, Platon und später sogar Goethe mit diesem Thema.


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Fortsetzung von Teil 1 der Farbmodelle



Wilhelm von Bezold

Wilhelm von Bezold (1837-1907), Professor für Meteorologie, wollte dem Kunstgewerbe ein System der Farben bieten, trotz seines eigentlich wissenschaftlichen Hintergrundes.

Er stellt sein Farbsystem in Form eines Kegels vor, auf dessen Außenseite die vollkommen gesättigten Farben liegen. Sie werden in unterschiedlichen Helligkeitsstufen dargestellt und zur Spitze hin dunkler.

Der Basiskreis ist in zwölf unterschiedlich große Sektoren aufgeteilt so dass Grün den größten Raum einnimmt und Rot den kleinsten. Weiß befindet sich in der Mitte des Basiskreises, Schwarz an der Spitze des Kegels.

Die unterschiedliche Größe der einzelnen Farbsegmente rührt daher, dass sich bei gleichmäßiger Verteilung sich der Ton im Bereich von Blau und Grün viel langsamer zu ändern scheint als in dem von Purpur und Violett. Dieses gleicht er aus, indem er die Größe der Bereiche anpasst.

Wilhelm Wundt

Der Physiologe und Psychologe Wilhelm Maximilian Wundt (16. August 1832 – 31. August 1920) führte zwei verschiedene Farbmodelle ein. Er beschäftigte sich mit den Farben, um mehr über den Prozess der Wahrnehmung und Empfindung zu verstehen

Zum einen entwarf er ein kugelförmiges System und zum anderen einen Kegel. Auf der Kugel liegen die Grundfarben auf dem Äquator, die Pole sind Weiß und Schwarz. Der Kegel basiert auf einem Kreis mit den sechs Farben Gelb, Grün, Blau, Purpur, Rot und Orange, weiß befindet sich in der Mitte des Grundkreises, Schwarz an der Spitze des Kegels.

Ewald Hering

Der Physiologe Ewald Hering (1834-1918) war der Meinung, dass es nicht drei sondern vier elementare Farbempfindungen geben müsse, Rot, Grün, Gelb und Blau. Hinzu nahm er noch Schwarz und Weiß um die Helligkeit einbeziehen zu können.

Charles Blanc

Der Kunstschriftsteller Charles Blanc (1813-1882) erstellte einen Farbkreis, der aus sechs Farbdreiecken bestand. Diese beinhalten Rot, Gelb, Blau, Orange, Grün und Violett. Schwarz und Weiß sind nicht vorhanden.

Nicholas Odgen Rood

Der Physiker und Maler Nicholas Odgen Rood (1831-1902) beschäftigte sich aus wissenschaftlicher und künstlerischer Sicht mit den Farben und stellte zwei verschiedene Systeme vor, mit denen er die Farben ordnen wollte.

Das künstlerische System basiert auf konzentrischen Farbkreisen die auf den Primärfarben Rot, Grün und Blau aufbauen. Schwarz und Weiß kommen hinzu, wenn man aus der Scheibe einen Zylinder macht.

Das wissenschaftliche System basiert auf der Farbscheibe von James C. Maxwell.

Charles Lacouture

Der Botaniker und Naturwissenschaftler Charles Lacouture (1832 -1908) baute sein Farbsystem auf den drei Grundfarben Rot, Blau und Gelb auf und bringt sie in eine annähernd dreieckige Form. Die Besonderheit an seinem System war, dass er um unterschiedliche Farnuancen zu produzieren nicht die Farbe der Tinte änderte sondern die Anzahl und Stärke der gezeichneten Linien

Alois Höfler

Der Pädagoge und Philosoph Alois Höfler (1853-1928) stellte zwei Doppelpyramiden, basierend auf einem Dreieck bzw. Quadrat vor. Oben liegt jeweils Weiß, unten Schwarz, dazwischen Grau.

Das Basisviereck besteht aus den Farben Gelb, Rot, Blau und Grün. Das Basisdreieck aus Gelb, Cyan und Purpur. Er wollte mit seinen Konzepten die Relation zwischen dem Sehen von Farben und ihrer psychologischen Wirkung ausdrücken.

Hermann Ebbinghaus

Der deutsche Wahrnehmungspsychologe Hermann Ebbinghaus (1850-1909) stellt sein Farbsystem in Form einer Doppelpyramide vor, deren Grundquadrat auf den vier Farben Rot, Gelb, Grün und Blau basiert. Schwarz und Weiß liegen auf den Spitzen der Pyramide. Das Besondere am System von Ebbinghaus ist, dass das Grundquadrat schief in der Pyramide liegt, so dass das relativ helle Gelb näher an der weißen Spitze zu liegen kommt und das dunkle Blau näher am Schwarz.

Zudem rundet er die Ecken ab, da die Wendepunkte der Farben nicht scharf definiert sind.

Robert Ridgway

Der Ornithologe und Botaniker Robert Ridgway (1850 -1929) baut sein Farbsystem auf einem Kreis auf, der dem Empfinden nach gleichmäßig in 36 reine Farben unterteilt ist. Aus diesem Kreis konstruierte er einen Doppelkegel. Der Kreis stellt den Äquator dar, auf der zentralen Achse liegen die grauen Farben von Weiß bis Schwarz.

Die Farben des Kreises nehmen zum Zentrum hin an Sättigung ab, während der Farbton unverändert bleibt. So entstehen durch fünf Abstufungen 159 Farben auf dem Basiskreis die durch jeweils drei Abstufungen in Richtung schwarzer bzw. weißer Spitze auf insgesamt 1113 Kombinationen ausgeweitet werden.

Zusammen mit den Spitzen ergeben sich so 1115 Farben, mit denen Ridgway die Farben der Vögel identifizieren wollte.

Albert Henry Munsell

Der Maler Albert Henry Munsell (1858-1918) konstruierte eines der am meisten genutzten Farbsysteme in einer recht eigenwilligen Form. Um eine im Zentrum senkrecht stehende Farbsäule mit den Grautönen gruppierte er einen zehnteiligen Farbkreis, der allerdings einen unregelmäßigen Umriss aufwies. Gegenüberliegende Farbpaare mischen sich zu Unbunt.

Wilhelm Ostwald

Der Chemiker Wilhelm Ostwald (1853-1932) näherte sich dem Thema Farben aus Sicht der Harmonie. Er wollte eine Gesetzmäßigkeit finden, die erklärte warum manche Farben als angenehm und andere als unangenehm empfunden werden.

Er baut sein Farbsystem auf einem Doppelkegel mit weißer und schwarzer Spitze auf, dessen Basiskreis in 24 Vollfarben eingeteilt ist. Der Begriff Vollfarbe bezeichnet dabei eine Farbe, die weder Weiß- noch Schwarzanteile enthält, also nur theoretisch vorhanden ist.

Michel Jacobs

Der Bildhauer und Maler Michel Jacobs (1877-1958) lässt seinen Farbenkreis auf den drei Farben Rot, Grün und Violett basieren, denen die Sekundärfarben Gelb, Blau und Karminrot gegenüberstehen.

Ihm ging es vor allem darum, Kunststudenten ein Werkzeug zu geben, mit dem sie den Umgang mit Farben lernen konnten.

Max Becke

Der Chemiker und Kolorist Max Becke, stellte einen Farbwürfel vor, der an seinen acht ecken acht Farben trägt. Der Würfel steht auf der schwarzen Spitze, oben kommt Weiß zu liegen. Von der weißen Spitze laufen die Kanten zu Reingelb, Reinblau und Reinpurpur, von der schwarzen Spitze her zu Vollgrün, Vollviolett und Vollscharlach

Arthur Pope

Der Erzieher und Kunsttheoretiker Arthur Pope (1880-1974) konstruierte einen Farbkörper, basierend auf den drei Grundfarben auf Rot, Gelb und Blau die er zu einem ungewöhnlichen aber recht hübschen Farbkörper um eine Schwarz-Weiß Achse herum zusammensetzt.

Der Zwölfteilige Farbkreis nach Itten

Auf den drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau ist der Zwölfteilige Farbkreis des Bauhaus-Lehrers Johannes Itten (11. November – 25. Mai 1967) aufgebaut. Der Anlass zur Entwicklung dieses Farbkreises war die Suche nach Richtlinien und Harmonien für das Maler- und Kunsthandwerk.

Die Anordnung Ittens wurde auf Basis der Erfahrungen in der Kunstpädagogik entwickelt und soll die Beziehungen von Farben untereinander darstellen. Die entstehenden Mischfarben sollen durch eigenes Abmischen der Grundfarben praktisch erfahrbar werden und dem Schüler so ein tieferes Farbverständnis vermitteln.

Der Aufbau des Farbkreises von Itten ist so simpel wie logisch. In der Mitte befinden sich die drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau als Farben erster Ordnung.

Durch Mischung zweier Grundfarben entstehen die Farben zweiter Ordnung Orange, Violett und Grün die um die Grundfarben herum angeordnet werden.

Mischt man je eine Farbe zweiter Ordnung mit ihrer benachbarten Farbe erster Ordnung, erhält man die Farben dritter Ordnung in sechs Zwischenstufen. Diese sind in einem dritten Ring um die Farben erster und zweiter Ordnung dargestellt.

Die Farben zweiter Ordnung untereinander gemischt, ergeben Tertiärfarben in Braun- und Olivtönen. Gegenüberliegende Komplementärfarben ergeben zusammen ein Grau.

In der Praxis ergab sich das Problem, dass die in Ittens Lehrbüchern abgebildeten Farbkreise durch den Druck verfälscht wurden. Die praktische Anwendung ergab also nie die von der Theorie her erwarteten Ergebnisse, es musste also etwas herumprobiert werden.

Hat man den Farbkreis korrekt abgestimmt, lassen sich daraus sehr harmonische Farbkompositionen bestimmen, in dem man geometrische Grundmuster darüber legt. Mittels gleichseitiger Dreiecke lassen sich harmonische Farbdreiklänge erstellen, weitere geometrische Muster bis hin zum Zwölfeck kamen zur Anwendung.

Nicht immer ergaben sich daraus automatisch harmonische Kompositionen, da die menschliche Farbwahrnehmung zu vielen Einflüssen unterliegt als dass man sich im Vorfeld exakt berechnen könnte. Das Geschick des jeweiligen Künstlers spielte also dennoch eine große Rolle.

Der Farbstern nach Itten

Ebenfalls von Johannes Itten stammt der Farbstern, der eine Projektion der Farbkugel nach Runge darstellt. Im Zentrum liegt die weiße Mitte, im ersten Kreis die zwölf Farben des Farbkreises, die nach Außen hin je Feld mit etwas mehr Schwarz abgetönt werden.

Edwin G. Boring

Der Psychologe Edwin G. Boring näherte sich den Farben auf phänomenologische Art und konstruierte eine Doppelpyramide mit weißer und schwarzer Spitze. Das Basisviereck zeigt an den Ecken die vier Urfarben der Psychologie, Rot, Gelb, Grün und Blau. Von den Ecken geht jeweils eine Verbindungsachse zum Zentralen Grau ab.

CIE-1931-System

Dieses mathematisch konstruierte Farbsystem dient dazu, die Farbbestimmung auf präzisem und objektivem Wege zu ermöglichen und ohne Farbmuster auszukommen. Die CIE (Commission Internationale d’Eclairage) wurde beauftragt, ein solches System zu erstellen.

R. Luther, N. D. Nyberg

Die beiden Physiker R. Luther und N. D. Nyberg wollten herausfinden welchen Körper die realen Pigmentfarben im idealen Farbenraum einnehmen und näherten sich dieser Frage mathematisch.

CIE – S. Rösch

Der deutsche Mineraloge S. Rösch erweiterte das CIE Modell um eine dritte Dimension, der Helligkeit der Optimalfarbe. Es entsteht der sog. Farbenberg.

CIE – D. L. MacAdam

Auch der Farbkörper von Douglas L. MacAdam basiert auf der bereits vorgestellten CIE-Normfarbtafel, ist aber weitaus komplexer. Er soll einen Versuch darstellen, die Geometrie des Farbenraumes aufzuzeigen.

CIE – Walter S. Stiles

Auch der Amerikaner Walter S. Stiles versuchte auf Basis des CIE Systems eine Metrik im Farbenraum zu kreieren, die Farbempfindungsunterschiede beschreiben sollte.

Faber Birren

Der Autor Faber Birren (1900-1988) beschäftigte sich wieder aus künstlerischer Sicht mit den Farben. er unterschied zwischen warmen und kalten Farben und gab den warmen Farben zwischen Rot und Gelb mehr Raum auf seinem Farbkreis als den kalten.

Tryggve Johansson

Das Farbmodell von Tryggve Johansson (1905-1960), das sich rein aus der Sinneswahrnehmung ableiten sollte basiert auf den vier Grundfarben Rot, Grün, Gelb und Blau. Schwarz bildet eine flächige Basis, während Weiß nur eine Spitze darstellt.

Aemilius Müller

Aemilius Müller (1901-1989) stellte zwei Farbsysteme vor. Einmal einen Farbwürfel, dessen Ecken die Farben Gelb, Rot, Blau, orange, Violett, Grün, Schwarz und Weiß trugen und einen Doppelkegel, der an die Tradition von W. Ostwald anknüpft.

Alfred Hickethier

Alfred Hickethier stellte einen Farbwürfel vor, der 1000 Farben abbildete. Er sollte vor allem für den Druck mit drei Farben und für die Farbfotografie mit drei Schichten hilfreich sein. Die Basisfarben Gelb, Magenta-Rot und Cyan-Blau liegen an drei Ecken dieses Würfels, die übrigen Ecken beinhalten Rot, Violett-Blau, Grün, Schwarz und Weiß.

Sven Hesselgren

Sven Hesselgren ging davon aus, dass Farbeindrücke auf die sechs Farben Weiß, Schwarz, Gelb, Rot, Grün und Blau zurückzuführen sind. Die Basis für sein System ist ein Farbenkreis der in 24 Bereiche unterteilt ist.

Hesselgren entwickelte zudem Farbatlanten, die Architekten und anderen Berufsgruppen halfen, die mit der Gestaltung von Innen- und Außenräumen zu tun hatten.

DIN – System

Das Deutsche Institut für Normung abgekürzt DIN entwickelte ein Farbsystem, das in der Praxis leichter zu handhaben war als das von Ostwald. Es basiert auf einem 24teiligen Farbtonkreis und arbeitet mit den Variablen Farbton, Sättigung und Helligkeit.

ISCC-NBS-System

Dieses von den Amerikanern K. L. Kelly und Deane B. Judd entwickelte System, versucht den Farben eindeutige und logische Bezeichnungen zuzuordnen. Es basiert auf dem System von A. H. Munsell.

OSA-System

Dieses System, welches vor allem auf Günter Wyszecki zurückzuführen ist, basiert auf der geometrischen Form eines sog. Kubo-Oktaeders. Einem Gebilde mit einem Zentrum und 12 Eckpunkten.

In diese Struktur sind die Farben nach Farbton, Sättigung und Helligkeit eingebunden. Es dient dazu, Farbunterschiede zu analysieren oder Farbharmonien zu finden.

NCS-System

Dieses aus Schweden stammende System basiert auf einem Doppelkegel mit Schwarz und Weiß an den Spitzen und den Farben Gelb, Rot, Blau und Grün auf dem Basiskreis. es sollte dazu dienen, jedem der über die normale Fähigkeit zum Farbensehen verfügt eine Möglichkeit zu geben, ohne technische Hilfsmittel oder Farbmuster eine Farbbestimmung durchzuführen.

Coloroid-System

Dieses System wurde an der Technischen Universität von Budapest unter der Leitung von Antal Nemcsics entwickelt und sollte Architekten ein Hilfsmittel bieten, exakte Farbplanungen vornehmen zu können.

Es basiert auf den drei Parametern Farbton, Sättigung und Helligkeit und einem 48teiligen Farbkreis über dem sich ein Zylinder erhebt der die Helligkeit darzustellen vermag.

J. Frans Gerritsen

Der Holländer J. Frans Gerritsen beschäftigte sich damit, Farben nach der Farbempfindung zu ordnen. Er verwendet die drei Variablen Farbton, Helligkeit und Sättigung sowie die sechs Buntfarben Gelb, Rot, Magenta, Blau, Cyan und Grün.

Diese liegen in einer Wellenlinie auf der Außenseite eines Zylinders, der unten Schwarz und oben Weiß ist.

CIE-L*A*B*-System

Dieses System wurde entwickelt um Farbunterschiede, speziell bei industriellen Anwendungen, genau bestimmbar zu machen. Es ist eine Weiterentwicklung des CIE-Systems, welches dazu eben nicht in der Lage war.

Farbunterschiede bei farbigen Produkten können mit dem neuen System numerisch bestimmt werden

ACC-System

Das ACC-System (Acoat Color Codification ) wurde von der holländischen Firma Sikkens GmbH entwickelt und dient der Beschreibung von Farboberflächen. Die Darstellung erfolgt in Form eines Zylinders, basierend auf einem Grundkreis mit 24 Farbsegmenten.

HLS-System

Die Buchstaben HLS stehen für Hue (Farbton), Luminance (Helligkeit) und Saturation (Sättigung). Das System will das System von A. H. Munsell auf durch Phosphoreszenz erzeugte Farben anwendbar machen.

RGB-System

Das Bild auf einem Bildschirm entsteht durch farbige Lichtpunkte, die für Gewöhnlich entweder Rot, Grün oder Blau sind. Daraus werden die darzustellenden Farben gemischt. Das RGB System ist nach diesen drei Grundfarben benannt und dient hauptsächlich im Bereich von Bildschirmdarstellungen der Bezeichnung von Farben.

Michel Albert-Vanel

Der Franzose Michel Albert-Vanel entwarf ein Farbsystem, das nicht nur die physikalischen oder künstlerischen Aspekte der Farben mit aufnimmt, sondern die Interaktion der Farbwahrnehmung mit anderen Farben oder der Umgebung der Farben. Denn Farben werden vom Menschen nie isoliert wahrgenommen sondern immer in Interaktion mit dem Ganzen.

Er stellt seinen Ansatz als Planeten-Farbsystem dar, dessen Grundlage vier Planeten für die Grundfarben Gelb, Rot, Grün und Blau sind. diese Planeten werden von Monden mit den Sekundärfarben umkreist.

Neue Parameter neben den gewohnten Farbton, Helligkeit und Sättigung werden eingeführt. Es kommen Kontrast und Material hinzu.

CMN-System

Das italienische CMN-System will die Art und Weise darstellen, in denen Farben erscheinen, sich wandeln oder verschwinden.

Harald Küppers

Der deutsche Forscher Harald Liebedank Küppers (1928) entwickelte die Farbensonne als didaktisches Hilfsmittel. Ihm ging es primär darum, eine exakte Farbreproduktion zu ermöglichen und orientiert sich dabei an Physikalischen Faktoren.



Eine sehr gute Website mit näheren Informationen zu den hier vorgestellten Personen und Systemen finden Sie unter: www.colorsystem.com



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Farbmodelle, Farbdarstellungen und Farbkreise Teil 1

Seit dem Altertum beschäftigen sich Menschen mit den Farben, ihrem Zusammenspiel, ihrer Darstellung, ihrer psychologischen und physiologischen Wirkung oder ihren philosophischen und künstlerischen Aspekten.



Egal in welchem Kulturkreis, ob Europa oder Asien, ob streng Naturwissenschaftlich, künstlerisch oder aus Sicht des Feng Shui, seit je her wird versucht, das Thema Farbe visuell darzustellen. Für nahezu jedes Gebiet wurden Modelle entwickelt die die jeweils relevanten Angaben darzustellen vermochten.

Farbkreise wurden unter physikalischen, technischen, psychologischen, ästhetischen, künstlerischen und anderen Aspekten erstellt, wobei es bislang nicht gelang alle Aspekte in einem Modell zu vereinen.

Die kreisförmige Anordnung vieler Darstellungen rührt daher, dass nahezu alle Versuchspersonen angebotene Farbmuster rein dem Empfinden nach in die gleiche Reihenfolge bringen. Beginn und Ende dieser Reihenfolge sind sich dabei so ähnlich, dass es nahe liegt sie kreisförmig anzuordnen, obwohl das physikalisch eigentlich Unfug ist.

Innerhalb einer solchen Kreisanordnung können Farbzusammenstellungen nach geometrischen Mustern angefertigt werden.

Je nachdem welche Eigenschaften der Farben dargestellt werden sollen, ob physikalische Aspekte die Grundlage bilden oder die Wahrnehmung des Menschen, ergeben sich weitere denkbare Formen, über Würfel, Polygone bis hin zu sehr komplexen Farbkörpern. Keines dieser Systeme ist allerdings in der Lage alle Aspekte der Farben zu erfassen, was bis heute zu hitzigen Diskussionen führt.

Folgend werden einige der Farbmodelle der Vergangenheit und Gegenwart kurz vorgestellt. Die Ausführungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, einige der angesprochenen Modelle würden den Rahmen dieser Website sprengen.

Pythagoras, Aristoteles, Platon

Schon zu Zeiten von Pythagoras (um 570 v. Chr. – 510 v. Chr.), Aristoteles (384 v. Chr. – 322 v. Chr.) und Platon (428/427 v. Chr. – 348/347 ) beschäftigte man sich mit Farben, deren Wirkung und Darstellung.

Vermutlich hat Aristoteles in Europa als erster damit begonnen, Farbmischungen zu untersuchen und sich Gedanken zu machen wie sie entstehen und anzuordnen sind. Durch Versuche mit farbigen Glasscheiben kam er zur der Auffassung, dass eine Mischung von gelbem und blauem Licht grünes Licht ergäbe. Dass eine farbige Scheibe keinesfalls Farbe hinzufügt, sondern dem Licht einen Teil seines Spektrums entzieht, war ihm damals freilich unbekannt.

Die Anordnung der Farben entnahm er den zu beobachtenden natürlichen Gegebenheiten. Da sich die Welt in einem ständigen Kampf zwischen Weiß und Schwarz befindet, muss das Farbspektrum logischerweise eine Linie zwischen Schwarz und Weiß bilden. Die Anordnung der einzelnen Farben entnahm er dem Verlauf des Tages vom weißen Mittagslicht über gelb, rot, violett bis Schwarz in der Nacht.

Platon ging davon aus, dass die visuelle Wahrnehmung auf einem vom Auge ausgesandten Sehstrahl beruht, der mit den Teilchen auf die er trifft eine Wechselwirkung bewirkt. Ein interessanter Ansatz, den die Physik freilich bald zunichte machte.

Robert Grosseteste

Robert Grosseteste (vor 1170 – 9. Oktober 1253), der erste Kanzler der Universität Oxford, beschäftigte sich mit den Gedanken von Aristoteles und hat daraus ein eigenes Weltbild entworfen.

Er hat Farben nicht nur nach Farbigkeit festgelegt, sondern auch nach Helligkeit und Leuchtkraft. Zudem hat er erstmals zwischen Unbuntfarben (Schwarz, Grau und Weiß) und Buntfarben (alle übrigen) unterschieden.

Leonardo da Vinci

Leonardo da Vinci (15. April 1452 – 2. Mai 1519) beschäftigte sich mit den Farben in seiner Eigenschaft als Maler. Er wollte zunächst die Farbe Grün nicht als Grundfarbe aufnehmen, da diese aus Gelb und Blau gemischt wurde.

Dies war die erste Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärfarben.

Leon Battista Alberti

Leon Battista Alberti (18. Februar 1404 – 20. April 1472) ging es ebenfalls darum, ein für Maler geeignetes System der Farben zu entwickeln. Er ging von vier Grundfarben Gelb, Grün, Blau und Rot aus, die in einem Quadrat oder einem Kreis nebeneinander angeordnet werden konnten.

Franciscus Aguilonius

Franciscus Aguilonius (1567 – 1617), Jesuit zu Brüssel, beschäftigte sich weniger mit den konkreten zum Malen zu verwendenden Farben sondern mehr mit theoretischen Farbqualitäten.

Bei ihm gibt es neben der schon bekannten linearen Anordnung der Farben auch eine bogenförmige. Die verwendeten fünf Grundfarben, Schwarz, Weiß, Rot, Gelb und Blau, bezeichnet er als einfache Farben aus denen unendlich viele Mischfarben entstehen können.

Auch unterscheidet er zwischen wahren Farben der körperlichen Dinge, apparenten Farben göttlicher und unerklärlicher Geheimnisse und intentionellen Farben.

Robert Fludd

Der Engländer Robert Fludd (1574 – 1637) entwarf den ersten jemals gedruckten Farbkreis der aus Blau, Grün, Rot und zwei Arten von Gelb bestand, Schwarz und Weiß standen nebeneinander, Rot in der Mitte.

Er ging bei seinen Farbbetrachtungen von einer Dualität zwischen Schwarz und Weiß aus, die sich auf der Erde durch Licht und Dunkelheit manifestiert. Sein Farbkreis diente dazu, die jeweiligen Farben darauf zurückzuführen. Farben waren für ihn Essenzen die Teil der vorhandenen Kreaturen waren.

Athanasius Kircher

Athanasius Kircher (1601-1680) ging von einer linearen Anordnung der Grundfarben Schwarz, Weiß, Gelb, rot und Blau aus. Mögliche Mischfarben wurden durch halbe Kreisbögen dargestellt.

Richard Waller

Richard Waller versucht die Farben in einem Quadrat anzuordnen. Die vier Grundfarben Gelb, Rot, Blau und Grün stehen dabei an den Seiten des Quadrates, die dadurch entstehenden Felder stellen die Mischfarben dar.

Die Mischtöne bestimmte er, indem er die Pigmente der Grundfarben im Gewichtsverhältnis 1:1 mischte.

Isaac Newton

Isaac Newton (1642-1726) gehört sicher zu den einflussreichsten Naturforschern unserer Geschichte, und beschäftigte sich intensiv mit Farben und deren Entstehung.

Durch umfangreiche optische Versuche mit Prismen fand er heraus, dass weißes Licht die Mischung verschiedener farbiger Strahlen ist und nicht, wie von seinen Vorgängern angenommen, ein reines Licht. In Wirklichkeit ist das farbige Licht rein, weiß entsteht durch Mischung dieser reinen Farben im richtigen Verhältnis.

Um die sieben Farben die bei der Lichtbrechung im Prisma entstehen darzustellen, führte Newton erstmals einen Farbkreis ein. Die Spektralfarben Rot, Orange, Gelb, Grün, Cyanblau, Ultramarinblau und Violettblau waren in dieser Reihenfolge darauf angeordnet, Weiß befand sich in der Mitte.

Newton war der Ansicht, Licht bestünde aus Teilchen, den Korpuskeln wodurch die Lichtbrechung im Prisma zustande käme. Die großen Rotteilchen wurden am wenigsten abgelenkt die kleinen Blauteilchen am stärksten. Sieben Grundfarben wählte er in Anlehnung an die sieben Tonintervalle einer Oktave, wobei die einzelnen Töne mit den Grenzen der Farbintervalle übereinstimmten.

Tobias Mayer

Der deutsche Mathematiker und Astronom Tobias Mayer (1723-1762) versuchte die Zahl der vom menschlichen Auge wahrnehmbaren Farben zu ermitteln. Er verwendete die Grundfarben Rot, Gelb und Blau. Schwarz und Weiß nahm er um hellere oder dunklere Schattierungen herzustellen.

Mayer hatte erkannt, dass zu kleine Farbnuancen vom Auge nicht mehr erkannt werden können, weshalb die Abstufung nicht beliebig klein gewählt werden kann. Als Grundlage für seine Berechnungen nahm er zwölf Stufen zwischen zwei Grundfarben an.

Eine neue Mischfarbe musste sich also von der reinen Ausgangsfarbe durch mindestens ein Zwölftel einer weiteren Farbe unterscheiden um wahrnehmbar zu sein. Die reinen Farben machte er anschließend zu Eckpunkten eines Dreiecks, wodurch er eine geometrische Figur konstruierte die die theoretisch entstehenden 91 Mischfarben darstellen konnte.

Diese 91 Mischfarben konnte noch durch Zugabe von Weiß oder Schwarz in ihrer Heiligkeit verändert werden, wodurch rein theoretisch 910 Farben entstehen.

Moses Harris

Der englische Entomologe und Kupferstecher Moses Harris (1731-1785) wollte sich als Naturforscher damit beschäftigen, welche Beziehungen Farben untereinander haben. Er fand unter Anderem heraus, dass die drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau ausreichten um jede andere Farbe zu erzeugen und dass sie alle drei übereinander Schwarz ergeben. Nicht zu verwechseln mit der Mischung von farbigem Licht, denn die ergäbe Weiß.

Harris entwickelte mehrere Farbkreise für Grundfarben (Rot, Gelb und Blau) und Mischfarben (Orange, Grün und Purpur) sowie ein System das durch Vermischung benachbarter Hauptfarben 18 verschiedene Töne ergibt, die durch Unterschiede in der Sättigung in insgesamt 360 Farbtöne zu unterteilen sind.

Für die Mischfarben entwickelte er ein ähnliches System, das durch 15 Mischungen mit je 20 Sättigungen 300 Farbtöne ergibt.

Johann Heinrich Lambert

Johann Heinrich Lambert (1728-1777) versuchte alle natürliche Farben in einem einzigen geometrischen Körper unterzubringen. Er verwendete dazu eine Pyramide, die auf mehreren Dreiecksdarstellungen basierte wie sie bereits von Tobias Mayer bekannt waren.

Das Basisdreieck bestand wie bei Mayer aus Blau, Gelb und Rot an den Ecken und Mischfarben an den Seiten. Über diesem Dreieck erheben sich weitere, die nach oben hin jeweils heller werden. Im Basisdreieck sind 45 Farbtöne enthalten, im obersten nur noch drei.

Insgesamt lassen sich so 112 Farben darstellen, die Spitze der Pyramide bleibt weiß. Er hoffte, sein System würde bei Textilhändlern, Färbern und Druckern Anklang finden.

Ignaz Schiffermüller

Ignaz Schiffermüller veröffentlichte etwa zeitgleich zu Lambert einen Farbkreis der aus zwölf Farben bestand und als Besonderheit fließende Übergänge von einer Farbe zur anderen aufwies.

James Sowerby

Der Engländer James Sowerby (1757-1822) machte es sich zur Aufgabe, zum einen wieder die Bedeutung der Helligkeit und der Dunkelheit der Farben zu betonen und zum anderen einen Unterschied deutlich zu machen, der zwischen Farben besteht. Denn Licht und Pigmente verhalten sich verschieden, wenn man sie mischt.

Während die Komplementärfarben des Lichtes, miteinander gemischt, Weiß ergeben, verhält es sich mit den Pigmenten genau anders herum. Gemischte Pigmente der Komplementärfarben ergeben Schwarz.

Sowerby geht dabei wieder von den bereits bekannten Grundfarben Rot, Gelb und Blau aus, die er miteinander kombiniert.

Goethes Farbenlehre

Johann Wolfgang von Goethe beschäftigte sich nicht nur mit der Dichtkunst sondern auch intensiv mit der Lehre von den Farben. 1810 erschien sein Werk „Zur Farbenlehre“ in der er Isaac Newtons Theorie des Lichtes widersprach.

Newton verstand weißes Licht als Summe aller Farben, während Goethe der Meinung war, weißes Licht sei nicht zusammengesetzt und Farben würden aus einer Wechselwirkung von Licht und Finsternis entstehen.

Bei Künstlern fand Goethes Farbenlehre zwar durchaus Anklang, gegen die physikalischen Erkenntnisse konnte sie sich allerdings nicht durchsetzen.

Die Farbanordnung von Philipp Otto Runge

Etwa zeitgleich mit Goethe beschäftigte sich der Maler Philipp Otto Runge (23. Juli 1777 – 2. Dezember 1810) mit dem Zusammenspiel und der Darstellung von Farben. Er entwickelte eine kugelförmige also dreidimensionale Darstellung, die Farbenkugel die er 1810 also in seinem Todesjahr veröffentlichte.

Ihm ging es nicht so sehr darum, die Mischungsverhältnisse der verschiedenen Farben nachvollziehbar aufzuzeigen. Vielmehr wollte er die Harmonien der Farben untereinander anschaulich darstellen und damit nicht nur rein technische Aspekte aufzeigen sondern auch künstlerische und philosophische.

Er beklagte sich unter Anderem darüber, dass die Wissenschaftler der damaligen Zeit nur diejenigen Aspekte beachteten, die durch physikalische Vorgänge erklärbar waren. Alle die Wirkungen die damit nicht erklärbar waren, versuchte der in seinem Modell mit einzubeziehen.

Die drei Grundfarben Blau, Rot und Gelb sah er als das Symbol der „Dreyeinigkeit Gottes“, Schwarz und Weiß waren für ihn keine Farben, sondern Ausdruck von gut und böse.

Runges Farbkugel ähnelt der Erdkugel. An den Polen befinden sich Schwarz und Weiß, entlang des Äquators befinden sich die reinen Farben, ausgehend von den Primärfarben Rot, Gelb und Blau, die in gleichen Abständen voneinander postiert werden.

Zwischen den Grundfarben stehen die Mischfarben. Jede der Farben auf der Kugeloberfläche kann sich in fünf Richtungen bewegen. Nach rechts und links, oben und unten und in Richtung der Kugelmitte auf das Graue zu und hindurch bis zur jeweiligen Komplementärfarbe auf der anderen Seite der Kugel.

Die Besonderheit der Kugel ist, dass der Mittelpunkt das Grau darstellt, das sich ergibt wenn Schwarz und Weiß aber auch jeweils die Komplementärfarben miteinander gemischt werden.

Charles Hayter

Der Architekt und Maler Charles Hayter (1761-1835) ging ebenfalls von den drei Grundfarben Rot, Blau und Gelb aus, aus denen sich alle anderen Farben mischen lassen. Seine Darstellung ähnelt allerdings sehr der Darstellung von Moses Harris, bot also nichts wirklich neues.

Michel Eugène Chevreul

Der Chemiker Michel Eugène Chevreul (1786-1889) beschäftigte sich aus dem Themenfeld der Färberei heraus mit den Farben und speziell mit Farbkontrasten. Erstmals wurde die Rolle des menschlichen Gehirns in die Betrachtung der Farben und ihrer Wirkungen mit einbezogen.

Er entwarf einen 72teiligen Farbenkreis, der aus den drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau, sowie drei Sekundärfarben Orange, Grün und Violett besteht und sechs sekundäre Mischfarben enthält. Diese Grundfarben wurden zudem in verschiedenen Helligkeitsstufen dargestellt.

George Field

Der Chemiker George Field (1777-1854) erstellte ebenfalls aus den Grundfarben Rot, Gelb und Blau einen Farbenkreis.

Er versuchte zudem, die Farben mit Tönen und Bedeutungen zu verbinden. Er ordnete den Farben die Eigenschaften heiß und kalt zu, sowie weitere Bedeutungen.

James Clerk Maxwell

James Clerk Maxwell (13. Juni 1831 – 5. November 1879), ein in Wissenschaftskreisen sehr berühmter Physiker, beschäftigte sich logischerweise auf physikalischer Ebene mit den Farben. Auf ihn gehen die vier Feldgleichungen zurück, die beschreiben wie sich Licht ausbreitet. Ebenso entwickelte er Gleichungen die Farbmischungen erfassen konnten und er beschäftigte sich mit der Theorie des Farbensehens.

Er stellte die Farbkombinationen innerhalb eines Dreiecks dar, auf dessen Eckpunkte die drei primären Spektralfarben Rot, Grün und Blau angeordnet waren. Mit dieser Dreieckskonstellation war er in der Lage, das Ergebnis einer Farbmischung zu berechnen und damit vorherzusagen wenngleich seine Formeln schnell an ihre Grenzen stießen.

Hermann von Helmholtz

Hermann von Helmholtz (1821-1894), ebenfalls Physiker, beschäftigte sich wie Maxwell mit der physikalischen Erklärung von Farbmischungen. Er veränderte das Farbdreieck von Maxwell, da er bemerkt hatte dass die Spektralfarben unterschiedliche Abstände zu Weiß haben müssen, welches im Zentrum des Dreiecks liegt.

Er veröffentlichte die drei, auch heute noch verwendeten, Variablen Farbton, Sättigung und Helligkeit.

William Benson

Der englische Architekt William Benson baute sein Farbsystem auf einem Würfel auf. Dieser steht auf der schwarzen Ecke, von dort führen drei Kanten zu einer roten, grünen und blauen Ecke. Von der oben liegenden weißen Ecke führen drei Kanten zu Gelb, Meergrün und Rosa.

Die Bedeutung der Helligkeit kann dieser Würfel allerdings nicht darstellen, weshalb er schnell auf Kritik stieß.



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