Der Hexenhammer

Der HexenhammerDer Hexenhammer ist ein wichtiger Basistext zum Verständnis abendländischer Geistes- und Kulturgeschichte und ein umfangreiches Grundlagenwerk zur Hexenverfolgung im Mittelalter.

Geschrieben vermutlich im Jahr 1486 und schon damals umstritten weil zu blutrünstig erfreut sich das Buch dennoch bis zur heutigen Zeit erstaunlicher Beliebtheit.

Seit 2000 gibt es mit dem vorliegenden Werk eine gut lesbare und inhaltlich korrekte Neuübersetzung der Originaltexte, mit wichtigen Kommentaren und einer ausführlichen Einführung in die Thematik versehen.

Dabei ist der Hexenhammer nicht als Grundstein der Hexenverfolgung anzusehen, mehr als dem Zeitgeist entsprungenes Extrem. Nicht zuletzt wegen dem Ansatz, Hexen nicht nur wegen Ketzerei zu verurteilen sondern auch wegen tatsächlich verübter Schäden. Das entsprach ganz und gar nicht der Meinung damaliger Theologen die sich schon lange Einig waren, derartike Zaubereien in das Reich der Märchen zu verbannen.

Das eigentliche Buch ist in drei Teile aufgeteilt.

Der erste Teil beschäftigt sich damit ob es Schadenszauber gibt, warum das so ist und warum Gott sie zulä&szligt. Recht ausführlich behandelt wird die Frage was davon durch Dämonen ausgeführt wird und was durch die Hexen selbst.

Im zweiten Teil werden die verschiedenen Arten der Schadenszauber erörtert und was man dagegen tun kann bzw. darf.

Der dritte Teil beschäftigt sich dann mit den zu verhängenden Strafen und dem Ablauf der vorhergehenden Prozesse.

Fazit:

Als Sonntagslektüre ist das Buch keinesfalls geeignet. Zum einen sind die Texte trotzt der gelungenen übersetzung recht schwer zu lesen und zuweilen recht verschachtelt, zum Anderen ist es manchmal nicht so leicht der kirchenüblichen Argumentation des Autors zu folgen.

Will man den Inhalt also verstehen, muß man sich Zeit dazu nehmen. überaus interessant ist die Tatsache, daß viele der verwendeten Argumentationen auch heute noch unverändert in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anzutreffen und genauso wenig logisch zu erschließen sind.

Auch der Grund für die derart verbissene Hexenverfolgung der damaligen Zeit, nämlich die zunehmenden Hunger- und Krankheitsprobleme aufgrund zerstörter Lebensräume und der „kleinen Eiszeit“, lassen gewisse Parallelen zur derzeitigen Diskussion um den Klimawandel zu.


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Heinrich Kramer (Autor), Günter Jerouschek (Herausgeber), Wolfgang Behringer (Herausgeber), Werner Tschacher (Übersetzer)
Der Hexenhammer
Malleus maleficarum
2000. 863 Seiten
Format 19,1 x 12,1 x 3,7 cm
€ [D] 17,50
ISBN-10: 3423307803
ISBN-13: 9783423307802


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