Wärmestrahlung

oder auch thermische Strahlung ist elektromagnetische Strahlung, die jeder Körper abhängig von seiner Temperatur aussendet und deren Wellenlänge zwischen 0,8 und 800 µm liegt. Sie ist für die Übertragung von thermischer Energie zuständig und tritt– im Gegensatz zu Konvektion und Wärmeleitung – auch im luftleeren Raum auf. Umgangssprachlich wird sie manchmal auch Infrarotstrahlung genannt, da der größte Teil der abgestrahlten Leistung Infrarotlicht ist.

Wenn die Wärmestrahlung auf Gegenstände trifft, kann sie durchgelassen, reflektiert oder absorbiert werden. Hier spielt die Oberflächenbeschaffenheit des Gegenstandes eine große Rolle. Das Absorptionsvermögen ist dabei gleich dem Emissionsvermögen. D.h. Wärmeenergie wird in Wärmestrahlung (eigentlich elektromagnetische Strahlung) umgewandelt, transportiert und wieder in Wärme zurückverwandelt. Die wärmende Wirkung von offenem Feuer z.B. geht fast nur von der Wärmestrahlung aus, der größte Teil der erzeugten heißen Luft steigt ungenutzt nach oben. Bei der Glühlampe werden nur ca. 10 % der elektrischen Energie in Licht verwandelt, der Rest wird in Wärmestrahlung umgewandelt.

Auch der Mensch strahlt Wärme ab und absorbiert die von Wänden, Böden, Decken und Gegenständen im Raum abgestrahlte Wärme wieder. Dabei gibt es immer einen Wärmeverlust beim Menschen, da die Körperoberfläche wärmer ist als die Umgebungsflächen. Sind im Winter die Umgebungsflächen kühler, wird der Wärmeverlust des menschlichen Körpers größer. Empfängt der Körper allerdings Strahlungswärme durch sogenannte Strahlungsheizungen (Wandheizung, Kachelofen), empfindet man das Raumklima wärmer, auch wenn die Lufttemperatur unverändert bleibt. Die Wärmestrahlung ist deshalb ein Grundparameter zur Beurteilung und Beschreibung des Raumklimas.


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