Oberflächentemperatur

Die Oberflächentemperatur bezeichnet die Temperatur der Oberfläche eines Bauteils oder Körpers. Sie ist abhängig von der innenseitigen Raumlufttemperatur, der Außentemperatur und dem U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) des Bauteils. Wärmeleitfähigkeit und Wärmespeicherung des Bauteils entscheiden bei Beheizung eines Raumes über die Geschwindigkeit, mit der die Oberflächentemperatur zunimmt.

Die Oberflächentemperatur der Umschließungsflächen (Wände, Fenster usw.) hat einen entscheidenden Einfluss auf das thermische Behaglichkeitsempfinden des Menschen und beugt Kondens- und Tauwasserbildung vor.

Die mittlere Wandtemperatur (einschließlich der Fenster) sollte nicht mehr als 2° C unter der Raumlufttemperatur liegen. Liegt sie z.B. 5° C unter einer Raumlufttemperatur von 20° C, muss die Raumlufttemperatur bereits um 2 – 3° C angehoben werden, damit sie wieder als behaglich empfunden wird. Das bedeutet, dass der Raum bei zu niedrigen Oberflächentemperaturen stärker geheizt werden muss. Die Erhöhung der Raumlufttemperatur um 1° C hat eine Steigerung der Heizkosten von ca. 5 – 6 % zur Folge. Zudem kommt es bei einem Temperaturunterschied zwischen Raumluft- und Oberflächentemperatur von 2° C bereits zu einer Luftbewegung von 0,2 m/s und somit zu Zuglufterscheinungen. Fußböden sollten deshalb Oberflächentemperaturen über 18° C und Wände über 13° C aufweisen. Als fußwarm gelten Fußböden mit einer Wärmeleitfähigkeit kleiner als 0,2 W/mK, z.B. Kork (0,08W/mK), Linoleum (0,17 W/mK) und Weichholz (0,13 W/mK). Im Vergleich dazu hat Betonestrich eine Wärmeleitfähigkeit von 1,4 W/mK und Marmor von 3,5 W/mK

Hohe Oberflächentemperaturen werden durch eine wärmebrückenfreie Wärmedämmung der Außenbauteile, Baustoffe mit geringer Wärmeleitfähigkeit und Strahlungsheizungen wie z.B. Wandheizungen und Wandleistenheizungen erreicht.


Zurück zu Buchstabe O … >>


Ähnliche Artikel: