Luftgeschwindigkeit / Luftbewegung

Unter Luftgeschwindigkeit versteht man die am Körper vorbeistreifende Luft. Sie ist ein Parameter zu Beschreibung des Raumklimas und wird in Meter pro Sekunde gemessen. Wie die Luftgeschwindigkeit von Personen empfunden wird, ist von weiteren Parametern abhängig.

Dazu zählen die Lufttemperatur, der Aktivitätsgrad, der Bekleidungszustand, die Luftfeuchte und die Änderungsfrequenz der Luftgeschwindigkeit. So werden z.B. Luftgeschwindigkeiten bis 0,9 m/s bei einer Temperatur von ca. 25° C zum Ausgleich der Wärmebilanz als angenehm empfunden, während bereits Luftgeschwindigkeiten von 0,2 bis 0,3 m/s bei einer Raumtemperatur von weniger als 22° C als unangenehm empfunden werden. Die Luftbewegung wird allgemein umso stärker wahrgenommen je kälter die Luft ist, vor allem bei sitzender Tätigkeit. Es kommt dann zu sogenannten Zuglufterscheinungen.

Einen entscheidenden Einfluss auf die Luftgeschwindigkeit hat auch die Oberflächentemperatur der Umschließungsflächen (Wände, Fenster usw.). Liegt die mittlere Oberflächentemperatur von Wänden und Fenstern mehr als 2° C unter der Raumlufttemperatur, kommt es bereits zu einer Luftbewegung von 0,2 m/s, was bei kühleren Räumen schon zu Zuglufterscheinungen führen kann und die Behaglichkeit mindert. Vor allem der Schulter-Nacken-Bereich, der Fußgelenk-Bereich und der Rücken des Menschen gelten als besonders empfindlich.

Auch Lüftungsanlagen – vor allem Klimaanlagen – können die Luftgeschwindigkeit im Raum negativ beeinflussen. Diese Anlagen sind an Arbeitsplätzen laut ARS 5 (Arbeitsstättenrichtlinie) so auszulegen, dass keine unzumutbare Zugluft auftritt. Dabei gilt bei allgemeiner Bürotätigkeit eine Luftgeschwindigkeit von 0,2 m/s bei einer Temperatur von 20° C als „Grenzwert“.


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