Die Geschichte des Qimen Dunjia

Wie viele andere fernöstliche Techniken auch, liegen die Wurzeln des Qimen Dunjia in den Legenden aus vorgeschichtlicher Zeit.

Es war die Zeit des sagenumwobenen gelben Kaisers Huangdi, dem auch Techniken des Feng Shui und der TCM zugeschrieben werden.

Die Legende:

Der Legende nach befand sich Huangdi mit dem von ihm geführten Stamm Buluo im Krieg gegen seinem Widersacher Ciyou, auch Minister des Himmels genannt.

Der Kampf um die Stadt Luolo dauerte nun schon ein Jahr und forderte viele Verluste auf beiden Seiten. Keiner der beiden Parteien gelang es die Oberhand zu gewinnen, ein Ende der Auseinandersetzung war nicht in Sicht.

Eines Nachts hatte der Gelbe Kaiser einen Traum, in dem ihm ein alter Mann mit einem langen weißen Bart begegnete. Dieser Mann versprach Huang Di, ihm ein Mittel zu geben mit dem er den Kampf zu seinen Gunsten entscheiden konnte.

Er verwies ihn auf die Zirkulationsgesetze der neun Sterne am Himmel und die glücklichen sowie unglücklichen acht Tore am Erdboden.

Er erzählte ihm von den drei Mystischen die sich in den acht Toren verstecken. Diese muss man in den passenden Toren auf der Erde finden um Auskunft über die geplante Unternehmung oder über deren günstigsten Zeitpunkt zu bekommen. Richtet man sich nach diesen Sachverhalten, gelingt die Unternehmung.

Am nächsten Morgen schrieb Huangdi seinen Traum nieder, vollzog einige Opferungen um den alten Mann aus dem Traum zu ehren, fastete sieben Tage lang und wandte sich wieder seiner bevorstehenden Schlacht zu.

Seinen Berechnungen zufolge musste er den Angriff aus einer bestimmen Richtung beginnen und das Schlachtfeld in einer anderen bestimmten Richtung wieder verlassen. In dieser Schlacht konnte er seinen Feind Ciyou tatsächlich besiegen und den Krieg damit beenden.

Im Laufe der Zeit:

Seit dieser Schlacht in vorgeschichtlicher Zeit wurde das System Qimen Dunjia drei Mal vereinfacht, bis zu dem System was wir heute kennen und anwenden.

1. Veränderung

Die erste Veränderung nahm die Ehefrau Fenghou von Huangdi vor. Diese bekam von ihm den Auftrag das System schriftlich niederzulegen. Dabei vereinfachte sie das System, so dass von ursprünglich 4320 nur noch 1080 unterschiedliche Kombinationen übrig blieben.

2. Veränderung

Das zweite Mal wurde Qimen Dunjia am Ende der Shang-Dynastie durch den Meister Jiangziya vereinfacht. Er überarbeitete das System erneut und vereinfache es auf nunmehr 72 Konstellationen. Durch die Anwendung dieser Technik gelang es dem König Zhou Wen den Herrscher Zhou zu besiegen und die Zhou-Dynastie zu gründen (1122-255 c. Chr.).

3. Veränderung

Die dritte und letzte Veränderung erfuhr das System Qimen Dunjia zu Beginn der Han-Dynastie ca. 206 v. Chr. durch den Gelehrten Zhang Liang. Von einem geheimnisvollen alten Mann erhielt er eine Schriftrolle mit Aufzeichnungen zum Qimen Dunjia.

Er reduzierte die überlieferten 72 Konstellationen noch einmal auf nunmehr 18. Diese Version wird bis heute nahezu unverändert angewandt.

Mit dieser Technik konnte Zhang Liang dem Feldherrn Liu Bang helfen, seine Widersacher Zhang Fei und Qing Hou zu besiegen und die Han-Dynastie 206 v. Chr. − 23 n. Chr.) zu gründen.

Anwendung:

Noch weitere Male soll Qimen Dunjia bei der Gründung einer Dynastie zur Anwendung gekommen sein. Während der Epoche der drei Königreiche (220 − 265) konnte der Gelehrte Zhu Geliang dem König Liu Bei helfen, sich gegen den Staat Wei mit seinem mächtigen General Cao Cao durchzusetzen.

Mit der Anwendung des Qimen Dunjia gelang es ihm, einen für diese Jahreszeit untypischen Wind zu entfachen, der ein in Brand gesetztes Schiff in die gegnerische Flotte trieb und diese ebenfalls in Brand setzte.

In den folgenden Dynastien gab es viele Meister des Qimen Dunjia, aber erst zu Anfang der Ming-Zeit (1368 − 1644) kam das System wieder bei Staatsgeschäften zur Anwendung.

Der Yijing-Experte Liu Bowen half dem Kaiser Zhu Yuanchang durch die geschickte Anwendung des Qimen Dunjia die Ming-Dynastie zu gründen.

Im 20. Jh. Soll sich kein geringerer als Mao Zedong wieder auf die alte Technik besonnen haben. Mao soll sich während des Bürgerkrieges einmal in einer ausweglos erscheinenden Situation befunden haben.

Seine Feinde hatten ihn bereits eingekesselt, ein Entrinnen schien nicht mehr möglich. Durch die Technik des Qimen Dunjia konnte er aber ein verborgenes Tor aktivieren und auf dem Schlachtfeld einen blinden Fleck entstehen lassen.

Dies hatte zur Folge, dass ihn seine Feinde zwar aus der Ferne sehen, ihn aber nicht erreichen konnten. Jegliche Bemühungen seiner habhaft zu werden scheiterten kläglich.

Durch die laufende erfolgreiche Anwendung des Qimen Dunjia bekam es im laufe der Zeit den Ruf, ein hochpolitisches und auch gefährliches System zu sein. Lange Zeit wurde es deshalb als Staatsgeheimnis gehütet.

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