Hausbauplanung im Alter – das gilt es zu beachten

Bauen im AlterDer Wunsch nach einem Eigenheim lässt sich manchmal erst in den späteren Lebensjahren erfüllen. Gründe für die späte Entscheidung können vielfältig sein. Während die einen erst im zweiten Frühling den passenden Partner für diesen Schritt gefunden haben, warten die anderen bis sie ihren Traum vom Haus ohne einen Kredit finanzieren können. Viele Menschen mögen es nicht, noch im hohen Alter Schulden zu haben. Je älter die Bauherren, umso entscheidender ist die Planung des Hausbaus.

Ist es ungewöhnlich im Alter zu bauen?

Die Bezeichnung Alter ist relativ. Menschen mit einem festen Job und gutem Einkommen gruppieren sich meist in den Lebensjahren Ende 40, Anfang 50. Für viele der perfekte Zeitpunkt, um zu bauen. Die Kinder sind aus dem Haus, ein plötzlicher Wechsel der Arbeitsstelle ist nicht vorgesehen und die Bedürfnisse sind klar definiert. Was könnte perfekter sein als nun das gemeinsame Traumhaus zu bauen?

Neubau oder Umbau? – Das ist hier die Frage

Die Planung oder der Kauf eines Hauses stellt in allen Lebensaltern eine Herausforderung dar. Junge Menschen schwanken zwischen der Entscheidung – kleines Haus für ein Paar oder steht eine Familienplanung zur Diskussion? Im Alter fallen die zu klärenden Fragen im Wesentlichen anders aus: Wie viele Treppen gibt es? Ist das Haus ebenerdig? Wie kostspielig wäre ein behindertengerechter Umbau im Ernstfall?

Nicht alle Häuser sind für das Wohnen im Alter vorgesehen. So schön die ebenerdige Dusche sein mag, im Obergeschoss nützt sie recht wenig. Treppen, enge Winkel und schmale Räume erfordern viel Umbauten oder nur wenig Bewegungsfreiheit.

Der Hausbau selbst würde ein geringeres Problem darstellen. Durch die realistische Einbeziehung der möglichen Altersgebrechen in die Planung ergibt sich ein einfacher Grundriss mit klaren Bedürfnissen.

Große Räume und ebene Übergänge zwischen den Zimmern sowie viel Bewegungsfreiheit lassen sich mit dem Architekten planen. Hier gilt zu bedenken, dass ein Haus ohne Geschosse mehr Platz auf der Grundfläche einnimmt und allgemein teurer werden kann.

Gibt es Probleme mit der Finanzierung?

Die Erfahrung zeigt, dass Hausbauwillige über 50 meist mit einem besseren Eigenkapital in die Finanzierung starten. Die Raten lassen sich höher kalkulieren und die Schuldenfreiheit ist bis zur Rente erreichbar. Lediglich zusätzliche Versicherungen, die den Bau selbst und die Finanzierung absichern, sollten überdacht sein. Sie tritt dann ein, wenn unvorhergesehene Kosten den Bauprozess verhindern würden.

Wie sollte sich der Aufbau des Hauses gestalten?

BauplanIn der Planungsphase ist es wichtig nicht nur die eigenen Wünsche zu bedenken, sondern auch die möglichen Veränderungen, die sich in den kommenden Jahren ergeben könnten.

Hausgröße

Obwohl die Bauherren meist nur für zwei Personen planen müssen, gilt es zu bedenken, dass später Räumlichkeiten zur Pflege oder für die Unterbringung einer Pflegekraft nützlich sein könnten. Bis zur eigentlichen Nutzung dienen diese Einheiten als Gästezimmer. Alternativ gibt es Optionen in Form von Modulen, die sich wie ein Baukastensystem am Haus nachrüsten lassen.

Standort

Natürlich ist es wünschenswert, dass die Mobilität bis ins hohe Alter erhalten bleibt. Dennoch kann Autofahren oder Laufen bald ein Problem werden. Umso besser ist eine Wohngegend, die sich in einer belebten Gegend befindet. Unweit von Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten oder Nahverkehrshaltestellen, um möglichst lang trotz Einschränkungen selbstständig bleiben zu können.

Vorrichtungen

Neben einer barrierefreien Wohnfläche mit großzügigen Eingangstüren gibt es schon heute Anbieter, die langfristig für ihre Kunden im Fertighausbau-Segment denken. Sie legen nicht nur die Wohnräume großzügig an, sondern sehen auch einen Schacht vor, der später die schnelle Nachrüstung eines Aufzuges ermöglicht. So lassen sich Obergeschosse auch im Alter und mit Bewegungseinschränkungen nutzen.

Wohnen im Alter muss nicht altbacken sein und lässt sich modern gestaltet. Durch Lichtleisten in der Wand oder am Boden ist eine bessere Orientierung in der Nacht gewährleistet. Die Fußbodenheizung erspart sperrige Heizkörper und minimiert potenzielle Sturzrisiken.

Mehrgenerationen Wohnen – Hausbau im Alter mal anders

Eine Alternative zum Hausbau im Alter stellt ein Zusammenschluss mit den Kindern und deren Partnern dar. Leben mehr Generationen in einem Haus gestaltet sich eventuell die Planung schwieriger, um alle Ansprüche bedienen zu können. Dennoch ergeben sich viele Vorteile daraus:

  • Die Finanzierung ist leichter in einem höheren Bereich anpeilbar.
  • Ältere Menschen haben die Angehörigen und somit direkte Hilfe im Haus.
  • Kinder bzw. Enkel profitieren vom Zusammenleben und sind gleichsam Profit für ältere Menschen, da sie sich meist aktiver und gebrauchter fühlen.
  • Allgemein kann das Zusammenleben entspannter für alle sein durch gegenseitige Unterstützung.

Dabei ist lediglich zu beachten, dass alle Parteien ausreichend Freiraum haben und Rückzugsorte besitzen. Ebenso sollten vor dem gemeinsamen Projekt die Erwartungen aller Parteien geklärt werden, um Missverständnisse zu vermeiden.

Fazit

Hausbau im Alter ist definitiv möglich und bedarf ausschließlich einiger Überlegungen, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Dadurch lassen sich Aufwand und Zeit beim Bau, aber auch beim späteren Leben im Haus in Grenzen halten.

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