Das automatische Haus – eine Kabelgeschichte

kabelsalatUnter Bauherren gehen die Meinungen auseinander! Nicht nur was den Baustil betrifft oder die Baumaterialien, sondern immer öfter auch in Sachen Automatisierung. Viele Hausbesitzer fahren total auf das voll automatisierte Haus ab, finden es super, selbst die Schreibtischlampe noch vom Smartphone aus schalten zu können.

Da bestellt sich dann die Heizung automatisch das jeweilige Brennmaterial nach und der Hausherr kann mit dem Tablet durch die Zimmer laufen und nach Lust und Laune die Temperatur heben oder senken. Die Rollläden fahren je nach Sonnenstand herauf und herunter, die Fenster öffnen und schließen sich selber und wenn gerade keiner daheim ist, setzt sich der Staubsaugerroboter in Bewegung. Natürlich lässt sich dessen Spur ebenfalls am Smartphone verfolgen.

Schöne neue Welt, möglich ist viel, manches ist sogar sinnvoll. Nur verkabelt muss es werden und hier kommen schnell die ersten großen Probleme auf. Sicher, manche setzen auf Funkverbindungen und bauen sich ihr Haus in einen riesigen Elektrosmog-Generator um. Man kann die Gefahren die sich daraus ergeben natürlich ignorieren, die Ärzte wird es freuen, besser wäre es aber, sie gleich zu vermeiden.

In dem Fall bleibt nur, viele Hundert Meter Kabel zu verlegen, idealerweise abgeschirmte. Darunter werden auch bündelweise Netzwerkkabel sein, die irgendwo an einem bestimmten Punkt zusammen laufen und dort angeschlossen werden müssen. Meistens in einem Netzwerkschrank der nicht nur die Kabel sondern auch die nötigen Schaltungen aufnehmen kann.

Wie verbreitet solche umfangreichen und komplexen Anlagen mittlerweile sind, zeigt die Tatsache dass es bereits Onlineshops gibt, die sich auf den Verkauf solcher Netzwerkschränke spezialisiert haben, allen voran der Shop unter 19power.de.

Fast erschreckend ist es, wenn man sich ansieht in welch gewaltigen Größen solche Schränke angeboten und somit ja auch nachgefragt werden. Da stellt sich dann irgendwann die Frage nach der Sinnhaftigkeit solcher Anlagen. Klar, mit einer intelligent vernetzten Heizung lässt sich sicherlich Brennmaterial einsparen und mit intelligent gesteuerten Rollos auch die sommerliche Hitze reduzieren.

Aber Spielereien wie Lichtsteuerungen oder Netzwerkanschlüsse im Badezimmer sind und bleiben Spielereien die in Zeiten des kollektiven Stromsparens deutlich fehl am Platze wirken. Zudem fragt man sich, in wie weit man sich als Bewohner eines Hauses von so viel Technik abhängig machen möchte.

Spätestens wenn sich nach einem Stromausfall die Haustüre nicht mehr öffnen lässt, weil der Rechner der das Schloss steuert leider abgestürzt ist, ist der Spaß ganz schnell am Ende. Oder wenn die Windows-basierte Steuerung früh am Morgen das Garagentor nicht öffnet, obwohl man eh schon spät dran ist.

Vielleicht gilt auch hier die Weisheit dass weniger oft mehr ist. Und irgendwie fördert es ja auch die Verbundenheit mit unserer Umwelt, wenn wir unsere Rollos selber runterlassen wenn die Sonne scheint.


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