Trockenbauwände und einhergehende Probleme mit Elektrosmog und Schimmelbefall

Immer öfter werden Trockenbauwände auch in Privatwohnungen erstellt. Früher waren solche Leichtbauwände nur in Büroräumen zu finden, aber die leichte und schnelle Verarbeitung verleitet zunehmend Heimwerker und Hobbyhandwerker dazu, sich so etwas auch ins eigene Heim zu bauen.

Entweder werden alte Mauerwerksflächen verkleidet, oder es werden zusätzliche Wände in vorhandene Räume eingezogen. Erstellt wurden diese Wände mit Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten früher auf einem Ständerwerk aus Holzlatten, aber seit einigen Jahren und immer mehr zunehmend auch mit Hilfe von verzinkten Blechprofilen, die miteinander verschraubt werden.

Die verwendeten Materialien werden gewählt, weil sie leicht und schnell zu verarbeiten sind und das sogar von Laien, weil sie kaum zusätzliche Feuchtigkeit auf die Baustelle bringen und vor allem, weil sie in jedem Baumarkt verfügbar sind. Gerne werden innerhalb der hohlen Wandkonstruktionen Elektrokabel oder Wasser- bzw. Heizungsrohre verlegt.

Was bei den ganzen Basteleien in der Regel nicht beachtet wird, sind Probleme baubiologischer Natur:

Durch Spannung in den Elektrokabeln, also so wie sie sich in nahezu allen Wohnungen finden, werden elektrische Wechselfelder erzeugt. Baubiologische Messungen haben unter anderem den Zweck, solche Felder auf minimale Werte zu reduzieren. Die Felder werden von Baubiologen als Stressfaktoren für das menschliche Immunsystem angesehen, weshalb sie zu vermeiden sind oder so gering wie möglich gehalten werden sollen.

Bei Leichtbauwänden mit Metallständer-Elementen und innen verbauten Kabeln ist das nur schwer zu schaffen. Solange Spannung auf der so verlegten Elektroinstallation anliegt, werden die emittierten Felder sogar über die gesamte Trägerkonstruktion in der Fläche der Wände weiter verbreitet und jedes Möbelstück und jeder Körper in deren Nähe werden in die Felder einbezogen. Das lässt sich nur vermeiden, wenn die Metallträger geerdet werden, oder wenn die Sicherungen der beteiligten Stromkreise abgeschaltet werden. Auch die Verwendung von abgeschirmten Kabeln würde helfen. Geerdet sind diese Metallprofile aber nahezu nie!

Selbst wenn die Wände von Profis errichtet werden, wird die vorgeschriebene Erdung meist einfach vergessen. Viele Trockenbauer reagieren sogar verständnislos, wenn man sie nach der Erdung fragt. Sie wissen nicht, wozu das gut sein soll. Solches ahnungsloses Arbeiten aber führt oft zu vollflächigen und sehr starken Feldern.

Zum Vermeiden dieser Felder kann man sogenannte Netzabkoppler in den Sicherungskästen nachrüsten, oder man kann unter bestimmten Umständen die gesamten Wandflächen mit elektrisch leitfähiger Abschirmfarbe streichen und diese erden. Das sollte man aber nie ohne eine vorherige Messung durch den Experten machen, denn manchmal kann man die gesamte Situation dadurch noch verschlimmern! Ein weiteres Problem bei Trockenbauwänden ist Feuchtigkeit, die entweder durch einen kleinen Wasserschaden einer Leitung oder durch das falsche Einbauen vor ungedämmten Außenwandflächen durch Kondensationen entsteht.

Bei diesen in der Regel ungeplanten Feuchtigkeiten und Wasserschäden sind die Probleme bei Leichtbauwänden deutlich stärker und folgenreicher, als bei massivem Mauerwerk. Sind Wände aus Gipskartonplatten durchfeuchtet, so kann man sie nie mehr schimmelfrei bekommen, selbst wenn sie getrocknet werden könnten. Gutachter und Schimmelsachverständige können ein Lied davon singen. Auf den Innenseiten der hohlen Wandkonstruktionen ist immer sicher Schimmel gewachsen, der Sporen bildet und durch Ritzen und Spalten die Atemluft in den Wohnräumen mit Schimmelpartikeln oder muffigen Gerüchen belastet.

Wenn die Wände aus Brandschutzgründen in zweischichtigem Aufbau erstellt sind, dann muss man immer mit Schimmelwachstum an den beiden aufeinander liegenden Kartonflächen rechnen. Hier hilft dann meist nur das vollständige Ausbauen des kontaminierten Materials.

Sind Gipskarton- oder Gipsfaserplatten einmal feucht geworden, so ist die einzig sinnvolle Sanierungsmaßnahme die vollständige Entfernung allen feuchten bzw. verschimmelten Materials unter Vermeidung von Staubentwicklung bzw. bei einer luftdichten Einhausung des Schadensbereiches.

Durch unsachgemäße Trocknungsversuche kann ein Schaden sogar noch vergrößert werden, wenn Schimmelsporen und -partikel durch die Luftströmungen von Gebläsen in nicht kontaminierte Wohnungsbereiche verbracht werden. Leichtbauwände sind also zwar schnell und billig zu erstellen, die damit einhergehenden Probleme können aus baubiologischer und hygienischer Sicht aber
schnell sehr gravierend werden. Hat man so etwas in der Wohnung, sollte man sich am besten fachkundigen Rat holen. Das gilt immer, wenn die Trägerkonstruktion aus Blechprofilen erstellt wurde und auf jeden Fall dann, wenn man einen Wasserschaden hatte.

Die Regulierer der Versicherungen sind in der Regel nicht qualifiziert, um das Ausmaß eines Schimmelschadens ausreichend zu beurteilen. Um gesund zu wohnen, sollte man am besten Baubiologen beauftragen, die Wohnung oder das Haus auf oben erwähnte Gefährdungen zu untersuchen.

Uwe Dippold
www.baubiologie-nuernberg.de


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