Elektrosmog am Arbeitsplatz

Viele Menschen haben zu Hause Schlafplätze ohne Elektrosmog, sie haben Netzabkoppler installieren lassen oder vielleicht Abschirmfarben gegen hochfrequente Funkstrahlungen an die Wände gestrichen.

Aber stark belastende Computerarbeitsplätze daheim und an ihren Arbeitsplätzen nehmen sie oft hin, weil ihnen unbekannt ist, dass man etwas dagegen tun kann.
Dabei gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die elektrischen und magnetischen Wechselfelder, die hochfrequenten Belastungen und elektrostatische Aufladungen auch am Arbeitsplatz zu minimieren oder ganz zu vermeiden.

Am Besten lässt man durch einen erfahrenen Baubiologen erst mal den besagten Arbeitsplatz ausmessen, ob solche Felder vorhanden sind, wie stark sie sind und vor allem, aus welchen Richtungen sie kommen bzw. welche Geräte oder Umstände die Quellen sind.

Die einfachste Möglichkeit der Minimierung ist die, jedes Gerät nur dann mit dem Stromnetz zu verbinden, wenn man es braucht – das geht mit der Stecker-Zieh-Methode oder besser mit einem zweipolig schaltenden Zwischenschalter. Nutzbringend ist es auch, wenn man sich nicht rundherum umgibt mit den Elektrogeräten, sondern den Schreibtisch so gestaltet, dass man wenigstens im Rücken keine Geräte und Wandflächen mit eingebauten Kabeln oder Steckdosen hat. Rückenfrei ist also die Devise! Wenn auch die Seitenflächen frei von Elektrogeräten sind, so ist das nahezu optimal.

Für alle notwendigen Geräte wie PC. Drucker und Lampen gibt es entweder abgeschirmte Anschlußkabel oder sogar komplett abgeschirmt ausgestattete Lampen oder man behilft sich mit einer elektrisch leitfähigen Fläche als Auflage oder unterhalb der Schreibtischfläche. Das Ganze muss nur noch mit der Erdung der nächsten Steckdose verbunden werden und schon sind in der Regel die elektrischen Wechselfelder auf einen Bruchteil der Ausgangswerte reduziert.

Für Bastler geeignet sind auch Abschirmungen, bei denen man die normalen Zuleitungskabel für die modernen Bürogeräte weiter benutzen kann, gleich ob es ISDN-Telefonkabel, Netzteilkabel für Peripheriegeräte, USB-Verbindungskabel oder normale Stromkabel an Mehrfachsteckdosen sind – verlegt man diese Kabel im einem leitfähigen, geerdeten Kabelkanal oder hinter einem geerdeten Lochblech an der Rückseite des Schreibtisches, so kann man auch hier mit einer massiven Reduzierung der Feldbelastungen rechnen.

Bei Deckenlampen ist das schon etwas schwieriger, aber auch machbar, vorausgesetzt, der Kabelanschluß an der Decke verfügt noch über die Erdungslitze.
Bei der Beleuchtung selbst sollte man auf Energiesparbirnen, Leuchtstoffröhren oder LEDs verzichten. Die erzeugen nicht nur schlechtes Licht mit einem mangelhaften Farbspektrum, sondern auch Ultraschall- und Funkemissionen sowie Lichtflackern, das man zwar nicht sieht, das der Körper aber als Streßfaktor wahrnimmt. Besser sind normale Glühbirnen oder Hochvolt-Halogenbirnen.

Vorsicht ist auch geboten bei allen Funkanwendungen der modernen Bürogeräte, also bei DECT-Telefonen, WLAN- und Bluetooth-Verbindungen sowie Funkchips in den Laptops und natürlich bei den modernen Smartphones. Alles, was schnurlos funktioniert, erzeugt zumindest in der unmittelbaren Umgebung starke hochfrequente, digital zerhackte Funkimpulse, die vielleicht kurzfristig tolerierbar sind, aber bei täglich mindestens acht Stunden Einwirkung auf Körper und Psyche zu starken Belastungsfaktoren werden. Diese Funktionen sollte man ausschalten und wo immer es geht, auf kabelgebundene Verbindungen umsteigen. Nicht genutzte Geräte sollten immer vollständig ausgeschaltet werden.

Viele Menschen haben diese schnurlosen Geräte ja nicht nur im Büro, sondern auch zu Hause. Und wenn sie selbst darauf verzichten, so müssen sie doch immer mit der Strahlung aus der Nachbarschaft rechnen… Elektrostatische Felder erzeugen in der Regel spürbar schlechte Luftqualität – das leichteste zur Reduzierung ist regelmäßiges und ausgiebiges Lüften mit Außenluft.

Generell gilt aber immer, eine Ausgangsmessung und nach der Sanierung eine Kontrollmessung der Belastungsfaktoren sollte das Mindeste sein, was man sich leistet. Nur so kann man sicher sein, dass die Situation künftig harmlos ist und nicht evtl. sogar stärker belastende. Das kann durchaus in Einzelfällen passieren, wenn die örtlichen Umstände ungünstig sind. Der Baubiologe wird die besten, der Situation angepassten Sanierungsvorschläge nennen.

Baubiologen, die auch Arbeitsplatzuntersuchungen anbieten, gibt es immer häufiger.
Und viele der Minimierungsmöglichkeiten sind nicht einmal ein großer Kostenfaktor, wohingegen ständige Müdigkeit, Abgespanntheit, Konzentrationsschwächen, Kopfschmerzen, Glieder- und Rückenschmerzen und damit verbundene Krankheitstage durchaus für den Arbeitgeber deutlich spürbare nutzlose Ausgaben sind.

Uwe Dippold
www.baubiologie-nuernberg.de


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