Fotovoltaikanlagen und Elektrosmog

Immer mehr Menschen haben Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonnenlicht, Fotovoltaik-Anlagen, auf dem Dach. Solche Anlagen gelten zur Zeit noch als gute Möglichkeit, umweltfreundlichen Strom herzustellen und auf saubere, ökologisch korrekte Art sogar noch Geld zu verdienen, indem der Strom verkauft wird. Die hohen Vergütungen für Solarstrom, die durch das EEG, das „Erneuerbare-Energien-Gesetz,“ garantiert werden, haben in der Vergangenheit eine große Menge von Eigenheimbesitzern zu solchen Öko-Strom- Anbietern gemacht und tun es immer noch.

Nebenbei: Wem die Ökostrom-Umlage auf seiner Stromrechnung zu hoch erscheint, der sollte bitte bedenken, dass Atomstrom und Kohlestrom seit langer Zeit und immer noch mit Steuermitteln subventioniert wird. So wurde Atomstrom seit 1970 mit mindestens 187 Milliarden Euro gefördert (Quelle: Eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft – FÖS), Energie aus Stein- und Braunkohle mit 177 Milliarden beziehungsweise mit 65 Milliarden Euro.

Im Vergleich dazu kommen erneuerbare Energien bisher gerade einmal auf 54 Milliarden Euro. Und es ist bereits absehbar, dass noch zukünftige Förderungen in Höhe von 100 Mrd. Euro für die maroden Atommülllager Asse und Morsleben und den Rückbau der AKW auf die Bürger der Bundesrepublik dazu kommen werden.

Aber weiter mit den realen Gefahren von Fotovoltaik:

Solarstromanlagen erzeugen bei Lichteinfall Gleichstrom, der über Wechselrichter geleitet und umgewandelt wird zu Wechselstrom, der mit dem Stromnetz kompatibel ist. Insofern werden durch die Solarzellen und die Kabel bis zum Wechselrichter keine elektrischen WECHSEL-Felder, sondern nur GLEICH-Felder erzeugt, die keine baubiologisch relevanten Feldbelastungen erzeugen.

Lediglich durch ältere Wechselrichter ohne elektronische Trafo-Technologie werden magnetische Wechselfelder in der unmittelbaren Nähe der Geräte aufgebaut, das aber natürlich nur, wenn Strom fließt, also, wenn die Sonne scheint. Nachts gibt es das natürlicherweise nicht!

Es kann allerdings vorkommen, dass über die Gleichstromkabel vom Wechselrichter bis zu den Solarzellen elektrische Wechselfelder aus anderen Stromkreisen verschleppt werden und unter ungünstigen Umständen auch flächig unter den Dachflächen mit den Solarzellen nachweisbar sind. Diese Felder wären unabhängig von den Lichtverhältnissen und somit auch nachts vorhanden und könnten damit auch Schläfer in den angrenzenden Zimmern belasten.

Sind allerdings die Trägersysteme der Solarzellen geerdet und die Kabel zum Wechselrichter innerhalb eines leitfähigen, geerdeten Kabelkanals verlegt, so kann man sicher sein vor Belastungen der genannten Art. Solche Kabelkanäle kann man leicht selbst herstellen, indem man eine metallische Rinne, ein Rohr oder ein Trockenbauprofil aus Metall nimmt und dieses mit dem Potentialausgleich des Hauses verbindet. in diese leitfähigen, geerdeten Strukturen legt man die Kabel der Solaranlage und schon sind die möglichen elektrischen Wechselfelder nicht mehr biologisch relevant.

Ein anderes Problem aber holt man sich mit den modernen elektronischen Wechselrichtern in jedem Fall ins Haus (zumindestens, solange die Sonne scheint und Strom erzeugt wird): Das Problem der unkontrollierten elektromagnetischen Abstrahlungen aus den Kabeln durch Oberschwingungen, die sogenannte „Dirty Power“ (siehe auch den Artikel von Juni 2013 auf www.haus-bau-planung.de).

Diese Oberschwingungen entstehen in den Gleichstromkabeln durch ständige Schaltvorgänge der Wechselrichter aufgrund der Schwankungen durch die
Stromerzeugung der Solarzellen. Sie werden als ungeordnete Funksignale zum Teil wieder abgestrahlt wie von Antennen und wirken ähnlich wie Störsender. Auch diese Signale sind biologisch wirksam. Vermeiden kann man sie nur dann, wenn die Kabelkanäle so geschlossen wie möglich verlegt werden, also zum Beispiel als Rohr oder indem die Kabel vollständig von einem Drahtgittergeflecht umgeben werden. Auch die Benutzung von abgeschirmten Kabeln wäre hier eine sinnvolle Strategie.

Eine Belastung, die auch mit Funkstrahlung zu tun hat, entsteht dadurch, dass die Solarzellen an sich undurchlässig sind für Mobilfunk-, WLAN- bzw. DECT-Telefon- Strahlung. Einerseits kann man dadurch natürlich die Mobilfunkstrahlung von draußen recht gut abschirmen, aber wenn man im Inneren von Gebäuden mit Fotovoltaik-Anlagen auf dem Dach ein schnurloses Telefon oder ein WLAN-Gerät betreibt, dann wird die nach außen gerichtete Strahlung natürlich wieder ins Innere reflektiert und erhöht dadurch die dort existierende Belastung!

Fazit:

Fotovoltaikanlagen sind energiepolitisch sinnvoll und sind baubiologisch harmlos, wenn einige Dinge berücksichtigt werden:

– Systemträger erden,
– abgeschirmte Kabel oder wenigstens leitfähige Kabelkanäle verwenden, die ebenfalls geerdet werden müssen,
– Kabel generell weit entfernt von Daueraufenthaltsräumen verlegen,
– Wechselrichter immer weit entfernt von Ruheräumen installieren,
– schnurlose Technologien vermeiden.

Uwe Dippold
www.baubiologie-nuernberg.de


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