Die richtige Wahl eines Anbieters von Baubiologischen Messungen!

Viele Menschen fühlen sich berufen, Belastungen durch Schimmel oder Schadstoffe, durch Elektrosmog oder Erdstrahlenfelder, sogenannte geopathische Felder, zu messen und ihren Kunden dann zu den angeblich besten Abschirmmaßmahmen zu raten.

Solche Menschen nennen sich „Baubiologen“, „baubiologische Gesundheitsberater“, „Geopathologen“, „Fachberater für Geopathologie und Elektrosmog“ und manchmal auch nur schlicht „Rutengänger“. Auch andere Bezeichnungen sind gängig. So vielfältig, wie die Berufsbezeichnungen sind auch die Qualifikationen und die Qualitäten der Messungen bzw. der Ratschläge zur Verbesserung der Belastungssituationen.

Manche haben ein Zwei-Tages-Seminar besucht, andere wurden sogar zwei Wochen geschult, auch mehrmonatige Ausbildungen gibt es und dazu eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten. Sogar Autodidakten bieten ihre Dienste an (die meist nicht einmal schlecht sind). Die Dienstleistungen werden von blutigen Anfängern und auch von Leuten angeboten, die das schon viele Jahre lang tun.

Das Wissen und die Kenntnisse sind also sehr verschieden, vor allem deshalb, weil es keinerlei einheitliche Ausbildungsvorgaben gibt. Alle Berufsbezeichnungen sind vollkommen ungeschützt, sogar jeder Leser dieses Artikels könnte sich ab sofort „Baubiologe“ nennen. Ob man damit auf Dauer Kunden findet bzw. die Wünsche seiner Kunden befriedigen und sinnvolle und dauerhaft wirkende Sanierungsvorschläge erstellen kann, das ist zumindest fraglich.

Als Kunde und Nachfrager von baubiologischen Messdiensten sollte man deshalb immer herausfinden, welche Ausbildung und welche weiterführenden Qualifikationen der entsprechende Anbieter vorzuweisen hat. Im Idealfall findet man auf deren Webseiten entsprechende Nachweise und Zertifikate zu allen Aus- und Fortbildungen. Natürlich sollten solche Verzeichnisse auch aktuell sein bzw. die neuesten Zeugnisse sollten nicht älter als ein Jahr sein.

Zumindest auf Nachfrage sollte jeder ernst zu nehmende Baubiologe, Fachberater o.ä. seine Befähigungen nachweisen oder wenigstens nennen können.
Kompetente Aus- und Fortbildungen bei seit langem existierenden Instituten und Verbänden, wie dem IBN (Institut für Baubiologie und Ökologie in Neubeuern) oder eine TÜV-Zertifizierung sollten vorliegen.

Fortbildungen bei den Iphöfer Messtechnik-Seminaren IMS, beim Verein BIOLYSA e.V, dem Berufsverband VB (Verband Baubiologie) oder dem VDB (Verband der deutschen Baubiologen) sollten besucht worden sein. Idealerweise sollte der Diensteanbieter mindestens in einem der genannten beiden großen Berufsverbände Mitglied sein, eine Mitgliedschaft im großen Rutengängerverein RVD e.V. schadet auch nicht, denn dort wird wissenschaftlich gearbeitet. Die genannten, oder wenigstens vergleichbare, Voraussetzungen sollten Endkunden verlangen, wenn sie ordentliche, nachvollziehbare und einigermaßen richtige Dienstleistungen erwarten.

Aber das ist noch nicht alles, denn zum guten Messen gehören auch gute Messgeräte, die regelmäßig kalibriert werden und die in Vergleichsmessungen regelmäßig nachvollziehbare und genaue Werte liefern. Für viele Messungen braucht man jeweils ein separates Messgerät. Universalgeräte gibt es nicht, deswegen wird ein guter Baubiologe auch mit mehreren Koffern voller Technik zu seinen Terminen anrücken. Und auf jeden Fall sollte jeder Kunde erwarten, dass der „Experte“ sattelfest ist bei der Benennung der Einheiten bei den einzelnen Messungen, dass er oder sie die Geräte beherrscht und auch erklären kann, was genau gerade gemessen wird.

Lassen Sie sich nicht beeindrucken von der bloßen Nennung großer Zahlen, fragen Sie nach den genauen Einheitenbezeichnungen und nach Grenzwerten bzw. Baubiologischen Richtwerten nach dem Standard der Baubiologischen Messtechnik SBM 2008. Lassen Sie sich die Unterschiede zwischen den Werten erklären.

Natürlich dürfen alle Kunden von guten „Messdienern“ erwarten, dass alle ratsamen und sinnvollen Abschirm- oder Vermeidungsmaßnahmen genannt werden, nicht nur ein Produkt, was der „Experte“ gerade selber verkauft und das -ganz klar – die allerbeste Wirkung hat: Wenn also ein Baubiologe oder Fachberater nur seine eigenen Produkte anbietet und die Auswahl auch noch recht gering ist, dann sollte man schon misstrauisch werden.

Gänzlich das Vertrauen sollte man dann verlieren, wenn von den Messungen keine Aufzeichnungen oder Messprotokolle erstellt werden. Dann können die Messungen nicht von unabhängiger Seite kontrolliert bzw. verifiziert werden und man ist den Aussagen des Fachberaters auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Man sollte sich dann schon genau überlegen, ob man überhaupt etwas bezahlt!

Hier noch einmal die Kurzfassung des oben Genannten: Gute Baubiologen oder baubiologische Messtechniker

– können eine gute Qualifikation nachweisen,
– nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil,
– haben einen Menge an Messgeräten, die kalibriert sind und in Ringmessungen mit anderen Geräten verglichen worden sind,
– können Ihnen alles zu den gemessenen Feldern genau erklären,
– hinterlassen ein Messprotokoll,
– empfehlen aus einer Vielzahl möglicher Sanierungsstrategien die individuelle passende, – haben nichts zu verkaufen, es sei denn auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden.

Wenn Sie Baubiologen finden, die dem entsprechen, dann können sie auch gute Arbeit erwarten.

Uwe Dippold
www.baubiologie-nuernberg.de


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