Wenns halten soll …

Wie oft haben wir hier schon über die Gestaltungsmöglichkeiten geschrieben, die sich aus der gezielten Verwendung von Bildern und Lampen ergeben? Ziemlich oft, wenn man mal nachforscht. Aber was haben Bilder und Lampen gemeinsam, ausser ihrer gestalterischen Funktion?

Sie hängen. Erstere immer und zweitere oft. Was uns zum Thema dieses Artikels bringt, denn wie bleibt ein Gegenstand an einer Wand hängen? Klar, ein leichtes Bild lässt sich mit einem simplen Nagel aufhängen und die Profis nutzen eine Galerieschiene. Aber stopp … auch die muss befestigt werden und dazu genügt definitiv kein Nagel.

Unweigerlich führt einen das zum Dübel, dem wohl bekanntesten Hilfsmittel unter Heim- und Handwerkern. Heutzutage ist das ja einfach, man bohrt ein Loch in die Wand, steckt einen passenden Dübel hinein und dreht die Schraube ein, fertig.

Das war aber nicht immer so, das erste als halbwegs moderner Spreizdübel zu bezeichnende Produkt wurde im Jahre 1910 von John Joseph Rawlings erfunden und zum Patent angemeldet. Er bestand aus Hanfschnur und einem Kleber aus Tierblut.

Immerhin ein Anfang, denn zuvor musste man ein Loch in die Wand stemmen, ein Stück Holz eingipsen und dort die Schraube eindrehen. Das war sowohl umständlich als auch relativ unansehnlich. In alten Gebäuden findet sich diese Art der Befestigung manchmal noch.

Da war so ein Hanfschnur-Konstrukt schon ein Fortschritt. 1926 gab es von der Hamburger Firma Upat den ersten in Deutschland gefertigten Spreizdübel, bestehend aus Blechhülse mit Hanfschnur. Danach ging es Schlag auf Schlag. Neue Patente wurden angemeldet, die Dübel wurden stabiler und einfacher anzuwenden, bis hin zum heute wohlbekannten Fischer-Dübel.

Das Funktionsprinzip ist nach wie vor das gleiche. Der Dübel wird in das Loch gesteckt und die eingedrehte Schraube drückt das Dübelmaterial nach aussen gegen die Lochwandung. Das ergibt eine sichere Verbindung, vorausgesetzt die Wand ist stabil genug und der Lochdurchmesser stimmt.

Da man Heute aber auch poröse Baustoffe kennt und sogar Wände in Leichtbauweise die nur wenige Millimeter Wandstärke aufweisen, gibt es neben der klassischen Version zahllose Spezialdübel für fast alle Anwendungen. Die meisten davon bestehen aus Kunststoff, einige aus Metall und andere aus einer Kombination aus beidem.

Es gibt fast nichts, was es nicht gibt, für den Laien ist das Befestigen von Gegenständen an der Wand also nicht wirklich einfacher geworden. Lediglich die Art der Anstrengung hat sich von einer körperlichen zu einer kognitiven verlagert. Denn man muss den richtigen Dübel erst einmal finden.

Onlineshops halten eine unglaubliche Vielfalt alleine an Fischer-Dübeln bereit und dazu kommen die zahlreichen alternativen Hersteller der verschiedensten Dübel.

Wer sich bei der Auswahl nicht sicher ist, der sollte einen Fachmann fragen und es macht generell Sinn, den Dübel lieber eine Nummer zu groß als zu klein zu wählen. Denn Bilder die von der Wand fallen sind nicht nur peinlich sondern ab einer gewissen Größe auch gefährlich.


Ähnliche Artikel:

Gastautor werden? Möchten Sie gerne einen Gastartikel auf Haus Bau Planung veröffentlichen? Kein Problem, hier finden Sie die nötigen Infos: Gastautoren ... >>

Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen

Keine Kommentare vorhanden

Sorry, the comment form is closed at this time.