Baukosten sparen und energieeffizient wohnen

Sparsames Bauen bedeutet, den Quadratmeterpreis eines Neubaus durch geschickte Planung auf 1.000€ oder weniger zu senken, ohne zwangsläufig auf Komfort verzichten zu müssen. Grundsätzlich können folgende Tipps bei der Bauplanung in Betracht gezogen werden:

  • Es kommt vor, dass die Grundstückskosten größer sind als die des Baus. Das kostengünstige Pachten ist eine gute Alternative zum teuren Kauf. Insbesondere junge Bauherren haben gute Chancen bei ihrer Kommune oder Gemeinde ein Erbbaugrundstück zu erwerben.
  • Ebenerdiges Bauen, der Verzicht auf Geländer, Balkon und Treppen, sowie eine wegsparende Grundstückskonzeption, etwa durch Doppelnutzung von Räumen (z.B. mit einer Wohnküche) verringern den Bauaufwand.
  • Jeder Einschnitt in die geometrische Gleichmäßigkeit eines Zimmers (z.B. durch Erker, Wintergärten oder Heizkörpernischen) bedeutet ein Mehr an Materialkosten und sollte vermieden werden. Das gleiche gilt für Wände: Die Konstruktion von Dachflächenfenstern ist günstiger als eine Gaube.
  • Die Kosten für Bäder lassen sich senken, indem nur nach Bedarf, sprich: nur der eigentliche Nassbereich, gefliest wird.
  • Mit einem Bausatz- oder Fertigkeller kann ein Haus günstig unterkellert werden.
    Porenbeton und Poroton sind nicht nur günstige Bausubstanzen, sondern besitzen auch hervorragende Wärmedämmeigenschaften.
  • Das Reihenhaus zählt zu den günstigsten Hausarten, mit denen eigener Wohnraum realisiert werden kann.

Die Hauptmotivation in Zeiten niedriger Zinsen ein Haus zu bauen, ist die Mietersparnis. Aber wäre es nicht sinnvoll, die zu erwartenden Mehrkosten für Strom und Wärme in die Planung miteinzubeziehen? Die Bauweise spielt in Bezug auf den zu erwartenden Energiebedarf eine erhebliche Rolle. Insbesondere die energetische Planung des Hauses trägt dazu bei, langfristig Nebenkosten zu senken. In den Bereichen, die für die Energieeffizienz des Gebäudes entscheidend sind, sollten hochwertige Bauteile verwendet werden. Dämmung in Fenstern und Wänden sowie größtmögliche Winddichte wirken positiv auf die Kosten-Nutzen-Rechnung einer modernen Heiztechnik-Installation. Der Energiebedarf der Immobilie sinkt erheblich.

Hauptverantwortlich für hohe Stromkosten sind in jedem Haushalt Großgeräte, die ununterbrochen betrieben werden, aber schon so alt sind, dass sie moderne Anforderungen an energieeffizientes Wirtschaften nicht mehr erfüllen: die sogenannte „Weiße Ware“. Beim Austausch dieser Altgeräte gilt: Die Energieeffizienzklasse anhand des neuen EU-Energiespar-Labels prüfen. Geräte mit besonders effizientem Verbrauch erkennt man außerdem am Blauen Engel. Das Einsparpotential sowohl der Neu- als auch Altgeräte ist groß, wenn man sich ihre Funktionsweise vergegenwärtigt. Es sind die Leerlaufverluste des Standby-Betriebs von Fernsehern und Computern, halbvolle Waschmaschinen und Trockner sowie herdnahe Kühlschränke, die uns zwar ein bequemes Leben ermöglichen, aber auf’s Jahr verteilt zu Lasten des Geldbeutels gehen. Hier ist nicht nur das ökologische Gewissen, sondern auch das Bewusstsein für ökonomische Nachhaltigkeit gefragt.

Es müssen nicht immer alle Funktionen dieser Technikwunder genutzt werden. Der Energieverbrauch von Backöfen etwa reduziert sich, wenn auf den Betrieb mit Ober- und Unterhitze verzichtet und stattdessen mit Umluft gebacken wird. Da die Hitze sich gleichmäßig verteilt, beträgt die Backtemperatur jetzt 20-30 Grad weniger. Auch die Auftaufunktion einer Mikrowelle ist bei geschickter Planung überflüssig, denn ein Kühlschrank taut das Gefriergut schonender und ohne zusätzlichen Energieeinsatz auf. Einen weiteren „Luxus“ stellt die 60 Grad-Wäsche und die Vorwäsche dar, auf die verzichtet werden kann. Damit sich in der Maschine trotz der niedrigen Temperaturen keine Keime bilden, sollte sie regelmäßig, am besten durch einen Kochwaschgang mit Handtüchern oder Bettbezügen, aufgeheizt werden.

Auch das Wie entscheidet: Gibt es eine effizientere Art ein Gerät in die Haustechnik zu integrieren, sollte diese genutzt werden: Alles, was im Haushalt oft ein- und ausgeschaltet wird, sollte automatisiert abgeschaltet werden. Etwa durch Vorschaltgeräte, die unnötige Energieflüsse unterbrechen, indem sie Geräte im Standby-Modus automatisch vom Strom trennen. Das lohnt sich vor allem für Unterhaltungselektronik sowie Computer- und Peripheriegeräte, da die Vorschaltgeräte deutlich weniger Strom als das Hauptgerät verwenden. Einige Stromversorger (z.B. die Stadtwerke Aachen und Emden) bezuschussen die Anschaffung von Neugeräten durch eine Prämie.

Ein weiterer Kostenfaktor sind Außenbeleuchtungen im Dauerbetrieb. Grundsätzlich ist es ratsam, mögliche Einbrecher durch Außenlampen aus dem Schutz der Dunkelheit zu holen – sie müssen aber nicht die ganze Nacht leuchten. Dafür gibt es Infrarot-Bewegungsmelder mit eingebautem Dämmerungsschalter, die den Bewegungsmelder erst im Dunkeln aktivieren. Auch durch Tag-Nacht-Sensorschalter mit Zeitschaltuhr lässt sich die Funktion des Bewegungsmelders auf die Nachtzeit reduzieren. Ob der Eigenverbrauch dieser Geräte tatsächlich kleiner ist als die Lampen, die gesteuert werden, verrät ein Blick auf’s Datenblatt. Ist er nur unerheblich kleiner, lohnt sich der Dauerbetrieb einer LED- oder Stromsparlampe.


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