Sonnenschirme …

Mürrische Zeitgenossen werden jetzt mit düsterem Blick zum Himmel die Frage stellen, wozu es gerade jetzt an dieser Stelle einen Artikel über Sonnenschirme geben sollte? Wären doch Regen- oder gar Schneeschirme aktuell viel passender. Aber das Wetter wird ja nicht ewig so grau bleiben, die Sonne kommt auch bei uns in Deutschland früher oder später wieder heraus. Also doch Sonnenschirme.

Noch vor wenigen Jahrzehnten wäre ein solcher Artikel reichlich kurz geworden, kannte man doch damals genau eine Bauform des Sonnenschirms. Eine Stange in der Mitte und darüber, ähnlich aufgebaut wie ein klassischer Regenschirm, eine aufklappbare Haube.

Dabei sind Sonnenschirme schon sehr lange bekannt, erste Darstellungen stammen aus dem Altertum. Sie waren in Persien, Ägypten und China verbreitet und Hinweise finden sich in altgriechischen und altrömischen Texten.

Eine blasse Haut war eben ein Zeichen von Vornehmheit, nur Bauern waren sonnengebräunt. Die Oberschicht konnte sich große Baldachine leisten, die in der Regel von Dienern gehalten und ausgerichtet wurden.

Während des 17. Jahrhunderts kamen dann mehr und mehr kleine tragbare Schirme auf, die sich von unseren heute bekannten Regenschirmen nur durch die fehlende Wetterfestigkeit unterschieden. Bis in die „goldenen Zwanziger“ hinein gehörte so ein Schirm zu den Standardaccessoires der feinen Damen.

Größe, Farbe, Material und Bauart wechselten mit der Mode, wie man es auch von Schuhen und Handtaschen kennt. Irgendwann kam dann eben die größere Version davon auf, mit der festen Stange in der Mitte, dem schweren Standfuß und der quietschbunten Eiswerbung darauf.

Eine einfache Konstruktion, aber nicht immer praktisch, denn die Stange in der Mitte war fast ständig im Weg. Speziell dann, wenn im Garten oder auf der Terrasse eine Sitzgruppe mit Tisch in der Mitte überschattet werden sollte.

Entweder stand der Schirm neben dem Tisch und einige der Gäste mussten in der Sonne sitzen oder der Tisch hatte ein Loch für die Schirmstange. Dann war aber die Position des Schattenspenders festgelegt und kam die Sonne von der Seite, saßen die Gäste wieder in der Hitze.

Man versuchte das Problem zu lösen, indem einfach der Schirm so groß gemacht wurde, dass er auf jeden Fall genug Schatten warf. Aber nicht jeder Garten und schon gar nicht der Balkon bot genug Platz für solche Monstrositäten.

Mit der Zeit wurden die Konstruktionen aber ausgefeilter und schließlich kamen die sog. Ampelschirme auf. Die haben ihre Haltestange an der Seite und die Haube hängt an einem schwenkbaren Ausleger. So steht der Schattenspender nicht mehr im Weg.

Auf den ersten Blick sehen diese Konstruktionen zwar recht empfindlich auf, aber sie sind stabiler als man glauben mag. Einer meiner Kunden hat sich letztes Jahr einen Ampelschirm zugelegt und ist damit mehr als zufrieden. Nun muss nur der Frühling endlich kommen, damit er seinen Schirm aus dem Keller holen und wieder aufstellen kann. Aber daran kann auch die beste Konstruktion nichts ändern.


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