Die Farbe des Stroms

Jedes Kind weiß heutzutage, dass Kühe lila sind und Strom gelb. Obwohl er eigentlich grün sein sollte, aber letztendlich völlig farblos aus der Steckdose kommt. Das verwirrt ungemein und die übrigen gut 900 Stromanbieter die sich den Markt derzeit teilen, ob farbig oder nicht, machen es auch nicht übersichtlicher.

Da verwundert es nicht, dass sich viele Menschen erst gar keine Gedanken darüber machen, bei welchem Anbieter sie ihren Strom beziehen, sie nehmen einfach den örtlichen Versorger und vertrauen darauf, dass er schon vernünftige Preise machen wird.

So dumm ist das gar nicht, tatsächlich bieten lokale Versorger oft einen sehr günstigen Tarif an. Oft, aber nicht immer und manchmal erlebt man sein blaues Wunder, wenn der örtliche Anbieter deutlich teurer ist als die Konkurrenz.

Gelegentlich sogar teurer als Ökostromanbieter wie die Elektrizitätswerke Schönau, bei denen ich seit geraumer Zeit Kunde bin. In meinem Fall ist der Ökostrom deutlich günstiger als der von der örtlichen, nicht ganz unbekannten, Konkurrenz.

Sicher fände sich auch ein noch günstigerer Tarif, aber wenn es Ökostrom sein soll, eben nicht. Da kommt der berühmte gelbe Strom von Yello halt nicht in Frage, auch wenn er sich finanziell rentieren würde.

Wobei die Unterschiede bei einem Dreipersonenhaushalt nicht so gravierend sind, da muss eben jeder selbst entscheiden, was er möchte und an welche Art von Kraftwerk er seinen Obulus entrichten möchte.

Kernkraft kommt für uns jedenfalls nicht in Frage, einmal wegen der Gefahren für Gesundheit und Umwelt, aber auch wegen der horrenden Kosten, die Dank unserer wirtschaftshörigen Regierung über Steuergelder auf uns zurückfallen. Denn im Strompreis sind weder die Entsorgung des radioaktiven Mülls noch mögliche Gefahren enthalten, das trägt praktischerweise der Steuerzahler.

Wobei man auch beim Ökostrom vorsichtig sein sollte. Es macht wenig Sinn, den vor der Küste durch Windkraft erzeugten Strom quer durchs Land zu schicken, nur weil er grün ist. Denn die Leitungsverluste sind enorm, ganz zu schweigen von den Gesundheitsgefahren durch noch mehr Überlandleitungen.

Gelegentlich wird auch Energie aus Palmölkraftwerken als Öko verkauft, obwohl die fast noch mehr Schaden anrichtet als jede andere Form der Energieerzeugung. Auch die gerade modernen Biomassekraftwerke nützen nicht viel, wenn auf unseren Feldern anstatt Nahrung nur noch Biomasse angebaut wird – und wir die Nahrung dann aus Osteuropa herankarren.

Gut beraten sind natürlich die Hausbesitzer, die sich ihren Strom selber erzeugen, durch Photovoltaik beispielsweise. Aber halt, die Produktion der Solarzellen muss auch mit einbezogen werden und die ist leider so gar nicht ökologisch.

Wie man es dreht und wendet, das Thema Energie ist komplex und man muss sich schon genau informieren, wer was anbietet und auf welche Art und Weise. Der beste Weg ist immer noch das Einsparen von Energie, rund 80% aller im Haushalt verwendeten Geräte sind bei genauerer Betrachtung ohnehin völlig Sinnfrei – aber das ist halt wieder eine Glaubensfrage.


Ähnliche Artikel:

Gastautor werden? Möchten Sie gerne einen Gastartikel auf Haus Bau Planung veröffentlichen? Kein Problem, hier finden Sie die nötigen Infos: Gastautoren ... >>

Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen

2 Kommentare

Sorry, the comment form is closed at this time.