Sicherheit auf der Baustelle

Die Unfallhäufigkeit auf deutschen Baustellen ist im Schnitt doppelt so hoch wie bei der gewerblichen Wirtschaft. Zudem haben Baustellen-Unfälle in der Regel weitaus höhere Folgen als in anderen Wirtschaftszweigen. Dies zeigt wie wichtig es ist, die eigene Baustelle, sei es beim Neubau, einer Modernisierung oder Renovierung, ausreichend abzusichern. Wie das geht, zeigt dieser Artikel.

Maßnahmen für Bauherren

Das für Arbeitgeber geltende deutsche Arbeitsschutzrecht wird von der Baustellenverordnung um folgende Pflichten für den Bauherrn ergänzt:

Bei der Planung und Ausführung des Bauvorhabens gelten die allgemeinen Grundsätze nach § 4 Arbeitsschutzgesetz. Das bedeutet, dass die Arbeit so zu gestalten ist, dass die Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst ausgeschlossen werden kann. Gefahren müssen zudem an Ort und Stelle bekämpft werden.

Das Bauvorhaben muss dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt angekündigt werden, wenn es sich um eine größere Baustelle handelt.

Für die Planung und Ausführung des Bauvorhabens sollten einer oder mehrere geeignete Koordinatoren beauftragt werden.

Für große Baustellen und/oder besonders gefährliche Arbeiten sollte ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan erarbeitet werden.

Bauherren können allerdings auch Dritte mit diesen Pflichten beauftragen. Dazu gehören beispielsweise: Ingenieur- oder Architekturbüros und Generalübernehmer. Die Beauftragung muss allerdings schriftlich und vor allem rechtzeitig erfolgen.

Sicher ist sicher

Grundsätzlich gilt: Bauherren haften für alles, was auf ihrer Baustelle geschieht, es sei denn, sie haben einer dritten Person die Haftung übergeben. Für alle anderen wird die Bauherren-Haftpflicht empfohlen. Sie schützt den Bauherrn nicht nur dann, wenn ein Mitarbeiter verletzt wird. Die Versicherung wird in der Regel direkt nach dem Kauf des Grundstücks bzw. vor dem ersten Spatenstich abgeschlossen.

Bauherren sollten allerdings auch darauf achten, dass auf ihrer Baustelle funktionierende Werkzeuge genutzt werden. Das gilt sowohl beim Hausbau in Eigenregie als auch durch ein Bauunternehmen. Kommt es zu einem Unfall, dann haftet der Bauherr für eventuelle Folgen. Werkzeug für den Hausbau können Bauherren im Internet kaufen oder ausleihen.

Warnhinweise und Absicherungen

Baustellenschilder sollten bei keinem Bauvorhaben fehlen. Mit diesen Schildern werden fremde Personen darauf hingewiesen, dass der Zugang zur Baustelle verboten ist. Zwar sind solche Schilder Pflicht, im Ernstfall schützen sie den Bauherrn aber nicht vor den Ansprüchen Dritter. Auch die Aufschrift „Eltern haften für ihre Kinder“ ist nutzlos. Hier hilft nur eine entsprechende Versicherung.

Ebenfalls wichtig ist die Absicherung des Grundstücks. Dazu gehört sowohl die Absicherung des Baulands als auch entsprechende Absturzsicherungen für die Bauarbeiter. Ein Sturz aus mehreren Metern Höhe endet häufig fatal.

Übrigens: Bauherren müssen sogenannte maximale Sturzhöhen einhalten. Ein Bauarbeiter darf dementsprechend im Ernstfall nicht tiefer fallen, als die maximal festgelegte Sturzhöhe.


Ähnliche Artikel:

Gastautor werden? Möchten Sie gerne einen Gastartikel auf Haus Bau Planung veröffentlichen? Kein Problem, hier finden Sie die nötigen Infos: Gastautoren ... >>

Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen

Keine Kommentare vorhanden

Sorry, the comment form is closed at this time.