Das Plusenergiehaus – das Haus der Zukunft?

Die Diskussionen um Atomenergie und ökologische Alternativen nehmen zu. Die steigenden Stromkosten und die Sorge um Ölressourcen lassen insbesondere Bauherren nicht kalt. Die Plusenergiehäuser könnten eine Alternative sein. In einem Themen-Special der Zeitschrift Mein Schönes Zuhause³ kann eine Erklärung der wichtigsten Begriffe im Bereich Plusenergie nachgelesen werden.

Der Name ist Programm

Wie der Name schon impliziert, ist ein Plusenergiehaus ein Gebäude, das derart gut gedämmt ist, dass es mehr Energie erzeugt, als es für Heizung, Strom und Warmwasser verbraucht. In den warmen Monaten produziert das Haus mittels der Solaranlage Strom im Überschuss, das ins öffentliche Netz eingespeist werden kann. Im kalten Winter können Defizite durch den Strombezug aus dem Netz wieder gedeckt werden. Wie viel überschüssige Energie ein derartiges Haus abwirft, lässt sich nicht pauschalisieren. Je nach Objekt, architektonischer und technischer Ausstattung können die Überschüsse etwa bei 1500 bis 3000 Kilowattstunden pro Jahr liegen. Zum Vergleich: Ein Zweipersonenhaushalt benötigt im Jahr durchschnittlich 3000 Kilowattstunden.

Überschüssiger Strom sinnvoll genutzt

Wer den Strom ins öffentliche Netz einspeist, bekommt eine sogenannte Einspeisevergütung. Seit April 2012 gelten hier neue Sätze, allerdings gibt es auch einige Übergangsregelungen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Überschüsse für ein Elektroauto zu nutzen. Ein Überschuss von 3000 Kilowattstunden lässt eine Laufleistung von umgerechnet 30.000 Kilometern zu. Auf diese Weise kann man sein Fahrzeug gratis „betanken“.

Leider gibt es derzeit nur sehr begrenzte Möglichkeiten, den Strom zu speichern, damit er im Winter genutzt werden kann. Es ist allerdings zu erwarten, dass die technischen Fortschritte in den nächsten Jahren in diesem Segment stark zunehmen werden. Heute können durch Speichertechniken aber schon etwa 80 Prozent des eigenen Stromverbrauchs gedeckt werden. Der Bewohner des Plusenergiehauses ist zwar nicht komplett autark, benötigt aber nur eine vergleichsweise geringe Strommenge von anderen Energieversorgern.

Standorte in Deutschland

Grundsätzlich lässt sich an jedem Standort in Deutschland ein Plusenergiehaus bauen, allerdings muss das Haus in einer solchen Umgebung gebaut werden, dass Wasser und Windenergie für den Plusenergie-Standard ausreichen. In der Sonnenhochburg Freiburg im Breisgau gibt es bereits Modellsiedlungen, aber auch in Berlin gibt es nun ein Plusenergiehaus.


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