Das Tao des Heimwerkens

Die Heimwerkersaison beginnt. Gut, eigentlich ist immer Heimwerkersaison, denn schließlich gibt es auch im Haus mehr als genug zu tun, was sich auch im Winter erledigen lässt. Dennoch füllen sich die Baumärkte gerade im Frühjahr wieder ganz besonders mit Männern mittleren Alters, die kistenweise Werkzeug kaufen.

Mich selbst schließe ich da gar nicht unbedingt aus, auch wenn sich meine Werkzeugkäufe mittlerweile in Grenzen halten. Irgendwann ist man halt doch ausgerüstet und wenn man ordentliche Geräte erworben hat, halten sie auch eine ganze Weile.

Zudem ist meine Zeit berufs- und nachwuchsbedingt eher knapp und so hält sich auch mein Heimwerkerdrang in Grenzen. Obwohl genug Arbeit da wäre, gerade der Garten – und wenn er noch so klein ist – könnte ein wenig Aufmerksamkeit vertragen.

Übrigens scheinen auch unter meinen Feng Shui Beratungskunden einige passionierte Heimwerker zu sein, immer wieder erreichen mich Fragen zu geplanten Umbauten an Wohnung und Haus. Oft genug wird schnell klar, dass der Hausherr oder die Hausdame selber Hand anlegen.

Aber in den Baumarkt muss man eigentlich gar nicht zwingend, denn es gibt mittlerweile nahezu alles was das Herz begehrt auch online. Anstatt sich am Samstag Nachmittag zwei Stunden an eine Baumarktkasse zu stellen, kann man auch bequem einen Werkzeug Onlineshop aufsuchen.

Dort lässt es sich ebenso stöbern wie im realen Laden, was letztendlich auch die gleichen Konsequenzen hat – ein geplündertes Konto und jede Menge Spielzeug für Erwachsene. Da geht dann schon mal eben ein verlockendes Multifunktionswerkzeug von Dremel mit, obwohl man eigentlich nur einen neuen Schraubenziehersatz kaufen wollte.

Aber so ist das eben, man muss halt auch beim Werkzeugkauf manchmal dem Tao folgen, da kann man nichts machen. Nur das Prinzip „Handeln durch Nichthandeln“ bringt einen nicht weiter, obwohl so mancher Heimwerker anstatt zu arbeiten dann doch lieber mit dem Nachbarn ein Bier trinkt. Also doch wieder ein rein daoistisches Prinzip.

Handeln durch Nichthandeln für Heimwerker. Das erklärt dann auch, warum es immer noch berufsmäßige Handwerker gibt. Denn immer da, wo der Hausherr mit dem Handeln aufgehört hat, gibt es wieder Arbeit für den Profi. Die nebenbei bemerkt auch noch billiger kommt als das Selbermachen, immerhin muss man dafür auch die Kosten für sinnlos eingekauftes Spielzeug und kistenweise Bier hinzurechnen.

Mit überaus motivierten Grüßen
Roland Steiner
Heimwerker


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