Fertighaus. Billigbau oder gute Alternative?

Kommt die Sprache auf Fertighäuser, triften die Meinungen der Bauherren oft weit auseinander. Gerade diejenigen die vielleicht schon vor ein paar Jahrzehnten gebaut haben, sehen das Fertighaus sehr kritisch.

Damals war die Technik noch nicht ausgereift, zudem wurden Fertighäuser oft mit festen Grundrissen aus dem Katalog verkauft. Geringe Flexibilität und das Image eines Baukastenhauses waren die Folge.

Heute sieht das freilich ganz anders aus, einige Haustypen sind grundsätzlich Fertighäuser. Holzhäuser beispielsweise, denn niemand käme auf die Idee, direkt auf der Baustelle mit einem Haufen Balken und Bretter anzurücken und vor Ort ein Haus zu bauen.

Diese Gebäude werden immer in der Werkstatt vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengefügt. Das hat den Vorteil, dass so ein Haus in wenigen Tagen steht und je nach Innenausstattung schon nach einer Woche bezugsfertig ist.

Erreicht wird das im Holzhaus unter Verzicht auf sämtliche feuchten Baustoffe, selbst der Estrich wird als Trockenestrich verlegt. Baufeuchte gehört damit natürlich ebenfalls der Vergangenheit an, den Baubiologen wirds freuen. Fenster, Türen und Installationen sind schon eingebaut und manchmal sind sogar die Fliesen für das Bad schon an den Wänden.

Die Grundrisse solcher Häuser sind ebenso flexibel wie die aller anderen Objekte, denn ein Fertighaus wird schon lange nicht mehr mit fertigem Grundriss verkauft, von ein paar besonders günstigen Exemplaren mal abgesehen.

Ein Fertighaus wird heute individuell vom Architekten oder Bauplaner erstellt und somit perfekt auf die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner abgestimmt. Somit sind auch Planungen mit Hilfe der chinesischen Raumpsychologie Feng Shui möglich und natürlich die Ausrichtung auf geomantische Gegebenheiten.

Ob ein Haus fertig geliefert oder Stein auf Stein gebaut wurde sieht man hinterher nicht mehr, selbst Holzhäuser sind nicht zwingend als solche zu erkennen. Denn auch sie lassen sich verputzen oder mit allen möglichen Fassadenmaterialien verkleiden.

Ein finanziell besonders attraktives Konzept sind Selbstbauhäuser, bei denen der Bauherr die gelieferten Einzelteile nach einer Anleitung selbst zusammenbaut. Oder nur einen Teil davon, je nach Geldbeutel.

So kann man sich beispielsweise den Rohbau aufstellen lassen, aber das Dach selber decken und den Innenausbau selber machen. Oder man lässt sich nur die Bodenplatte gießen, mietet sich einen Kran und baut alles selber. Dabei steht einem natürlich ein Architekt oder Bauingenieur zur Seite, der die einzelnen Schritte überprüft.

Dass diese Art des Hausbaus nur für Menschen geeignet ist, die nicht nur handwerklich geschickt sind, sondern wissen was sie tun, muss allerdings klar sein. Auch eventuelle Garantieleistungen der Baufirma fallen dann natürlich deutlich schmaler aus.


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