Qi-Fluss mal ganz anders

parkhausDie chinesische Raumpsychologie Feng Shui bedient sich ja relativ vieler abstrakter Konzepte und den dazugehörigen Denk- und Erklärungsmodellen. Eines davon ist das Konzept des Qi und der dazugehörige Qi-Fluss.

Freilich ist das Qi keine physikalische Größe die durch ein Gebäude fließen könnte, zumindest hat die Physik noch keinen Beweis für so etwas erbracht, aber als Modell zur Analyse der Raumwirkung ist der Qi-Fluss ein wertvolles Werkzeug.

So weit kennt das jeder Feng Shui Berater. Aber auch außerhalb des Feng Shui ist der Qi-Fluss ein gerne genutztes Werkzeug bei der Planung von Gebäuden, auch wenn er dann nicht so heißt und ein Architekt auch niemals zugeben würde, dass eine seiner Methoden mit der chinesischen Raumpsychologie übereinstimmen könnte.

Ganz deutlich wird die Anwendung des Qi-Flusses bei einer ganz bestimmten Art von Gebäude, nämlich bei Parkhäusern. Darauf gekommen bin ich bei der Lektüre eines Buches, das sich mit der Entwicklung von Parkhäusern beschäftigt, nämlich „Parkhäuser“ von Joachim Kleinmanns.

Das Interessante an gerade diesem Gebäudetyp ist ja, dass er sich nicht wie Wohn- oder Geschäftsgebäude über die Jahrhunderte entwickeln konnte, sondern mit Aufkommen des Automobils quasi aus dem Nichts erschaffen wurde. Vorher brauchte man diese Art von Gebäude einfach nicht.

Nachdem die ersten Automobile aber recht schnell begannen, die Innenstädte zu verstopfen und zwar nicht im fahrenden sondern im stehenden Zustand, kam man auch schnell auf die Idee, sie übereinander zu stapeln. Das Parkhaus war geboren und mit ihm die Überlegung, wie man die Autos nun jeweils schnellstmöglich hinein und wieder hinaus bekommt.

Mal abgesehen von den mechanischen Parkhäusern mit Aufzügen und Verschiebesystemen, kam da recht schnell der Qi-Fluss ins Spiel, hier in seiner Form als Verkehrsfluss. Spitze Ecken wurden vermieden, die beste Steigung der Rampen und die bequemsten Kurvenradien ermittelt und so weiter.

Feng Shui Beratern hätte das die hellste Freude bereitet, leider hat sie niemand gefragt und so mussten die Architekten auch hier bei Null anfangen. Was sie im Laufe der Zeit auch ganz gut hinbekommen haben, sieht man von einigen krassen Fehlschlägen mal ab.

So manches Parkhaus war nicht gerade kundenfreundlich und auch Heute gibt es noch Exemplare in die man sich besser nur mit einer guten Rückfahrkamera und einklappbaren Außenspiegeln hineinbegibt. Wobei sich beides nachrüsten lässt, vielleicht ergattert man zu Weihnachten ja einen Conrad Gutschein und hat etwas handwerkliches Geschick zum Einbau, dann könnte man die Parkgaragen künftig vielleicht noch enger bauen und müsste sich über die Bedürfnisse des Autofahrers gar keine Gedanken mehr machen. Und über den Qi-Fluss schon gar nicht.

Roland Steiner


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