Der elektrische Strom, ein paar Anregungen …

wasserkraftwerkVor ein paar Tagen hatten wir hier das ökologisch relevante Thema der Wasch- und Reinigungsmittel. Heute geht es um ein nicht minder spannendes Thema und zwar den elektrischen Strom.

Aus unseren Haushalten ist er nicht mehr wegzudenken und spätestens seit der Katastrophe in Japan ist die Erzeugung desselben wieder in aller Munde, obwohl das ja nicht der erste GAU in einem Kernkraftwerk war. Kaum jemanden findet man, der momentan nicht gegen die Kernkraft wäre und das Abschalten der unsicheren Kraftwerke fordern würde.

Seltsamerweise beschränkt sich das alles aber nur auf theoretische Diskussionen, denn auf der anderen Seite beziehen genau die Menschen, die am lautesten schreien ihren Strom selbst von den Betreibern der Kernkraftwerke und denken weder an eine Alternative noch an das Stromsparen.

Da muss dann zwar unbedingt sofort etwas getan werden, aber bitte immer nur die Anderen. Man selbst kann gerade nicht den Stromanbieter wechseln, weil … man sich das nicht leisten kann … man nicht weiß wie …. man gerade soo viel anderes um die Ohren hat … und Stromsparen geht eh nicht, weil …

Dabei gibt es schon lange wirklich gute Alternativen und damit sind nicht die diversen greenwashing-Angebote der großen Energiekonzerne gemeint, die ein paar Windräder aufstellen und dann behaupten Ökostrom zu liefern. Nein, damit sind die wenigen Energieerzeuger gemeint, die echten Ökostrom produzieren und zwar ausschließlich.

Die wohl bekanntesten unter ihnen sind seit langem Greenpeace Energy und EWS.

Beide sind lediglich ein paar Cent pro Kilowattstunde teurer, beziehen ihren Strom aber aus tatsächlich ökologisch sinnvollen und nachhaltigen Quellen. Auch Palmöl, welches aufgrund seiner zerstörerischen Produktion so schädlich ist, wird nicht verbrannt.

Der Wechsel ist denkbar einfach, das Stromnetz und damit der Hausanschluss bleiben ja gleich, lediglich das Geld fließt zu einem anderen – besseren – Stromanbieter. Man füllt ein Formular aus, liest seinen Zähler ab und bekommt anschließend die Stromrechnung vom neuen Anbieter. Das war es auch schon.

Und das Argument mit dem Preis zählt auch nicht wirklich, 3-4 Cent pro Kwh mehr, das kann sich fast jeder leisten und wer wirklich glaubt, Atomstrom sei billig, der hat noch nicht nachgerechnet. Denn in den billigen Stromkosten sind weder die Lagerung und Entsorgung des radioaktiven Mülls enthalten noch die ökologischen und sozialen Folgen des Uranabbaus – das zahlen wir alle über unsere Steuern, noch auf den Strompreis drauf und noch über viele Generationen hinweg. Je länger wir die Kraftwerke betreiben, desto höher werden die Folgekosten.

Lediglich die Verbraucher, die wegen einer elektrischen Nachtspeicherheizung oder eines elektrischen Boilers auf den günstigen Nachttarif angewiesen sind, haben ein Problem, solche Tarife gibt es bei echtem Ökostrom meines Wissens nicht. Diese Verbraucher müssen wohl oder übel noch so lange Atomstrom beziehen, bis sie ihre veralteten Anlagen gegen modernere Lösungen getauscht haben.

Aber wer es wirklich ernst meint mit der Atomstromdiskussion, der wird das auch hinbekommen.

Roland Steiner


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