Orte der Kraft, Teil 2

Kraftberg in SüdtirolFortsetzung von Teil 1

Über die Welt verstreut sind alle großen Berge Kraftplätze, die für ihre Umgebung sehr wichtige Energieträger sind, an vorderster Stelle der Mount Everest als höchster Berg der Welt mit 8848m, wenn man von einer mittleren Meereshöhe ausgeht.

All diesen natürlichen Kraftplätzen und noch einigen weiteren ist eins gemeinsam: sie werden durch zuviel sensationsgierigen Tourismus fortwährend entkräftet. Die richtige Achtung und die rechte Annäherung findet nicht mehr statt und somit werden diese Plätze langsam in einem materiellem Umformungsprozess ihrer ursprünglichen Macht und Spiritualität beraubt und verkommen zu ausbeutbaren Touristenattraktionen.

Leider machen wir diese Erfahrungen auch bei uns in Österreich, zum Beispiel mit der wunderbaren Altstadt von Salzburg, der die Anerkennung als Weltkulturerbe auch nichts mehr helfen wird. Oder dem Großglockner auf dem fast schon so viel Müll abgeladen wurde wie am Mt. Everest. Trotzdem gibt es auch in Österreich noch unversehrte Kraftplätze wie zum Beispiel der Michelberg bei Korneuburg, oder einige fast vergessene Plätze im Waldviertel, wie die Skorpionsteine bei Kautzen. Diese erhielten ihren Namen durch große Steinblöcke im Wald, verhältnisgleiche Lage in Abstand und Verteilung, wie die Anordnung der Sterne im Zeichen des Skorpions am Firmament.

Der Totenkopfstein und Drachenstein bei Ysper, die eine monumentale Felsformation von gewaltigen Dimensionen sind. Der Wachtstein in Traunstein, die Weltkugel im Oberrosenauerwald, das Teufelsbett der Blockheide bei Gmünd, der Doppelwackelstein bei Heinrichs, der Herzstein bei Ysper, die Steinpyramide bei Oberneustift, der Kierlingstein nahe Wurmbrand oder der Wackelstein bei Schmerbach sind einige Kraftplätze allein im Waldviertel und auch hier ist die Aufzählung mehr als unvollständig!

Auch in Wien gibt es Verborgenes, wie den Platz über der sogenannten „Virgilkapelle“, wo sich ein bedeutender Erdakupunkturpunkt befindet. Dieser Kuppelraum wurde beim U-Bahnbau in den 1970er Jahren wiederentdeckt, aber gleichzeitig mit diversen Betoneinbauten schwer in Mitleidenschaft gezogen, sodass der Akupunkturpunkt teilweise abgelenkt wurde und an zwei Stellen austritt. Der Kahlenberg und der Leopoldsberg beschützen Wien im Norden und die „Spinnerin am Kreuz“ (höchster Punkt der Triesterstraße) im Süden.

Viele Kraftplätze sind mit hochaufgeladenen Energielinien miteinander verbunden, den sogenannten „Leylines“. Auch solche Linien sind Orte der Kraft und haben eine starke Wirkung. Man sieht auch „Wege“ können Ort der Kraft sein. Pilgerwege sind durch ihre immer wiederkehrende Begehung von Menschen mit gleichem Ziel zu solchen Orten der Kraft geworden. Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Nordspanien ist ein berühmtes Beispiel für so einen geomantischen Weg.

Dies zeigt aber auch sehr deutlich, dass ein Ort der Kraft zumeist nicht allein von Erd- oder kosmischen Energien eingesetzt worden ist, sondern es der Mensch mit seinen Energien, Gedanken und Absichten ist, der den Platz erst zu seiner hohen Energie verhilft. Geomantische Situationen sind nichts Statisches, sondern, so wie alles andere auch – der ständigen Veränderung und Erneuerung unterworfen und in einem dualen System eingebunden.

Das heißt, dass die Energien eines Ortes auch abziehend, negativ, ja sogar krankmachend sein können. Die Erkenntnisse der Geomantie können daher auch missbräuchlich verwendet werden. Die Wiener Flagtürme, drei Zwillingsbauten aus unglaublich viel Beton (4m dicke Wände, 6m dicke Decken!) wurden nach geomantischen Gesichtspunkten zur Unterstützung der Kriegsführung ausgeführt. Albert Speer, Hitlers Architekt hatte viel geomantisches Wissen und verwendete es ausschließlich für Kriegsziele seines Führers, was letztlich nicht erfolgreich sein konnte. Jeder agitatorische Einsatz der Geomantie für niedere Beweggründe muss scheitern.

An Orten, an denen Hinrichtungen stattfanden, besonders brutale Kriegshandlungen oder Seuchenbekämpfungen durchgeführt wurden, sind Boden und Ort von diesen Ereignissen geprägt. Und solange keine neue Information bewusst zugeführt wird, werden solche Orte ihre bedrückende Energie weiterhin ausstrahlen.

Da nun unsere Umgebung zumeist nicht mit bewusster neuer Information ausgestattet ist, liegt es an uns dies willentlich durchzuführen. Denn die Kraftplätze in uns, diese Energiequellen erster Güte, stehen im ständigen Dialog mit der Umwelt. Wir können sehr viel für eine Verbesserung unserer Umwelt oder eine richtige Öffnung eines schlummernden Kraftplatzes tun.

Neben den bekannten und stark besuchten Kraftplätzen der Erde, gibt es viele Orte, die mit unterschiedlicher Intensität und Qualität als Kraftplatz erkannt werden können. In Ihrer Wohnung oder dem Garten in der Ortschaft, in der Sie wohnen, überall können solche Plätze gefunden werden.

Der „Geomant“. Sein Gebiet ist die „Geomantie“: Geo = Erde, Mantie = Befragung, die Kunst also, die Erde an einem bestimmten Ort zu „befragen“ und energetische Standortqualitäten festzustellen. Solche Qualitäten sind sehr unterschiedlich hinsichtlich Stärke, Intensität, polarer Gegebenheit und vor allem in ihren Auswirkungen auf den Menschen und seine Umgebung. Auch alle Bezüge und Einflüsse der näheren oder weiteren Umgebung müssen mitberücksichtigt werden. Man stellt nun diese Energien mittels verschiedenster Wünschelruten, Biotensor, Pendel oder mit feinfühligen Wahrnehmungen fest.

Überprüft wird die polare Situation – rechts, linksdrehend, oder als Lemniskatbewegung, was soviel wie rechts und linksdrehend zur gleichen Zeit bedeutet. Weiters wird festgestellt, ob sich die Energie pulsierend oder linear ausbreitet.

Es wird die Intensität festgestellt, bezogen auf den menschlichen Körper, die Ausdehnung auf, unter oder über der Erde, manche Linien oder Orte befinden sich in einiger Höhe, oder treten erst in einiger Höhe aus.

Zur allgemeinen Verständigung unter den Geomanten wurde von der Schweizer Geomantin Blanche Merz ein System der Energiestärkenbestimmung entwickelt, welches ursprünglich im Weinbau Verwendung fand. Dieses System wird mit der Einheit „Bovis“ in absoluten Zahlen bestimmt. Dabei sind niedrige Boviswerte als abziehend und nicht förderlich eingestuft und zwischen ca. 6000 und 9000 Bovis ist der menschliche Durchschnittswert an Energie für sein tägliches Leben gegeben, darüber liegende Boviswerte führen bereits Energie zu, und ab 15000 Bovis beginnt der heilende Einfluss. Alle höher schwingenden Plätze sind als „Kraftplätze“ zu bezeichnen und es können auch Werte weit über 100.000 Bovis vorkommen. Es ist allerdings immer auch eine Verbindung des Messenden mit seiner Skala gegeben, was diese Einteilung als eine zum Teil recht relative Vergleichbarkeit ausweist. Trotzdem ist die Einführung einer derartigen Maßtabelle eine große Hilfe für die Bewertung eines Platzes und der Kommunikation unter den Geomanten geworden.

Die Plätze in unserer Umgebung, die wir als Kraftplätze einrichten wollen, sollten nun einigen Kriterien entsprechen und vor allem von unserem inneren Kraftplatz ausgewählt worden sein. Bei Carlos Castaneda (der Schüler) lässt Don Juan (der Schamane) seinen Schüler auf dessen eigener 20m2 Terrasse „seinen“ Kraft-Platz suchen, und alle Plätze, die der Schüler vorschlägt, werden von Don Juan als „nicht aus dem Inneren kommend“ abgelehnt, und erst als Carlos am Abend irgendwo erschöpft hinsinkt und sofort einschläft, ahnt er nicht, dass genau dies „sein“ Kraft-Platz ist.

Also müssen wir lernen auf unsere Innere Stimme zu hören, ihr Gewicht zu verleihen und mit diesem untrüglichen Werkzeug Orte der Kraft zu erkennen oder solche für uns zu schaffen. In meditativer Haltung und mit offenem Herzen werden wir jene Informationen verankern, die uns stärken und uns bei unserem Tun unterstützen werden. Oft schon ganz kleine Maßnahmen zeigen starke geomantische Wirkung. In der Wohnung, im Schlafzimmer, (welches ein starker Kraftplatz sein sollte!), oder im Garten, dem Vorplatz oder auf dem Balkon – überall kann man sich einen „Kraftplatz“ schaffen.

Weiter zu Teil 3

Architekt
Dipl. Ing. Werner Vogl
Staatlich beeideter und befugter Ziviltechniker
www.architektur-und-geomantie.at


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