Teil 2: Funktionsweise eines Kompass

Lo Pan Feng Shui KompassFortsetzung von Teil 1

Bevor man sich mit der praktischen Handhabung eines Kompass auseinander setzt, sollte man sich ein paar Gedanken darüber machen was ein Kompass überhaupt anzeigt und wie er das tut. Denn entgegen der landläufigen Meinung zeigt eine Kompassnadel eher selten zum Nordpol.

Vielmehr richtet sie sich an den örtlichen magnetischen Feldlinien aus. Diese verlaufen nicht geradlinig von Pol zu Pol und werden zudem durch lokale Störungen abgelenkt.

Zeigt eine Kompassnadel also nach Norden, muss das noch lange nicht heißen dass in dieser Richtung tatsächlich der Nordpol liegt. Mal abgesehen davon, dass der magnetische Nordpol eigentlich ein Südpol ist. Nordpol wurde er damals genannt, weil der Nordpol der Magnetnadel dort hin zeigte. Da sich aber, magnetisch gesehen, Nord- und Südpol anziehen, zeigt das Nordende der Nadel zum magnetischen Südpol.

Die Ausrichtung der Nadel entlang der örtlichen magnetischen Feldlinien sorgt nicht selten für Verwirrung oder gar Fehlmessungen. Deshalb im Folgenden drei der häufigsten Fehlerursachen beim Umgang mit Himmelsrichtung und Kompass.

Deklination

Die Abweichung des Verlaufs der magnetischen Feldlinien vor Ort gegenüber dem geographischen Nordpol wie er auf Karten verzeichnet ist, wird im Fachjargon Deklination genannt.

Derzeit liegen der magnetische Nordpol und der geographische Nordpol über 1000km voneinander entfernt. Dieser Abstand verändert sich zudem ständig, denn die magnetischen Pole wandern jährlich um etliche Kilometer.

Zudem wird das Erdmagnetfeld durch örtliche Gegebenheiten beeinflusst, beispielsweise durch magnetische Gesteinsschichten.

Durch diese beiden Faktoren ergibt sich für jeden Ort der Erde ein spezifischer Unterschied zwischen der Ausrichtung der Kompassnadel und dem geographischen Nordpol. Diese Missweisung ändert sich ständig und kann zudem nicht für einen längeren Zeitraum vorausberechnet werden, da die Verschiebung des Magnetfeldes recht ungleichmäßig geschieht.

Entnehmen kann man die für den jeweiligen Standort aktuellen Deklinationswerte diversen Internetseiten (z.B.: www.ngdc.noaa.gov/geomagmodels/Declination.jsp).

Es wird je nach Standort und Zeit entweder eine östliche Missweisung (durch + gekennzeichnet) oder eine westliche Missweisung (durch – gekennzeichnet) in Grad und Gradminuten angegeben.

Die Methoden, die Deklination vor Ort zu bestimmen würden den Rahmen dieses Artikels sprengen und wären zudem in der Praxis kaum praktikabel.

Benötigt wird dieser Wert immer dann, wenn die Ausrichtung eines Objektes einem Satellitenbild oder einer Karte entnommen werden (siehe weiter unten) oder auf eine in der Vergangenheit liegende Ausrichtung zurückgerechnet werden muss.

Inklination

Die Ausrichtung der Kompassnadel folgt nicht nur in horizontaler Richtung dem Erdmagnetfeld, sondern auch in vertikaler.

Die Linien des Erdmagnetfeldes verlaufen nämlich nicht parallel zur Erdoberfläche. Vielmehr treten sie, vereinfacht gesagt, in Polnähe senkrecht aus der Erde aus und beschreiben einen Bogen bis sie beim gegenüberliegenden Pol wieder in die Erde eintreten.

Dadurch ergibt sich eine Neigung der Kompassnadel zu einer Seite hin, abhängig vom eigenen Standort. In Europa beträgt diese Inklination ca. 66,5°. Um diese Schräglage auszugleichen, wird ein Ende der Kompassnadel etwas beschwert, so dass sie waagerecht liegt und nicht am Gehäuseboden schleift.

Ein auf diese Weise ausgeglichener Kompass ist natürlich nur für einen begrenzten Einsatzbereich verwendbar. Eine für die Nordhalbkugel ausgeglichene Kompassnadel würde auf der Südhalbkugel schief hängen.

Das hilft natürlich nicht in Polnähe, hier würde die Nadel versuchen sich senkrecht zu stellen und im Gehäuse verklemmen, aber an solchen Orten sind Feng Shui Beratungen ohnehin selten. Ob und wie stark sich das Phänomen in der Praxis auswirkt hängt also stark von der Bauart des Kompass und dem eigenen Standort ab.

Deviation

Die Deviation bezeichnet die Ablenkung der Kompassnadel durch künstliche erzeugte magnetische Felder. Solche Felder entstehen in der Nähe von elektrischen Leitungen oder magnetischen Gegenständen (Lautsprecherboxen etc..).

In Luft- und Seefahrt werden solche Ablenkungen durch verschiedene technische Maßnahmen verringert. Als Feng Shui Berater bleibt nur die Möglichkeit, diesen Störquellen so gut es geht auszuweichen.

Insbesondere Gebäude aus Stahlbeton, Bahnlinien oder Tiefgaragen in städtischen Umgebungen machen ein solches Unterfangen manchmal recht schwierig. Alternative Möglichkeiten werden weiter unten beschrieben.

Die Richtlinien der deutschen Bundeswehr schreiben für genaue Messungen übrigens einen Mindestabstand des Kompass von 5m zu Messern, Äxten und Waffen, von 200m zu Stahlbetonbauten und 500m zu elektrischen Anlagen vor!

Weiter zu Teil 3


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