Das Türsteherprinzip

Beim Lesen eines überaus interessanten Buches (Rezension folgt in Kürze) ist mir spontan ein Beispiel gekommen, wie man das Prinzip der Raumpsychologie vielleicht erklären kann:

Der Schauplatz: Eine Diskothek

Beteiligte Personen: Wirt, Türsteher, Publikum

Der Wirt gibt dem Türsteher die klare Anweisung, aggressive und betrunkene Gäste strikt abzuweisen, er möchte in seinem Laden keinen Ärger haben.

Der Türsteher ist ein motivierter Mann und macht was ihm sein Chef gesagt hat. Er weist aggressive, betrunkene und sonstwie gefährlich wirkende Gäste ab. Natürlich berichtet er seinem Chef jeden Abend was sich so getan hat und er erzählt ihm wie viele potentiell gefährliche Typen er so abweisen musste.

Je mehr er das seinem Chef erzählt, desto beunruhigter wird dieser aber, denn solche Leute stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Denn je mehr solcher Leute sein Türsteher abweisen muss desto wahrscheinlicher wird es, dass dieser irgendwann nicht mehr Herr der Lage ist.

Je beunruhigender als die Informationen seines Türstehers ausfallen, desto beunruhigter wird der Wirt.

Übertragen wir das auf die Funktionsweise unseres Gehirns:

Der Türsteher ist die Schwelle zwischen Unterbewusstsein (was sich vor der Tür abspielt) und Bewusstsein (was der Chef mitbekommt). Unser Unterbewusstsein lässt nur die Dinge in unser Bewusstsein vordringen die für uns momentan wichtig sind.

Im Beispiel also die Gäste die rein dürfen, aber auch die Informationen des Türstehers.

Wir bekommen also bewusst nur die paar Aspekte mit, die uns auch bewusst werden müssen und dazu die Essenz dessen, was uns nicht bewusst werden muss. Aber genau die beeinflusst uns, ohne dass wir sie bewusst auf ihre jeweiligen Ursachen zurückführen können.

Im Beispiel ist der Wirt beunruhigt, kann aber den Auslöser dafür nicht direkt lokalisieren weil er ja von seinem Türsteher immer nur eine Information bekommt – er sieht die Störenfriede nicht und kann sich selbst kein Bild machen.

Was macht die Raumpsychologie:

In unserem Kopf haben wir leider nicht die Möglichkeit uns selber vor die Tür zu stellen um die Situation zu betrachten, wir sind von den Meldungen unseres Unterbewusstseins vollkommen abhängig.

Die Raumpsychologie ist eine Methode die das für uns übernehmen kann. Eine Umgebung kann analysiert werden, so dass uns klar wird, welche Kombination aus welchen Aspekten eine bestimmte Reaktion hervorruft.

Im nächsten Schritt kann die Umgebungssituation geändert werden, so dass diese Aspekte gezielt ausgeschaltet werden.

Im Beispiel würde man die beunruhigende Wirkung die die Nachrichten auf den Wirt haben, auf die vielen aggressiven und betrunkenen Gäste zurückführen und dafür sorgen, dass diese künftig nicht mehr so viel Gefallen an besagtem Lokal finden – mit welchen Methoden auch immer …

So hat der Türsteher weniger mit diesen Subjekten zu tun, berichtet weitaus positiver an den Wirt und der muss sich keine Gedanken machen.

In der Praxis verändern wir gezielt Aspekte in unserem Umfeld um damit die Meldung unseres Unterbewusstseins an das Bewusstsein zu steuern.

Es darf diskutiert werden …

Roland Steiner
Raum- und Landschaftspsychologie
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