Der Unsinn mit dem fließenden Qi

„Das schlimmste daran ist der Unsinn mit dem fließenden Qi“ „mit dem Esokram brauchst du mir gar nicht zu kommen“ – waren Teile eines Gespräches mit einer guten Bekannten. Sie hatte Probleme damit, eine unsichtbare und nicht genau definierte Energie als Anlass für eine Veränderung in ihrer Wohnung zu nehmen.

Dem Thema Mensch-Raum-Beziehungen war sie gar nicht abgeneigt, auch Feng Shui fand sie durchaus einleuchtend. Nur mit dem Esokram, wie sie es nannte, konnte sie nichts anfangen.

Solche Gespräche liefern mir immer eine Menge Denkstoff. Kristallisiert sich doch immer wieder heraus, dass meine Gesprächspartner dem Thema Feng Shui durchaus aufgeschlossen und interessiert gegenüberstehen, wenn man es nur so erklärt dass sie es verstehen können ohne sich jahrelang mit dem Thema Feng Shui zu befassen. Fließendes Qi (Chi) eignet sich nicht unbedingt für diesen Zweck.

Dabei ist das mit dem Qi im Feng Shui nur eines der vielen Denk- und Erklärungsmodelle die uns dabei helfen, komplexe Zusammenhänge bildlich darstellbar zu machen. Würde man diese Denkmodelle als das bezeichnen was sie sind, wäre vieles einfacher.

Ein Beispiel:

Nehmen wir an, wir haben einen Grundriss vor uns liegen und sollen diesen auf seine Interaktion mit dem Menschen beurteilen. Als Feng Shui Berater wendet man nun unzählige Methoden, Regeln und Zusammenhänge an und erhält ein exaktes Bild davon, wie das Gebäude auf den Menschen wirkt.

Nur wie erklärt man es dem Kunden? Würde man ihm sämtliche Zusammenhänge einzeln erklären, säße man eine Woche später immer noch zusammen und hätte einen mehr als verwirrten Klienten der doch nur wissen wollte was er tun muss.

Also verwendet man eben ein Erklärungsmodell. Das läuft in unserer westlichen Kultur auch nicht anders ab, als Beispiel erwähnte ich neulich schon das Bohrsche Atommodell. Dieses erklärt den Aufbau eines Atoms. Niemand, der auch nur im Geringsten wissenschaftlich interessiert ist, würde heute noch annehmen, dass die Elektronen wirklich auf den dargestellten Bahnen um den Atomkern kreisen und schon gar nicht zweidimensional.

Dennoch verwendet man das Modell nach wie vor um Menschen den Einstieg in die Materie des Atomaufbaus zu ermöglichen. Niemand würde das Bohrsche Atommodell als esoterisch oder abgehoben bezeichnen – bis auf einige desinteressierte Schüler vielleicht.

Genau so ist das auch mit den Denkmodellen im Feng Shui. Erklärt man sie so, dass ein Europäer sie verstehen kann ist Feng Shui plötzlich nicht mehr esoterisch und stößt auf großes Interesse.

Versucht man nicht mehr, den Gesprächspartner von der Existenz einer für ihn unsichtbaren Super-Energie zu überzeugen und stellt ihm stattdessen das Qi als Erklärungsmodell vor, hat man einen interessierten Zuhörer und vielleicht sogar einen Kunden mehr.

Was jetzt nicht heißen soll, dass es kein Qi gibt. Einige Formen wie Licht, Luft, Töne etc. sind ja auch wahrnehmbar. Es geht rein darum wie ich wem etwas erkläre damit er es ohne große Beschäftigung mit der Thematik verstehen kann.

Roland Steiner
Optimierung von Raum-Mensch-Beziehungen
www.feng-shui-direkt.de
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