Malleus Maleficarum – Der Hexenhammer

HexenhammerWer sich gewundert hat, dass von mir so lange keine Buchvorstellung mehr kam, hier ist der Grund dazu. Satte 800 Seiten die nicht immer leicht zu lesen und schon gar nicht leicht zu verdauen waren.

Nachdem ich hier im Blog schon das Buch „Als die Kirche Gott verriet“ vorstellte, nun ein Werk das bei der Betrachtung von Kirche und deren Machenschaften nicht fehlen darf und ein wichtiger Basistext zum Verständnis abendländischer Geistes- und Kulturgeschichte ist. Stellt es doch eines der wichtigsten Grundlagenwerke zum Thema Hexenverfolgung dar.

Alleine zwischen 1486 und 1669 erschienen 30 Auflagen des Buches und schon damals galt er bei vielen als zu blutrünstig. Dennoch kommt man an diesem Buch nicht vorbei, wenn man sich mit dem Thema Hexenverfolgung beschäftigt.

Nach langer Zeit erschien im Jahre 2000 endlich eine brauchbare und vollständige Neuübersetzung der Originaltexte, die im vorliegenden Werk in der mittlerweile 6. Auflage mit Kommentaren versehen vorliegen.

Interessant sind vorab die Ausführungen über die Entstehung des Werkes und dessen Autor, der ein rechtes Schlitzohr gewesen sein muss. Als sein Buch nicht auf Anhieb den Anklang fand den er sich dafür gewünscht hätte, entwickelte er einen gewissen Erfindungsgeist.

Der Hexenhammer ist auch keinesfalls der Grundstein der Hexenverfolgung, er stellt lediglich ein dem Zeitgeist entsprungenes Extrem dar, das auch damals nicht unumstritten war.

Interessant ist an dieser Stelle auch, dass der Grundgedanke des Buches die Bestrafung vom Hexen wegen tatsächlich verübter Schadenszauber propagiert. Das entsprach zwar im großen und ganzen den Ansichten der Bevölkerung, nicht aber denen der damaligen Theologen.

Diese waren schon lange der Ansicht, dass Zauberei und Hexerei in die Kategorie Einbildung einzuordnen sind. Hexen sollten nach deren Ansicht vielleicht wegen ihres mangelnden Glaubens an Gott verurteilt werden aber bestimmt nicht wegen angeblicher Zauberei.

Die der eigentlichen Übersetzung vorangestellten Erklärungen der Übersetzer enden mit der Erkenntnis, dass das Thema des Buches heute so aktuell wie eh und je ist. Insbesondere im südlichen Afrika finden immer noch Hexenverfolgungen statt und auch die Verfolgung bestimmter Volksgruppen folgt ähnlichen Argumentationen wie sie damals im Hexenhammer verwendet wurden.

Das eigentliche Buch ist in drei Teile aufgeteilt.

Der erste Teil beschäftigt sich recht intensiv damit, ob und warum es tatsächlichen Schadenszauber gäbe, wie er im Detail ausgeführt wird und mit welcher Hilfe (Dämonen etc.) besagte Hexen ihn ausführen. Ein ganz wesentlicher Punkt ist immer wieder die Frage, ob und warum Gott solcherlei Unfug überhaupt zulässt.

Der zweite Teil setzt sich dann mit den verschiedenen Arten der Schadenszauber auseinander, wie diese im einzelnen funktionieren, was man dagehen tun kann und vor allem was man dagegen tun darf um nicht selbst als Ketzer dazustehen.

Im dritten Teil geht es dann richtig zur Sache. Hier werden in allen Einzelheiten die zu verhängenden Strafen für Hexen, Zauberer und deren Helfer erörtert.

Fazit:

Leicht zu lesen ist das Buch bestimmt nicht und als Sonntagslektüre ist es schon gar nicht geeignet. Zum einen sind die Texte trotzt der gelungenen Übersetzung recht schwer zu lesen und zuweilen recht verschachtelt, zum Anderen ist es manchmal nicht so leicht der Argumentation des Autors zu folgen.

Die ist nämlich in manchen Teilen des Werkes ganz im kirchenüblichen Stil von Menschen der heutigen Zeit nicht wirklich und schon gar nicht logisch zu erschließen.

Will man den Inhalt also verstehen, sollte man sich schon etwas Zeit dazu nehmen. Hilfreich sind dabei sicherlich die zahlreichen Angaben zu weiterführender Literatur, falls man sich diese antun möchte.

Sehr interessant ist die Tatsache, dass viele der verwendeten Argumentationen auch heute noch in verblüffender Ähnlichkeit in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anzutreffen und genauso wenig logisch zu erschließen sind.

Auch der Grund für die derart verbissene Hexenverfolgung der damaligen Zeit, nämlich die zunehmenden Hunger- und Krankheitsprobleme aufgrund zerstörter Lebensräume und der „kleinen Eiszeit“, lassen gewisse Parallelen zur derzeitigen Diskussion um den Klimawandel zu.

Denn damals wie heute wurde für das Leid der Menschen ein Sündenbock gesucht. Damals wusste man es nicht besser, heute will man es nicht besser wissen …

Auf jeden Fall lesenswert!

Heinrich Kramer (Autor), Günter Jerouschek (Herausgeber), Wolfgang Behringer (Herausgeber), Werner Tschacher (Übersetzer)
Der Hexenhammer
Malleus maleficarum
2000. 863 Seiten
Format 19,1 x 12,1 x 3,7 cm
€ [D] 17,50
ISBN-13: 978-3423307802


Roland Steiner
Feng Shui Hexer
www.feng-shui-direkt.de


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