Was mir mein Schrank erzählt

War der Titel des letzten Vortrages den ich mir auf dem EFGB-Symposium genehmigte. Die Beschreibung auf dem Veranstaltungskalender lautete:

Gegenstände speichern Informationen. Die beiden Experten werden in einem spielerischen Selbsterfahrungs- Workshop den systemischen Zusammenhang von Einrichtung und Bewohnern aufdecken.

So ganz genau wusste ich ehrlich gesagt nicht, was Marianne Rattay und Johannes Trüstedt in diesem Vortrag vor hatten, aber mein Bauchgefühl sagte mir ich solle es mir einfach mal ansehen.

Die Stühle im Raum waren schon mal ungewöhnlich angeordnet und zwar so, dass in der Mitte ein freier Raum entstand in dem sechs Zettel auf dem Boden lagen.

Sechs Freiwillige wurden nun aufgefordert je einen dieser Zettel zu nehmen. Darauf waren jeweils ein Einrichtungsgegenstand angegeben. Es gab ein Bett, einen Tisch, einen Schrank, einen Stuhl, ein Fenster und eine Tür.

Jeder dieser sechs Freiwilligen bekam zu Beobachtungszwecken einen Coach beigestellt.

Nun sollte jeder der Freiwilligen in einem virtuellen Zimmer den Platz finden, auf dem er sich am wohlsten fühlte.

Schon dabei wurde die Beziehung der „Einrichtungsgegenstände“ untereinander klar. Wurde doch nicht selten das Wohlbefinden des Bettes durch die Platzierung der Tür beeinträchtigt. Oder der Tisch wollte einfach nicht in der nähe des Stuhls stehen. Gewisse Spannungen entstanden auch, als der Schrank unbedingt zum Fenster hinausblicken wollte, das Fenster sich aber partout nicht richtig platzierte.

Auch waren gewisse Wandlungen im Laufe des Experimentes zu beobachten. Wandelte sich der Schrank doch von einem dicken Bauernschrank in ein schmales Ikearegal, der Tisch wurde vom Esstisch zum Wandklapptisch und der Stuhl wurde vom Küchenstuhl zum Sessel.

Letztendlich machte das ganze Spiel den Eindruck einer Familienaufstellung mit Möbeln statt mit Personen. Und tatsächlich wurden im Laufe der Zeit sogar Parallelen zwischen der Position der „Möbel“ und den Situationen ihrer Repräsentanten deutlich.

Vielleicht ergibt sich daraus eine ganz neue Methodik im Feng Shui. Die Einrichtung wird nicht mehr auf Papier geplant oder berechnet, sondern man nimmt die Familie des Klienten, verpasst jedem ein Möbelstück und scheucht sie so lange im Raum umher, bis die ideale Position jedes Gegenstandes fest steht.

Lustig wird das sicher in Unternehmen jenseits der 100 Angestellten…

Roland Steiner

www.feng-shui-direkt.de


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