Das Wort zum Sonntag – Sonne, Wasser und der Mensch

Was macht man wohl bei solch einem schönen Wetter? Klar, man begibt sich zum nächsten See und genießt die Sonne oder den Schatten, je nach persönlicher Vorliebe. Auch ich habe gestern das Wetter genutzt und mich an den See gelegt.

Zum Baden war mir das Wasser definitiv noch zu kalt, also habe ich das getan, was ich immer tu, wenn ich faul in der Sonne liege: Ich habe die Leute beobachtet.

Dabei ist mir zum ersten Mal so richtig aufgefallen, dass fast alle immer in der gleichen Position liegen und zwar so, dass sie den See im Blick und möglichst eine Rückendeckung hinter sich haben.

Selbst hartgesottene Profi-Sonnenanbeter verschmähen nicht selten die von der Sonneneinstrahlung her ideale Position um sich wie oben beschrieben mit den Füßen Richtung See zu platzieren.

Fehlt nur noch eine Seitendeckung und schon haben wir die Lehnstuhlposition, im Feng Shui die ideale Position für unseren Wohn- und Aufenthaltsort. Eine Deckung im Rücken, freier Ausblick nach vorne und ein etwas niedriger geratener Schutz auf den Seiten. Am See wahlweise die Fahrräder oder die Kühltasche für die Bierdosen.

Da soll noch einer sagen, Feng Shui sei hierzulande out.

Aber warum ist das eigentlich die ideale Position für uns? Klar, die Rückendeckung stammt aus einer Zeit in der der Mensch noch jede Menge Raubtiere und sonstige Feinde fürchten musste. Da wir im Hinterkopf keine Augen haben, sind wir von hinten ungeschützt und versuchen das auszugleichen indem wir uns eine Position suchen, die einen Angriff von hinten ausschließt.

Die seitliche Deckung hat ähnliche Gründe, schließlich können wir uns im Ernstfall nur in eine Richtung verteidigen. Ein Angriff von mehreren Seiten war immer schon fatal.

Und der Ausblick nach vorne ist eigentlich auch logisch. Immerhin wollten wir unsere Feinde oder auch unsere Jagdbeute rechtzeitig sehen. Mit einem Berg vor der Nase ist so was schwierig.

Bleibt nur noch zu klären, warum der Blick auch dann immer zum See gerichtet ist, wenn man auf einer flachen Wiese liegt, völlig ohne jegliche Deckung. Immerhin wäre es hier vollkommen egal in welche Richtung man schaut, ungeschützt ist man ohnehin.

Vermutlich hängt das damit zusammen, dass Flüsse und Seen, ja allgemein Wasser das lebensspendende Element schlechthin ist (neben der Sonne natürlich). Jegliches Leben und ein Großteil der Nahrung ging also immer schon vom Wasser aus und die Menschen wandten sich immer schon intensiv dem Wasser zu.

Zudem ging von Wasser auch immer schon Gefahr aus. Flüsse treten über Ihre Ufer, Sturmfluten bedrohen Hafenstädte, Angreifer kamen nicht selten von der Seeseite her. Auch von dieser Seite aus betrachtet macht es durchaus Sinn das Wasser im Auge zu behalten.

Heutzutage kommt das Wasser zwar aus dem Wasserhahn und der Fisch aus der Kühltruhe, aber die uralte Anziehungskraft des Wassers scheint ungebrochen. Denn wenn sich Menschen heutzutage sonnen möchten, tun sie das fast immer an einem See, auch wenn sie gar nicht baden möchten.

In diesem Sinne einen schönen Sonntag und immer schön das Wasser im Blick behalten.

Roland Steiner

www.feng-shui-direkt.de


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