Trittschalldämmung

Trittschall ist eine spezielle Form des Körperschalls. Er entsteht durch Begehen oder Einleitung anderer mechanischer Anregungen in eine Decke und wird mit Lnw (Normtrittschallpegel in dB) bzw. inklusive aller Nebenwege mit L’nw bezeichnet. Als Nebenwege – auch Schall-Längsleitung genannt – werden die angrenzenden Bauteile bezeichnet. Die flankierenden Wände, Decken und Fußböden werden akustisch angeregt und übertragen den Schall in den benachbarten Raum.

Im Massivbau kommen deshalb vor allem sogenannte „schwimmende Estriche“ zur Trittschalldämmung zum Einsatz. Der Estrich „schwimmt“ dabei auf einer Dämmplatte und wird seitlich von Dämmstreifen umgeben, so dass es keine Schallübertragung durch eine Verbindung zum restlichen Gebäude gibt. Die Dämmplatte kann dabei auch gleichzeitig die Funktion einer Wärmedämmung erfüllen. Zum Einsatz kommen dabei meist Dämmstoffe aus Mineralwolle oder expandiertem Polystyrol (EPS), die baubiologisch nicht unbedingt zu empfehlen sind. Baubiologische Alternativen wären u.a. Holzwolleleichtbauplatten, Kokosfaserdämmplatten und Hanfdämmplatten.

Bei Holzdecken sollte neben porösem Material wie den oben beschriebenen Dämmplatten auch eine schwere Schüttung z.B. aus Sand eingebracht werden, um den Schallschutz zu verbessern. Eine zusätzliche, abgehängte Unterdecke bringt eine weitere schalltechnische Verbesserung.

Der Trittschallschutz kann auch mit Teppichböden verbessert werden, sie können aber die schalldämmende Wirkung eines „schwimmenden Estrichs“ nicht ersetzen. Zudem dürfen sie bei der Einhaltung der Anforderungen der Trittschalldämmung nicht angerechnet werden, da sie austauschbar sind.

Auch bei Treppen sollte man auf einen ausreichenden Trittschallschutz achten. Oft wird der Treppenlauf einschließlich Podest komplett vom restlichen Bauwerk durch eine federnde Lagerung oder die dauerelastische Verfugung der Kontaktstellen entkoppelt. Der Trittschallschutz kann auch durch die Dämmung der Treppenhohlräume oder mit Stufenteppichen verbessert werden.

In Deutschland werden die Anforderungen an die Trittschalldämmung durch die DIN 4109 geregelt.


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