Die fliegenden Sterne / Flying Stars

Die Methode der fliegenden Sterne oder auch „Flying Stars” ist eine der komplexesten und vielseitigsten Methoden des klassischen Feng Shui.

Diese Methode ermöglicht es dem Feng Shui Berater, eine exakte Analyse der energetischen Einflüsse an einem Ort oder in einem Gebäude zu erstellen.



Es können detaillierte Aussagen über die Wirkung der Umgebung auf den Menschen getroffen werden.

Das besondere daran ist, dass eine Auswertung mit Hilfe der fliegenden Sterne kein statisches Bild einer Situation ergibt, sondern ein dynamisches. Die energetischen Einflüsse unserer Umgebung hängen nicht nur von der Umgebung selbst ab, sondern auch von der Zeit in der wir uns befinden.

Geschichte:

Entstanden ist diese Methode in der Übergangszeit von der Tang-Dynastie (618-906) zur Song-Dynastie (960-1279). Die Basis war die sog. Struktur-Qi-Schule in dieser Zeit.

Die Theorie:

Die asiatische Erklärung lautet in zusammengefasster Form folgendermaßen:

Es gibt mehrere Arten von Qi (auch Chi). Zum einen das Erd-Chi), welches von der Erde gen Himmel steigt. Zum anderen das Himmels-Chi), dass sich vom Himmel zur Erde bewegt. Beide Arten Qi ändern kontinuierlich ihre Wirkung auf den Menschen und interagieren ständig miteinander.

Wird an einem Ort ein Gebäude errichtet, hält man mit der Schließung des Daches die in diesem Augenblick herrschende Energiesituation fest. Sie manifestiert sich im Gebäude. Aus dieser energetischen Situation ergibt sich die Art und Weise wie dieses Gebäude zukünftig mit den Energien der Umgebung interagiert.

Als dritte Komponente kommt nun der Mensch hinzu. Da jeder Mensch anders auf seine Umgebung reagiert, ist auch die Wirkung eines Gebäudes von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Die fliegenden Sterne sind nun eine Methode, sowohl die energetische Grundkonstellation einer Immobilie zu berechnen als auch die energetischen Einflüsse die sich aus der Interaktion mit der Umgebung ergeben. Daraus ergibt sich ein sehr detailliertes Bild der möglichen Wirkung eines Gebäudes auf die Menschen die sich dort aufhalten.

Über das Geburtsdatum werden im nächsten Schritt die Menschen selbst mit einbezogen. So kann sehr genau berechnet werden, welche Wirkung eine Immobilie oder ein Grundstück auf die Bewohner hat oder haben wird (bei einem geplanten Objekt).

Die Praxis:
Feng Shui Methode fliegende Sterne

Die Ausgangsdaten:

Um die fliegenden Sterne für ein bestehendes Objekt berechnen zu können sind einige Ausgangsdaten notwendig:

Das Baudatum des Objektes muss bekannt sein, da sich daraus die Grundkonstellation berechnen lässt.

Die genaue Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen muss mit dem Lo-Pan ausgemessen werden.

Die Landschaftlichen Gegebenheiten müssen bekannt sein. Insbesondere die Yangseite des Hauses, das sog. Facing spielt eine wichtige Rolle.

Die Geburtsdaten der dort befindlichen Menschen werden benötigt. Nur so kann die exakte Wirkung der energetischen Situation bestimmt werden.

Das Einzugsdatum ist je nach Situation relevant.

Sämtliche Informationen über Umbauten, Anbauten und Sanierungen des Gebäudes werden benötigt. Auch Informationen zu größeren Schäden wie Brand, Hochwasser oder Bombentreffer (bei Vorkriegshäusern) sind hilfreich.

Die Berechnung:

Der Grundriss des betreffenden Objektes wird in acht, bzw. 24 Sektoren eingeteilt. Nun wird mit den vorher ermittelten Ausgangsdaten (siehe Oben) für jeden dieser Sektoren die energetische Grundsituation berechnet. Das Ergebnis dieser Berechnung sind die sog. Sterne oder auch Drachen.

Man kann sie wie Charaktere in einem Rollenspiel betrachten. Jeder dieser Sterne hat einen Grundcharakter, der durch seine Stellung im Chart, seine Nachbarsterne, die Struktur des Gebäudes, den landschaftlichen Gegebenheiten, der Zeit und vielen weiteren Faktoren abhängt.

Die Sterne:

Aus dieser Berechnung resultieren nun eine Vielzahl verschiedener Sterne, die je nach ihrem Charakter, der Zeit, der Konstellation und der Umgebung verschiedene Auswirkungen haben.

Die Basissterne / Zeitsterne:

ZeitsternDie Basissterne oder auch Zeitsterne sind für die Berechnung und anschließende Deutung der Konstellationen wichtig. Sie haben keine direkte Auswirkung auf die Energiekonstellation vor Ort.

Zudem sind sie wichtig für die Deutung der Interaktion der Sterne untereinander. Interpretiert werden unter Anderem Kombinationen aus Basisstern und Wasserstern oder aus Basisstern und Bergstern.


Die Bergsterne:

bergsternIm Chart oben links angeordnet befinden sich die Bergsterne. Sie sind die Yin-Sterne im Chart und vorwiegend für familiäre und gesundheitliche Aspekte wichtig.

Zudem sind Bergsterne nicht mobil und entfalten ihre Wirkung gewöhnlich eher in der Nähe von Wänden und festen Gegenständen. Sie sind zumeist auf den jeweiligen Sektor begrenzt.


Die Wassersterne:

wassersternIm Chart oben rechts angeordnet befinden sich die Wassersterne. Sie sind die Yang-Sterne und vorwiegend für finanzielle Aspekte verantwortlich.

Wassersterne sind mobil und bewegen sich mit dem Menschen durch das ganze Objekt. Sie sind also nicht auf den jeweiligen Sektor beschränkt.

Das bedeutet, dass Wassersterne nicht nur mit den Berg-, Basis-, Jahres-, Monats- und Tagessternen in ihrem eigenen Sektor interagieren, sondern auch mit denen in anderen Sektoren.


Die Jahressterne:

Zusätzlich zu den periodischen Sternen gibt es jährlich wechselnde Einflüsse. Die Wirkung der Jahressterne ist zumeist schwächer als die der regulären Sterne. Allerdings kommt ihre Wirkung oftmals kurzfristiger.

Die Monatssterne:

Zusätzlich zu den periodischen Sternen gibt es monatlich wechselnde Einflüsse. Die Wirkung der Monatssterne ist zumeist schwächer als die der regulären Sterne oder der Jahressterne. Allerdings kommt ihre Wirkung oftmals kurzfristiger.

Die Tagessterne:

Möchte man übertreiben, kann man zusätzlich zu den periodischen Sternen, den Jahres- und Monatssternen noch täglich wechselnde Einflüsse berechnen. Die Wirkung der Tagessterne ist wesentlich schwächer als die der regulären Sterne oder der Monatssterne.

Die Interpretation:

Hat man sämtliche energetischen Einflüsse berechnet geht es an die Interpretation. Jeder der Sterne wird durch andere Sterne beeinflusst und interagiert mit ihnen. Sie werden durch die umgebende Landschaft, die Struktur des Gebäudes, Positionen der Türen und Fenster, die Gestaltung und die Tätigkeiten innerhalb des Gebäudes beeinflusst.

Daraus ergibt sich ein überaus detailliertes Bild der Gesamtwirkung eines Objektes auf die dort lebenden Menschen.

Bei einem geplanten Objekt kann im Voraus genau berechnet werden, welche Einflüsse es auf die später dort lebenden oder arbeitenden Menschen ausübt. Es kann also von vorneherein so geplant werden, dass seine Wirkung optimal ist.

Die Veränderung:

Hat man eine bestehende Immobilie analysiert, weiß man also was an diesem Objekt wie wirkt, kann man diese Wirkung gezielt verändern.

Das kann von Strukturellen Veränderungen des Gebäudes (Umbau) oder der Landschaft (Gartengestaltung) über eine veränderte Nutzung der Räume bis hin zu reinen gestalterischen Maßnahmen gehen.

Je nachdem was notwendig und möglich ist. Auch dabei gibt es keine starren Regeln, es kommt immer auf das Gesamtbild an.

Dabei wird die Methode der fliegenden Sterne immer zusammen mit den Grundlagen wie Yin und Yang, Qi und den fünf Elementen angewandt. Auch die fliegenden Sterne ergeben, isoliert betrachtet, noch keine sinnvolle Analyse. Wichtig ist immer die Kombination passender Methoden.

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