Geschichte des Feng Shui von der Yuan-Dynastie bis 1912
Yuan-Dynastie (1279 bis 1368)
In der Yuan-Dynastie flossen durch die Herrschaft der Mongolen zunehmend Einflüsse der arabischen Mathemathik in die chinesischen Konzepte ein. Vorwiegend der für das Feng Shui wichtige Mondkalender wurde weiterentwickelt, die muslimischen Gelehrten versuchten eine gewisse mathematische Rationalität mit einfließen zu lassen.
- Übersicht
- bis vor-Qin-Zeit (bis 221 v. Chr.)
- in der Qin- bis Tang-Zeit (221 v.Chr. bis 207 v.Chr.)
- in der Sui- bis Song-Dynastie (581 bis 1279)
- seit 1912
Ming-Dynastie (1368 bis 1644)
In der Ming-Dynastie tauchten dann zunehmend spirituelle Konzepte im Dunstkreis des Feng Shui auf. Der Philosoph Wang Yangming erkannte in einer spontanen Erleuchtung, dass man nichts gelernt haben müsse um die Welt zu verstehen. Man müsse nur in sich selber nachsehen.
Aber auch der Lo Pan wurde stark weiterentwickelt, es kamen zahlreiche neue Ringe hinzu. Das Xuan Kong System wurde perfektioniert.
Während der Ming-Zeit wurden auch gigantische Enzyklopädien verfasst, wohl aus dem Trend heraus, medizinisches und naturwissenschaftliches Wissen möglichst vollständig und exakt zu dokumentieren.
Ein neues Fachgebiet das sich speziell mit dem Wasser beschäftigte kam auf und rückte ins Zentrum des Interesses. Erste Ansätze des Garten Feng Shui kamen auf und das Bazhai wurde weiterentwickelt, heute auch als Ost-West-System bekannt.
Feng Shui wurde von He Dehong in der Kriegskunst verwendet, er konnte ein ganzes gegnerisches Heer durch geschickte Landschaftsbeobachtungen und den richtigen Handlungen aufreiben.
Qing-Dynastie (1644 bis 1912)
Durch die Fremdherrschaft der Mandschuren während der Qing Zeit begann man sich wieder auf die literarischen Ursprünge Chinas zu besinnen und die Ursprünge der chinesischen Kultur zu erforschen.
Gleichzeitig war diese Zeit durch eine Öffnung Chinas gegenüber dem Abendland bestimmt, die zuerst jesuitischen Gelehrten und dann den englischen Eroberern Tür und Tor öffnete. In der Folge geriet China zusehends in technische Unterlegenheit und musste sich schließlich 1912 mit dem Abdanken des letzten Kaisers geschlagen geben.
In dieser Zeit kam das Feng Shui erstmals in arge Kritik. Einerseits durch westliche Reisende, die von den chinesischen Konzepten nicht die geringste Ahnung hatten und alles chinesische erst einmal als lächerlichen Aberglauben abtaten.
Andererseits wurde Feng Shui auch immer häufiger aus Ausrede benutzt um Projekte der westlichen Mächte abzublocken. Auch der zunehmende christliche Einfluss wurde damit konfrontiert, zu hohe Kirchtürme wurden aus Feng Shui Sicht beispielsweise für negativ befunden und konnten somit jederzeit zerstört werden.
Auch begannen immer mehr schlecht ausgebildete Menschen mit Feng Shui zu arbeiten, teilweise entstanden abstruse Methoden die mit der Originallehre nichts mehr gemein hatten. Das Gräber Feng Shui hatte wieder Hochkonjunktur, was oft zu jahrelangen Rechtsstreitigkeiten zwischen den Hinterbliebenen führte, weil jeder seine Vorstellungen von der korrekten Grabplatzierung durchsetzen wollte.
Die heute noch gebräuchliche Anwendung des Feng Shui um den Klienten reich zu machen, entstand ebenfalls zu dieser Zeit, beim Militär konnte man als Feng Shui Berater Karriere machen sowie als Architekt oder Künstler.
Meistens war das Feng Shui allerdings eine Zusatzqualifikation der praktizierenden Meister, die heute oft beschworene Feng Shui Familientradition gab es schlichtweg nicht.
Gerichtsverfahren wegen Feng Shui Maßnahmen waren an der Tagesordnung, man konnte in seinem Haus nichts umgestalten ohne befürchten zu müssen, sich den Zorn der Nachbarn zu zuziehen, die ihr Feng Shui dadurch gefährdet sahen. Letztendlich wohl der Vorläufer heutiger Nachbarschaftsstreitigkeiten.
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