Nachträgliche Wärmedämmung als energiesparende Maßnahme

Abbildung : Einsparpotenzial für Dachdämmung, Kellerdämmung und Fassadendämmung eines Einfamilienhauses (Quelle: https://www.co2online.de/modernisieren-und-bauen/daemmung/waermedaemmung-einfuehrung-uebersicht/); Bild-Copyright: OpenClips – pixabay.comEnergie wird im Haushalt nicht nur durch diverse Geräte und die Beleuchtung verbraucht, sondern geht zum Teil auch verloren. Das ist bei Gebäuden der Fall, die nicht über eine ausreichende Isolierung und Dämmung verfügen. Die nachträgliche Wärmedämmung bietet sich als energiesparende Maßnahme an.

Die Wärmedämmung von Gebäuden

Je besser die Dämmung eines Gebäudes, desto weniger Wärmeverlust ist zu beobachten und desto weniger Kälte kann von außen eindringen. Lange Zeit spielte beim Hausbau die Wärmedämmung keine wichtige Rolle, doch das änderte sich nach der ersten Ölkrise. Aufgrund der knapper werdenden Ressourcen und eines stärker ausgeprägten Umweltbewusstseins schenkte man seither der Gebäudedämmung mehr Aufmerksamkeit. Die erste Wärmeschutzverordnung in der Bundesrepublik trat 1977 in Kraft. Seit 2002 gilt in Deutschland die Energieeinsparverordnung EnEV, die laufend aktualisiert wird und den Weg zu mehr Nachhaltigkeit ebnen soll.

Das Ziel der nachträglichen Wärmedämmung von alten Gebäuden ist nicht nur weniger Energieverlust, vielmehr handelt es sich auch um eine wirtschaftliche

Maßnahme zur Reduzierung von CO2-Emissionen. Von 2012 bis 2014 haben laut einer Erhebung der IfD Allensbach durchschnittlich über 2,1 Millionen Deutsche angegeben, dass sie die Wärmedämmung (Dach/Fassade) in ihrem Gebäude in den kommenden Jahren modernisieren oder renovieren wollen.

Energie und Geld sparen durch die richtige Dämmung

Ein Motivationsgrund für die Wärmedämmung ist, dass eine gute Gebäudedämmung das Geldsparen ermöglicht. Zwar ist der Prozess erst einmal mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden, doch auf lange Sicht stellen sich Ersparnisse ein: Durch weniger Wärmeverlust können die Heizkosten sinken. Eine Studie der Dena (Deutsche Energieagentur aus Berlin) hat ergeben, dass alte Gebäude so saniert werden können, dass sie bis zu 30 % unter dem Niveau von Neubauten liegen. Ein nachträglich gedämmter Altbau entspräche damit energietechnisch einem KfW-70-Haus. Wie hoch das Sparpotenzial theoretisch sein kann, wird an der unten stehenden Infografik ersichtlich. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 125 m2, einer Beheizung durch Erdgas und einem jährlichen Verbrauch von 18.125 kWh ergeben sich laut einer Auswertung der co2online GmbH folgende Werte:

Fassadendämmung – 280 € (19 % Einsparung im Jahr)
Dachdämmung – 190 € (13 %)
Gedämmte Kellerdecke – 70 € (5 %)

Abbildung : Einsparpotenzial für Dachdämmung, Kellerdämmung und Fassadendämmung eines Einfamilienhauses (Quelle: https://www.co2online.de/modernisieren-und-bauen/daemmung/waermedaemmung-einfuehrung-uebersicht/); Bild-Copyright: OpenClips – pixabay.com

Abbildung : Einsparpotenzial für Dachdämmung, Kellerdämmung und Fassadendämmung eines Einfamilienhauses (Quelle: https://www.co2online.de/modernisieren-und-bauen/daemmung/waermedaemmung-einfuehrung-uebersicht/); Bild-Copyright: OpenClips – pixabay.com

Mit welchem Kostenaufwand und welchen Einsparungen letztendlich zu rechnen ist, hängt allerdings nicht nur vom Haus, der Größe und vom Umfang der Sanierung ab, sondern auch vom verwendeten Dämmmaterial. Meist reichen einige Jahre aus, um den ausgegebenen Betrag einzusparen. Die Wärmedämmung wird teilweise vom Staat über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem zinsvergünstigten Kredit oder einem Tilgungszuschuss gefördert.

Materialien zur Wärmedämmung

Gängige Materialien für die Wärmedämmung sind:

Mineralische Fasern: Glaswolle, Steinwolle

Organische Materialien: Holzwolle, Holzfaserdämmplatten, Zellulose, Wolle, Hanf, Kokosfasern, Flachs

Künstliche Schäume: Polystyrol, Polyethylen, Polyutheran

Mineralische Schäume: Bimsstein, Blähton, Perlite, Porenbeton, Schaumglas, Calciumsilikat-Platten

Differenziert wird nicht nur nach Dämmmaterialien, sondern auch nach gebräuchlichen Formen und Strukturgeometrien. Neben Platten und Faserverbundwerkstoffen ist Haufwerk denkbar. Fester Schaum ist eine Möglichkeit der Dämmung – alternativ verlässt man sich auf Faserwerkstoff oder Granulat.

Um sich über die Produkteigenschaften zu informieren und die Materialien einander gegenüberzustellen, untersucht man die bauphysikalischen Kennwerte. Dazu gehören der Wärmedurchlasskoeffizient, die Wärmeleitfähigkeit und der Wärmedurchgangskoeffizient. Des Weiteren werden für verschiedene Bereiche des Gebäudes wie Fenster, Dach, Keller und Innen- sowie Außenwände unterschiedliche Dämmmaßnahmen gewählt. Auch macht es zudem einen Unterschied, ob man ein Flachdach oder ein Satteldach dämmt.

Laut einer Erhebung des Fachverbands für Wärmedämm-Verbundsysteme (siehe Grafik), kommen hierzulande bestimmte Dämmmaterialien überdurchschnittlich häufig zum Einsatz. 2013 setzten die Bundesbürger bei den Wärmedämmverbundsystemen zu über 76 % auf EPS. Dahinter verbirgt sich Styropor (expandierter Polystyrol-Hartschaum). Steinwolleplatten und Perimeterdämmplatten lagen mit jeweils knapp 9 und 8 % weit dahinter. Ebenso eingesetzt wurden Steinwollelamellen (4,5 %). Sonstige Dämmstoffe machten insgesamt nur circa 1,6 % der Wärmedämmverbundsysteme aus.

Abbildung : Erhebung des Fachverbands Wärmedämm-Verbundysteme (Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/310349/umfrage/anteil-der-verbauten-daemmstoffarten-in-deutschland/)

Abbildung : Erhebung des Fachverbands Wärmedämm-Verbundysteme (Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/310349/umfrage/anteil-der-verbauten-daemmstoffarten-in-deutschland/)

Welches Dämmmaterial ist besonders effizient?

Einigen kommt es bei der Sanierung auf die Kosten an, während andere mehr auf Langlebigkeit und höchstmögliche Dämmleistung Wert legen. Neben Styropor (EPS), das als Klassiker für die Dämmung der Außenwände gilt, empfiehlt sich XPS. Diese Abkürzung steht für extrudierten Polystyrol-Hartschaum, der über eine homogen geschlossene Zellstruktur verfügt. Die Konsequenz hiervon ist, dass XPS als extra druckstabil gilt und gegenüber Feuchtigkeit unempfindlicher ist. Als moderne, verlässliche Dämmlösung, die vor allem im gewerblichen Bereich verwendet wird, eignen sich Dämmplatten aus extrudiertem Polystyrol-Hartschaum (XPS) (Details auf: https://www.elementrado.de/). Mineralwolle, die über einen guten Schallschutz verfügt und wasserabweisend ist sowie Polystyrol-Platten stellen günstige Dämmmaterialien dar. Als effizient – und etwas teurer – haben sich Vakuumisolationspaneele (VIP) herausgestellt. VIP zeichnet sich durch eine geringe Materialdicke aus und bietet sich daher für platzsparende Lösungen an.

Während jenes Dämmmaterial die Außenwände abdeckt, gibt es preiswertere Maßnahmen, um andere Hausbereiche zu dämmen. So ist es möglich, bei einem nicht ausgebauten Dachboden Dämmmaterialien wie Glasfasern auf den Boden auszulegen. Im Keller klebt man passendes Material zur Dämmung unter die Decke und verhindert damit kalte Böden im Erdgeschoss. Der Austausch von Fenstern und Fensterglas sollte Hand in Hand mit der Wand, Boden- und Dachdämmung gehen, sodass das höchste Energieeinsparpotenzial erreicht wird.

Bilder:

Einsparpotenzial für Dachdämmung, Kellerdämmung und Fassadendämmung eines Einfamilienhauses (Quelle: https://www.co2online.de/modernisieren-und-bauen/daemmung/waermedaemmung-einfuehrung-uebersicht/); Bild-Copyright: OpenClips – pixabay.com

Erhebung des Fachverbands Wärmedämm-Verbundysteme (Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/310349/umfrage/anteil-der-verbauten-daemmstoffarten-in-deutschland/)


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