Biostrom ist Biostrom ist Biostrom …

strommastBiostrom oder auch Ökostrom sorgt bei Hausbesitzern und Mietern immer wieder für rege Diskussionen. Macht es Sinn nach Ökostrom Ausschau zu halten oder nicht? Was ist überhaupt Ökostrom und kann man den Anbietern vertrauen? Fragen über Fragen die nicht leicht zu beantworten sind. Denn je nachdem wie Öko der Strom sein soll, gibt es unglaublich viele Faktoren zu berücksichtigen.

Dass eine nachhaltige Art Strom zu gewinnen Sinn macht, dürfte ausser Frage stehen, denn niemand der bei Verstand ist, kann ernsthaft gutheißen dass marode Kernkraftwerke am Netz bleiben, die nicht nur unsicher sind, sondern auch teuer. Denn was der Verbraucher gerne übersieht sind die Nebenkosten eines solchen Kraftwerks, die der Steuerzahler quasi durchs Hintertürchen trägt. Alles zusammengerechnet dürfte Atomstrom wohl zu den teuersten Energiearten überhaupt zählen und wer schon einmal eine Uranmine gesehen hat, für den kommt er ohnehin nicht mehr in Frage.

Kohle zu verstromen ist zwar billig, aber die Emissionen sind unglaublich hoch und der Abbau der Kohle zerstört weite Landstriche, speziell wenn es sich um Braunkohle handelt. Das kann also auch keine Alternative sein.

Aber Ökostrom ist auch nicht ganz unumstritten. Wasserkraftwerke greifen ins ökologische Gleichgewicht ihrer Umgebung ein, Solarmodule brauchen zur Herstellung und Entsorgung schon fast so viel Energie wie sie hernach erzeugen, Windkraftanlagen gefährden Vögel, verschandeln die Landschaft und machen nicht wenig Lärm. Und der Wirkungsgrad ist oft genug eher zweifelhaft.

Dann gibt es da noch die „grüngewaschenen“ Projekte wie Biogasanlagen für deren Füllung wertvolle Ackerflächen zur Nahrungserzeugung wegfallen oder der absolute Hammer, Palmölkraftwerke deren Brennstoff aus Indonesien herangekarrt wird. Dort werden zur Erzeugung riesige Waldflächen vernichtet und alleine damit schon so viel CO2 freigesetzt, dass man mit einem Braunkohlekraftwerk eine bessere Ökobilanz erreichen könnte.

Es gilt also „Augen auf beim Stromkauf“, wichtig ist, die jeweils verträglichste Alternative zu finden und regelmäßig zu hinterfragen. Ein weiterer Punkt ist der Stromerzeuger selbst. Kann ein Strom Öko sein, der von einem Anbieter erzeugt wird, der gleichzeitig irgendwelche dubiosen Kern- oder Kohlekraftwerke betreibt? Oder ist das allenfalls greenwashing?

Aber auch da gibt es Alternativen, es bestehen seit langer Zeit auch Stromerzeuger die nur Ökostrom produzieren und einige davon sind sogar genossenschaftlich organisiert, weisen also keine problematische Konzernstruktur auf. Welche das sind, lässt sich leicht im Web recherchieren, mein Favorit ist seit langem schon EWS Schönau – die hier bei mir sogar günstiger sind als der Atomstrom vom Großkonzern.

Wer einfach nur die Preise vergleichen möchte, der findet im Web Rechner wie www.biostromvergleich.de. Dort gibt man seine Postleitzahl ein sowie den ungefähren Verbrauch und bekommt automatisch die günstigsten Anbieter aufgezeigt. Leichter geht es kaum.

Der ökologischste Strom ist allerdings immer noch der, der weder erzeugt noch verbraucht wurde. Ein Ansatz der zwar unbeliebt ist, aber aus Sicht der Nachhaltigkeit am sinnvollsten. Wenn jeder Verbraucher seinen Konsum ein klein wenig zurückschrauben würde, vielleicht den Fernseher mal nicht rund um die Uhr laufen ließe und die Hälfte seiner Smartphones und Tablets gar nicht erst kaufen würde, dann hätte er nicht nur mehr Freizeit, sondern auch eine niedrigere Stromrechnung.

Und ein weiterer Ansatz wäre eine dezentrale Stromversorgung, denn die Verluste die dabei entstehen, dass Strom quer durch Europa geleitet wird, sind enorm. Aber das steht den Interessen der Großkonzerne natürlich im Weg, hier sind die Verbraucher selbst gefragt.


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1 Kommentar »

  Heizöl … das gibts noch? schrieb am 16 Januar 2015 um 10:19 Uhr:

[…] bald allerdings Biogasanlagen mit Lebensmitteln betrieben werden und Lebensmittel dann mangels Anbauflächen im eigenen Land aus […]

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