Umweltbundesamt baut Nullenergiehaus

Wer ein Bundesamt ist und die “Umwelt” im Namen führt, sollte auch mit gutem Beispiel für die Umwelt vorangehen. Und das tut das Umweltbundesamt, zumindest bei der Errichtung eines neuen Bürogebäudes in Berlin. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche, sagte bei der Grundsteinlegung: „Der Gebäudebereich spielt eine Schlüsselrolle beim Klima- und Ressourcenschutz. Der UBA-Neubau ist ein Beispiel dafür, wie nachhaltiges Bauen mit hohen ökologischen Standards auch in Bürogebäuden umgesetzt werden kann.“

Große Worte, aber was steckt dahinter? Das neue Bürogebäude wird ein Netto-Nullenergiehaus sein, d.h. der jährliche Primärenergieverbrauch darf die Energieerzeugung vor Ort aus erneuerbaren Energien nicht übersteigen. Damit erfüllt das Gebäude bereits die strengeren Anforderungen der europäischen Gebäuderichtlinie, die ab 2019 gelten werden.

Das UBA-Bürogebäude wird eine Photovoltaikanlage auf dem Dach haben zur Stromerzeugung. Und die Heizwärme wird von einer Wärmepumpe, die dem Grundwasser Wärme entzieht, gewonnen. Außerdem ist das Gebäude so gut gedämmt, das der Heizenergiebedarf bei nur etwa einem Viertel eines vergleichbaren, konventionellen Neubaus liegt. Lüftung, Wärmeversorgung und Beleuchtung können für jeden Raum indivduell gesteuert werden.

Bei so viel ökologischen Überlegungen stellt sich natürlich bei mir als Baubiologin gleich die Frage nach den Baustoffen. Man kann ein Gebäude auch mit Polystyrol dämmen und allerlei andere Baustoffe verbauen, die baubiologisch nicht zu empfehlen sind. Aber siehe da, auch hier geht das Umweltbundesamt mit gutem Beispiel voran. Es sollen schadstofffreie Baustoffe zum Einsatz kommen und der gesamte Rohbau samt Fassade wird aus Holz errichtet. Genaueres erfährt man dazu aber derzeit nicht.

Das Gebäude wird nach dem Bewertungssystem „Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude“ (BNB) zertifiziert werden und sogar den höchsten Standard in Gold erreichen. Dieses Bewertungssystem bewertet Gebäude nach ihrer ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen und funktionalen Qualität. Wer mehr zu dieser Zertifizierung wissen will, kann sich hier informieren.

Birgit Geistbeck – Baubiologin IBN

Quelle: www.umweltbundesamt.de

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1 Kommentar »

  Gerhard Zirkel schrieb am 9 November 2011 um 09:31 Uhr:

Na das hört sich doch toll an. Wenn man jetzt gemein wäre, könnte man behaupten, dass der Staat eben dafür sorgt, dass seine Beamten gut schlafen … :) aber schlafende Beamte gibt es wohl gar nicht mehr so viele wie früher …

Gerhard

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