Wenn Momiji im Herbst Japan durchzieht

Garten Manshu in Tempel in Kyoto

Garten Manshu in Tempel in Kyoto

„Momiji“: die japanische Bezeichnung für das herbstlich gefärbte Ahornblatt sowie für die Herbstfärbung an sich. Zeitgleich bezeichnet es einen jahreszeitlichen Höhepunkt voller Festivitäten, eine Saison, die nicht nur Wälder, sondern auch Gärten in leuchtende Farben taucht. Und wer kennt nicht die grandiosen Herbstfärbungen der unzähligen Ahornsorten oder des Ginkgo?

„Momiji“ ist aber auch etwas, das Japan durchwandert. Wie auch andernorts zieht die Herbstfärbung vom Norden in die südlicheren Bereiche. Somit kann man diesem Schauspiel der Natur zu dieser Jahreszeit nachreisen. „Momiji-gari“ ist die Bezeichnung für „Herbstlaubschau“ und das aktive Aufsuchen von Natur und Gärten, um dort diese Jahreszeit in ihrer Pracht zu erleben.

Im Frühling gibt es ein gegenläufiges Phänomen dazu: „Sakura“ – die Kirschblüte. Diese zieht in umgekehrter Richtung und bezeichnet gleichfalls eine jahreszeitliche Höhephase.

Als wir Anfang November nach Japan kamen, betrachteten wir ungläubig Postkarten mit unreal erscheinender Herbstfärbung. Für uns war klar – die müssen eingefärbt sein! Doch als Mitte November „Momiji“ Kyoto erreichte, wussten wir, dass nichts davon unwirklich war.

Garten Shisen do Tempel in Kyoto

Garten Shisen do Tempel in Kyoto

Staunend fügten wir uns in die große Schar der Menschen ein, die sich „Momiji-gari“ zur Aufgabe gesetzt hatten.

Wenn bei uns im November bereits oft kaum noch Laub auf den Bäumen ist, wandern im japanischen Kyoto tausende von Menschen in die unzähligen Gärten, um dort diese besondere Jahreszeit zu bewundern.

Nicht nur die leuchtenden Farben des Laubes auf den Bäumen sind beeindruckend.

Nachdem die Blätter zu Boden gleiten oder sich auf Moosflächen betten, formen sie auch dort noch für eine Weile ungewöhnlich bunte Teppiche.

In Kyoto befinden sich viele historische Gärten bei Tempelanlagen, die am Stadtrand errichtet wurden.

Angrenzend an die umgebenden Waldlandschaften wurden diese in die Gestaltung integriert. Die Tempelanlagen haben Aussichtspodeste, von wo der zugehörige Garten „in aller Ruhe“ betrachtet werden kann.

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Denn von Ruhe kann aufgrund der vielen Besucher in dieser Saison eigentlich keine Rede sein, sobald „Momiji-gari“ wie ein einziges großes Pilgern eingesetzt hat.

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„Momiji“ ist ein Erlebnis in Gelb-Orange-Rot, ein einzigartiges Schauspiel einer Jahreszeit. Es ist ein letztes innbrünstiges Glühen – bevor der Winter Einzug hält.

DI Martina Fina
imPuls! Gartendesign
Beraten – Gestalten – Erschaffen
www.MartinaFina.at


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