Insel Iona – Schottland

Insel Iona SchottlandIona, eine der ca. 25 schottischen Inseln der Inneren Hebriden, liegt rund 1,6 Kilometer westlich der größeren Insel Mull und ist 8,8 km² groß. Die höchste Erhebung ist der 101 Meter hohe Dùn Ì. Rund 125 Menschen lebten 2001 auf der Insel.

Die Busfahrt durch die traumhafte Landschaft der Insel Mull an den malerischen Seen, den so genannten Lochs, entlang und die beiden Fährfahrten um nach Iona zu gelangen, ermöglichen die richtige Einstimmung auf diese Insel.

Iona, die „Heilige Insel“ wie sie auch genannt wird, wurde 563 durch den irischen Heiligen Sankt Columban christianisiert. Columban gründete dort ein Kloster, diese erste Klosteranlage bestand bis ins 11. Jahrhundert. Viele vermuten, dass das Book of Kell im 7/8 Jahrhundert in Iona verfasst wurde. Iona wurde auch zur Begräbnisstätte der frühen Könige von Schottland und ihrer Nachfolger. Der letzte von diesen war, der aus Shakespeares gleichnamigem Roman bekannte, Macbeth.

Iona Boote

Es gibt auf Iona eine Communitiy, eine christlich-ökumenische Gruppe, die hier ihr geistliches Zentrum hat. Ziel der Arbeit dieser Gemeinschaft ist es, „neue, frische Wege zu finden, die Herzen aller zu erreichen“. Die Gemeinschaft tut dies vor allem durch Sozial- und Jugendarbeit sowie Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden auf der ganzen Welt. Dieser Geist schwebt sozusagen über der Insel, man spürt es förmlich beim Verlassen der Fähre. Zunächst unterscheidet sich Iona nicht wesentlich von den anderen Inseln der inneren Hebriden. Doch das besondere Flair wird bewusst, sobald man dort an Land geht. Es stellt sich augenblicklich eine Art innerer Frieden ein.

Nach der herzlichen Begrüßung durch Abigall, unserer B&B-Gastgeberin, die unser Gepäck im Auto zu ihrem Haus mitnimmt, entscheiden wir uns für den Fußmarsch dorthin. Der erste Spaziergang führt uns bis zur Nordspitze. Wir werden ziemlich nass, da das Wetter auf Iona das hält, was ein Schottlandurlaub verspricht, aber als wir nach 45 Minuten bei unserem Quartier ankommen, haben wir trotz nassen Hosen ein breites Grinsen im Gesicht. Irgendwie hat uns das Insel – Feeling gepackt. Wir fühlen uns prima, ziehen uns trockene Sachen an und mittlerweile scheint schon wieder die Sonne – auch typisch schottisch.

Wunschkreuz IonaNach dem Abendessen besuchen wir das Abbey und obwohl ich kein eifriger Kirchgänger bin, gefällt mir diese Art Abendandacht/Gottesdienst sehr. Es wird viel gesungen, die Lieder klingen sehr fröhlich und dieser Gottesdienst hat nichts Steifes oder Belehrendes. Ich fühle mich sehr vertraut mit allem, als wäre ich schon oft hier gewesen und hätte mit Allen dieses Ereignis zelebriert. Die ganz besondere Atmosphäre der Abbey berührt und lässt dieses Gefühl von Frieden in mir aufsteigen, dass ich bei unserer Ankunft auf der Insel bereits verspürte, jedoch jetzt noch tiefer und wie selbstverständlich. Es ist schwer zu beschreiben.

Nach dem Gottesdienst besichtigten wir die Abbey und saugen die ganz spezielle Stimmung förmlich in uns auf. Eine Inselbewohnerin leitet die Führung und erklärt uns die Bedeutung des Kreuzes, das in der Ecke an die Wand angelehnt, gespickt mit vielen Zetteln, steht. Sie Sagt: „Wenn man einen Wunsch hat, z.B., der kranke Vater möge bald genesen oder die Tochter im fernen London soll gesund wieder nach Hause kehren, dann schreibt man das auf einen Zettel und heftet ihn an das Kreuz.“

Wir entdecken noch mehr Kreuze mit unzähligen Zetteln, neugierig schauen wir uns die Zettel näher an, wir sehen eine rote Schleife, der Text dazu sind Segenswünsche für einen Aidskranken. Eine homosexuelle Vereinigung wünscht sich hier gutes Gelingen für ihr nächstes Projekt und vieles andere mehr.

Man ist auf Iona Minderheiten gegenüber offen und geht liebevoll mit Allem und Jedem um, ohne Scheu, ohne Berührungsängste. Der natürliche Umgang mit allem, was auch uns manchmal fremd erscheint, ist das Faszinierende an dieser christlich-ökumenischen Communitiy, die auf Iona nur ca. 20 von mittlerweile insgesamt 80 Inselbewohnern zählt. Viele von Ihnen, sogar die meisten, leben allerdings verteilt im ganzen Land. Es hat etwas Tröstliches, dass diese geistige Haltung in die Welt getragen wird und so die Menschen erreicht.

Begegnungen dieser Art, lassen mich hoffen, dass „alles gut wird“. Auch, wenn dieses Ansinnen für manche etwas naiv klingen mag. Die wirklich menschlichen Bedürfnisse wirken oftmals seltsam lächerlich, wenn man sie beim Namen nennt.

3 Tage auf Iona kommen mir im Nachhinein viel erholsamer vor als manch anderer Urlaub in der Vergangenheit. „Ich komme wieder hierher!“ verkünde ich im Überschwang. Später, auf der Fähre, wird mir bewusst, wie weit oder besser umständlich der Weg nach Iona ist.

Es gibt keinen Flughafen, keine Schienen, also keine Züge, Autobahnen usw. Eine *„Single-Cross-Road“ führt durch die Highlands. Mit der Fähre erreicht man die Insel Mull. Die muss erst überquert werden, um am anderen Ende mit der Fähre nach Iona über zu setzen. Es ist also gar nicht so leicht und schnell hierher zu kommen.

Wie gut!! Ist mein abschließender Gedanke….Vielleicht kann nur von solch einem Fleckchen Erde der wirkliche Frieden kommen???

* so heißen die Straßen in den Highlands, die nur eine Fahrspur haben, für beide Richtungen. Kommt Gegenverkehr, gibt es ca. alle 500 m Einbuchtungen, auf denen der jeweils andere Verkehrsteilnehmer wartet bis er wieder freie Fahrt hat.

Michaela Adami-Eberlein
www.fengshuipraxis-much.de


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