So reduzieren Sie Elektrosmog im Büro

Die Vermeidung von Elektrosmog macht eine großen Anteil der Baubiologie aus. Nicht umsonst gibt es baubiologische Messtechniker, die Elektrosmog mit einer Vielzahl von Geräten messen können und auch Abhilfe schaffen, wenn die Belastung zu groß ist. Leider ist es bei einem Großteil der Bevölkerung noch nicht angekommen, dass der menschliche Körper mit elektrischen Impulsen gesteuert wird und allein schon deswegen von elektrischen und magnetischen Feldern beeinflusst wird, da sie in unserem ausgeklügeltem menschlichen System dazwischenfunken.

Umso mehr muss man focus online anrechnen, dass er einen Artikel über die Vermeidung von Elektrosmog bringt und sogar noch darauf hinweist, dass diese Vermeidung mit einer kleinen Einbuße an Komfort einhergeht.

“So reduzieren Sie Elektrosmog im Büro” meldete gestern focus online. Dabei geht es nicht nur um die Vermeidung von Elektrosmog im Büro, sondern auch im Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad und ums Telefonieren daheim und unterwegs.

Es werden eine Fülle von Tipps gebracht, die ich – als Baubiologin – zum großen Teil unterstreichen kann, bei manchen mit einer Anmerkung.

Für das Schlafzimmer wird die Verbannung des Radioweckers und eigentlich sämtlicher elektrischer Geräte empfohlen, also DECT-Telefon (gehört meiner Meinung nach sowieso komplett aus dem Wohnbereich verbannt), Handy, Leselampe mit Netzteil, elektrische Heizdecke etc. Der Radiowecker wird durch einen Batteriewecker ersetzt, das Handy weckt auch in ausgeschaltenem Zustand oder im Flugzeugmodus. Verlängerungskabel unter dem Bett sollte man tunlichst auch vermeiden, außer es handelt sich um geschirmte Verlängerungkabel, elektrische Geräte kann man mit einer abschaltbaren Steckdosenleiste vom Stromnetz trennen, ebenso kann mit diesen abschaltbaren Steckdosenleisten so Dauerstrahler wie DECT und WLAN nachts vom Netz trennen. Wer es ganz genau wissen will, kann einen baubiologischen Messtechniker vorbeikommen lassen, der die Felder im Schlafzimmer misst und eventuell den Einbau eines Netzfreischalters empfiehlt, der dann den Stromkreis komplett unterbricht, sobald der letzte Verbraucher ausgeschaltet ist. Aber so ein Netzfreischalter sollte nur mit einer Messung vor und nach Unterbrechung des Stromkreises eingebaut werden.

Babyphone sollten auch möglichst weit vom Babybett entfernt stehen. Diese Dinger arbeiten mit der gleichen Technologie wie DECT und WLAN, sie produzieren also immense hochfrequente Felder. Und Babys Schädeldecke ist bei weitem noch nicht so hart und dick wie bei Erwachsenen. Ökotest hat vor kurzem Babyphone getestet. Es gibt auch einige, die weniger strahlen.

Weiter geht’s zur Küche. In nahezu jeder Küche steht eine Mikrowelle. Mikrowellen sind auch ein Reizthema bei uns Baubiologen. Es gibt quasi keine Mikrowelle ohne Leckstrahlung, je älter die Mikrowelle desto größer das Risiko einer Leckstrahlung. Sie wissen, was mit dem Essen in der Mikrowelle passiert? Was passiert dann wohl mit Ihnen, wenn ein Teil der Strahlung nach außen dringt?

Selbst das Thema “Energiesparlampen” greift der Artikel auf. Es ist schon beachtlich, dass hier steht “Die meisten Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) senden hochfrequente Strahlung aus. Wo dies noch möglich ist, sollten daher eher Glühbirnen eingesetzt werden – wenn es darum geht Elektrosmog zu reduzieren.” Ich bin echt überrascht!

Für die Reduzierung von Elektrosmog im Büro wird ein Router empfohlen, mit dem man die Intensität der WLAN-Verbindung einstellen kann. Das WLAN gar nicht zu nutzen oder zumindest nur anzuschalten, wenn es tatsächlich genutzt wird, wäre natürlich noch besser. Und bei der Montage sollte man aufpassen, dass das Gerät nicht verdeckt wird, ansonsten muss es nämlich die Leistung wieder hochfahren.

Wer noch einen alten Röhrenmonitor besitzt, kann die Strahlenbelastung am Arbeitsplatz durch die Anschaffung eines Flachbildschirm reduzieren. Dabei aber unbedingt auf TCO-Norm achten.

Bleibt noch das Handy. Dass die Strahlenbelastung durch einen Mobilfunksendemasten vergleichsweise gering ist, kann ich so nicht unterstreichen. Dadurch, dass jeder auch im letzten Winkel der Tiefgarage per Handy erreichbar sein muss, und Fotos und Daten verschickt werden müssen, man jetzt auch per Handy im Internet surfen möchte, wird zum einen die Sendeleistung der bereist vorhandenen Sender erhöht und zum anderen immer mehr Mobilfunksender montiert.

Beim Handy-Kauf auf den SAR-Wert zu achten, ist sicherlich nicht falsch, aber wichtiger sind die aufgeführten Verhaltensregeln: keine Dauergespräche am Handy, die Antenne des Mobiltelefons nicht mit der Hand verdecken, Handy-Telefonate im Auto nur mit Außenantenne.

Den Verweis auf die Studien des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und der Hinweis auf die Einhaltung der Grenzwerte finde ich ziemlich überflüssig. Die Grenzwerte orientieren sich auf die Wärmeeffekte und nicht auf die biologischen Auswirkungen auf dem menschlichen Körper. Und es gibt genügend Studien, die sehr wohl die gesundheitlichen Schäden durch hochfrequente Strahlung nachweisen.

Aber alles in allem, finde ich den Artikel richtig gut.

Birgit Geistbeck – Baubiologin IBN

Quelle: focus online

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