Abnehmen mit Feng Shui

Eine entscheidende Rolle bei der Raumgestaltung nach Feng Shui spielt die Raumbestimmung. Darunter verbirgt sich die Art und Aufgabe eines Zimmers. So ist z.B. ein Schlafzimmer ein ruhiger, yinbetonter Raum, der Erholung, Regeneration und Ruhe unterstützen soll. Eine Küche ist dagegen ein aktiver Yang-Raum, weil hier die Lebensmittel zu Nahrungsmittel aufbereitet und damit aufgewertet werden. Dabei werden fließendes Wasser (Yang) und Hitze (Yang) zum Kochen gebraucht (ausgenommen manche Single -Küchen, in denen lediglich eine Mikrowelle und Kaffeemaschine im Gebrauch sind).
So weit, so gut bis auf einen Raum, bei dem die „moderne“ Gewohnheiten im Gegensatz zu den klassischen Feng Shui Regeln stehen und uns leider alles andere als gut tun. Gemeint ist ein Esszimmer bzw. ein im Wohnzimmer oder in der Küche integrierter Essbereich.
Aus Erfahrung des täglichen Lebens neigen wir dazu, den Essbereich als Yang-Raum zu werten. Der Esstisch und die gemeinsame Mahlzeiten werden häufig für Kommunikation, Gespräche und leider auch Auseinandersetzungen genutzt. Diese Gewohnheit widerspricht aber der Hauptfunktion und Aufgabe eines Essbereichs, die nach wie vor in der Nahrungsaufnahme liegt. Nahrung aufzunehmen ist eine ausgesprochene Yin-Tätigkeit: wir nehmen etwas auf (Yin) und wollen es behalten (Yin), das Essen wird herunter (Yin) in den Verdauungstrakt befördert und soll nicht wieder hoch kommen. Damit dieser lebenswichtige Vorgang auch reibungslos funktioniert, braucht er eine Yin-betonte Umgebung und unsere Ruhe und Achtsamkeit. Ablenkung durch Yang-betonte Unterhaltung und Umgebung, bleibt nicht ohne Folgen auf die Aufnahme und Verwertung der Nahrung. Unruhiger Magen, Völlegefühl, Sodbrennen und übermäßiges Aufstoßen können dafür symptomatisch sein.

Besonders Kinder werden durch Yang-Umgebung vom Essen abgelenkt. Unruhe und Stress für die ganze Familie können die Folge sein.
Auch Übergewicht kann auf das Konto der Unruhe beim Essen gehen. Wenn wir im Stress, Eile und unruhiger Atmosphäre essen und dabei auch noch engagiert diskutieren oder sogar fernsehen, dann denkt unser Verdauungstrakt, wir wären auf der Flucht und die Nahrung könnte knapp werden. Deshalb wird die Verwertung der Nahrung auf „später“ verschoben und zuerst in Fettpolster umgewandelt (übrigens auch ein zusätzlicher Grund, warum Fast Food dick macht). Leider (oder zum Glück) kommt die erwartete Hungerzeit nicht. Stattdessen landet die nächste Essensladung im Magen, die auch wieder gespeichert wird.

Erinnern Sie sich an die guten, alten Sitten? Setzt dich hin, esse in Ruhe, rede nicht so viel beim Essen, nehme dir Zeit zum Essen – alle diese Ratschläge sind Yin-Ratschläge, die unsere Verdauung unterstützen und die richtige Nahrungsverwertung, die nicht zu Fettpolstern führt, fördern.

Es spricht nichts dagegen, den Esstisch auch als Ort für Kommunikation und Unterhaltung zu nutzen, aber nicht während den Mahlzeiten, sondern danach. Die Raumgestaltung soll unbedingt die Hauptfunktion als Ort der Nahrungsaufnahme unterstützen und Yin-betont sein.
Bei besonderen Gelegenheiten wie Feiertage, Geburtstage oder Promi-Dinner tun wir automatisch das Richtige, um den Raumcharakter dem Anlass anzupassen. Wir dekorieren festlich die Tafel und erhöhen damit ihren Yang-Charakter. In den Fällen geht es auch nicht vordergründig um lebenswichtige Yin-Nahrungsaufnahme, sondern um nettes, geselliges Yang-Beisammensein. Solche Anlässe sind und bleiben Ausnahmen im täglichen Lebensablauf auch wenn wir gerne anders hätten.

Eine ungünstige, yangbetonte Gestaltung des Essbereichs ist ein Beweis mehr dafür, dass das, was wir mögen, uns nicht immer gut tut.

Guten Appetit wünscht

Hedwig Seipel
Coach für Mensch und Raum

Bild: (C) H.Seipel

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3 Kommentare »

  Gerhard Zirkel schrieb am 5 Mai 2011 um 11:13 Uhr:

Hi Hetti,

du meinst also, ich sollte nicht immer im Büro essen, während ich Beiträge kommentiere, emails schreibe und gleichzeitig die neuesten Newsticker lese, während ich mich darüber aufrege dass der Nachbar mit seinem Radlader so einen riesen Lärm macht und das Ganze noch in der Yang-Umgebung meines Büros? :)

Gerhard

  Hetti schrieb am 5 Mai 2011 um 11:35 Uhr:

Hi Gerhard,

solange keine rote Tischdecke Deinen Schreibtisch schmückt, kann eigentlich nichts passieren ;-) .

Hetti

  Birgit Geistbeck schrieb am 5 Mai 2011 um 11:36 Uhr:

Hi Hetti,

toller Artikel. Jetzt weiß ich wenigstens, warum ich in unserem Haus immer “mehr” werde. Wir haben eine Essdiele (absoluter Durchgangsbereich), aber leider nicht anders zu lösen.

Gruß
Birgit

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