Es scheint ein Phänomen unserer Zeit zu sein: ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung). “ADHS ist eine Abweichung menschlichen Verhaltens von gesellschaftlich erwünschten Normen. Gekennzeichnet ist ADHS durch Unaufmerksamkeit, motorische Unruhe und Impulsivität. Diese Symptome müssen bei Kindern über mindestens sechs Monate an verschiedenen Orten auftreten, damit die festgelegten Kriterien erfüllt sind und die Diagnose mit Sicherheit gestellt werden kann. Die in den Wissenschaften erforschten Ursachen sind vielfältig. Studien zeigen zunächst einmal, dass die Gehirne von ADHS-Betroffenen v.a. auf neurochemischer und funktioneller Ebene deutlich anders strukturiert und organisiert sind.”, so Ulf Sauerbrey, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Autor des Buches “ADHS durch Umweltgifte? Schadstoffe in der Kinderumwelt”.
Er führt ADHS neben der genetischen Disposition, den psychosozialen Faktoren und der Beziehung zu erwachsenen Bezugspersonen auch auf Umweltfaktoren wie Farb- und Konservierungsstoffe und Schwermetalle zurück.
Bei den Schwermetallen spielen vor allem Blei, und Quecksilber (Amalgam) eine große Rolle. Es wird aber auch vermutet, dass Weichmacher, Polychlorierte Biphenyle und Pestizide zumindest Einzelsymptome der ADHS verursachen.
Da es immer dauert, bis wissenschaftliche Erkenntnisse in die therapeutische Praxis einfließen, empfiehlt Sauerbrey den Eltern vorsorglich Umweltgifte so weit als möglich zu meiden, was – meiner Meinung nach – gar nicht so einfach ist, wie die Untersuchung des BUND in Kindergärten zeigt.
Hier können Sie das komplette Interview mit Ulf Sauerbrey lesen.
Birgit Geistbeck
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