Feng Shui – ab Januar nur noch für Erwachsene?

Deutschland hat sich ja in den letzten Jahren in Sachen Internetrecht nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Da wollte man schon mal erreichen, dass alle im Netz veröffentlichen Inhalte der Deutschen Nationalbibliothek übermittelt werden sollen, ohne dass die überhaupt wussten wie sie das bewerkstelligen sollen.

Dann sollte man sich von verlinkten Seiten distanzieren und dann wieder nicht und so weiter. Alles letzten Endes recht harmlos, nur ab dem 1. Januar 2011 könnte es echt ernst werden.

Es geht um den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, der eigentlich dafür sorgen soll, jugendgefährdende Inhalte in den Medien von der Jugend fern zu halten. Also ein im Prinzip löbliches Unterfangen.

Dieser Vertrag wird nun erweitert und sieht dann vor, dass JEDE Onlinepublikation, also auch dieser Blog einer Altersklasse zugeordnet wird oder nur zu bestimmten „Sendezeiten“ online ist.

Die Zuordnung nimmt entweder ein Fachmann vor, was für diesen Blog schlicht nicht bezahlbar ist, oder man macht es selber, läuft dann aber Gefahr hohe Strafen zu zahlen wenn man dabei Fehler macht.

Ich bin nicht in der Lage eine Zuordnung vorzunehmen, so bleibt ab Januar möglicherweise nur noch die Möglichkeit den Blog mit einer Altersbeschränkung ab 18 zu kennzeichnen. Liebe Jugendliche Feng Shui Interessierte: PECH GEHABT

Dennoch muss ich einen Jugenschutzbeauftragten bestellen, was auch Geld kostet, das der Blog halt nicht erwirtschaftet.

Vielleicht mache ich die Seite aber auch gleich ganz dicht, denn der nächste Schildbürgerstreich unserer Zensurpolitiker kommt sicher bald. Wenn wir so weitermachen, ist das Internet in China bald offener als unseres.

Profitieren werden von dieser Regelung nur die großen Nachrichtenportale, denn die sind praktischerweise von diesen Verpflichtungen ausgenommen. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

Ausländische Seiten sind übrigens nicht betroffen, dort können die Inhalte so jugendgefährdend sein wie sie wollen. Ein paar weiterführende Links:

https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,732060,00.html

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Blog-macht-wegen-neuem-Jugendschutzgesetz-dicht-Updates-1144566.html

Nachtrag, für die die es sich antun möchten:

https://www.rlp.de/filea…tsvertrages.pdf

Roland Steiner
extrem jugendgefährdender Berater für chinesische Raum- und Landschaftspsychologie
www.feng-shui-direkt.de
www.feng-shui-suche.de


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13 Kommentare »

  Sylvia schrieb am 1 Dezember 2010 um 06:31 Uhr:

Hi Gerhard,

1) Ich biete dir als Blogger Asyl an 🙂

2) Weitergedacht schlag ich vor, du meldest in Österreich einen Zweitwohnsitz an und bietest von dort aus Punkt 1) für Blogger an.

3) Noch weitergedachter bekommst du pro Blog und pro Monat – sagen wir mal – 10 Euro (das ist leistbar), das macht bei 1000 Blogs 10.000 Euros.

4) Ab nach Bali ! 🙂

Sylvia

  Hedwig Seipel schrieb am 1 Dezember 2010 um 08:03 Uhr:

Hi Gerhard,

es bleibt nur zu hoffen, dass diese Schwachsinnregelung, ähnlich wie die Sache mit der Bibliothek, wegen Undurchführbarkeit, im Sand verläuft.
Aber die Idee, das Blog ab 18 zu deklarieren, finde ich als ein super Marketing-Gag! Ab sofort werden alle denken: Feng Shui macht Sex – und uns in Massen besuchen. Die Jugendlichen schauen ohnehin vorbei, verbotene Früchte schmecken am besten.
Ich weiß, dass Du eventuell die Grafik ändern willst, also denke daran, schön kurvig mit zarten Yin-Rundungen muss sie sein, so wie es sich im Feng Shui gehört.
Und ich schreibe dann das Buch „Das Märchen von der Feng-Shui-Sünde“ ;-).

Mit visionären Grüßen
Hetti

  Birgit Geistbeck schrieb am 1 Dezember 2010 um 09:14 Uhr:

Hi Gerhard,

das ist ja wohl der absolute Schwachsinn, diese Regelung. Danke für die Info, auf jeden Fall. Was ich dann mit meine Blog mache, weiß ich noch nicht. Ist Entrümpeln jugendfrei????

Was machst du denn mit deinen Blogs, Hetti?

Gruß
Birgit

  Hedwig Seipel schrieb am 1 Dezember 2010 um 09:41 Uhr:

Hi Birgit,

über Abschied und Sterben schreibe ich schon, also bleibt nur noch begraben ;-).
Ich habe das Thema gerade bei Xing als „Mitglieder fragen“ eingeworfen. Mal sehen, was die Mitglieder dort so meinen (https://www.xing.com/opensocial/canvas;app=4 ).

Ob Entrümpeln jugendfrei ist? Es kommt drauf an, was und wie man entrümpelt ;-).

Grüße
Hetti

  Gerhard Zirkel schrieb am 1 Dezember 2010 um 10:08 Uhr:

@Sylvia
Österreich wird tatsächlich immer interessanter als Wohnort. Es gibt in D ja noch mehr Schwachsinnsregelungen, da muss man sich nur mal ansehen was das Landgericht Hamburg immer für Urteile spricht. Da wird dir schlecht. Aber vorher prüfe ich sicherheitshalber die Rechtslage bei dir, denn nicht dass es da künftig ähnliche Dummheiten gibt.

@Hetti
Das mit der Bibliothek war harmlos, denn die hatte nie vor irgendwelche elektronischen Daten anzunehmen. Hier ist leider niemand, der das abblocken könnte.

@Birgit
Die Seite ist dann schon nicht mehr jugendfrei, wenn irgendwer in den Kommentaren ein Schimpfwort benutzt. Dann ist es zumindest schon ab 6 oder sogar ab 12 und den Jugendschutzbeauftragten brauchst du auf alle Fälle.

Mal sehen wie es weitergehen kann, wenn es finanzierbar ist mache ich weiter, wenn nicht dann eben nicht. Ansonsten bliebe noch die Möglichkeit dass Sylvia den Blog übernimmt … – Lust?

Gerhard

  Hedwig Seipel schrieb am 1 Dezember 2010 um 10:28 Uhr:

Hi Gerhard,

spannend wäre herauszufinden, welche Voraussetzungen man erfüllen muss, um Experte für Jugendschutz zu werden. Vielleicht gründen wir selbst eine Firma, die im Namen des Gesetzes Blogs überprüft. Es könnte eine interessante Einnahmequelle werden.

Hetti

  Birgit Geistbeck schrieb am 1 Dezember 2010 um 10:37 Uhr:

@alle

Mache gerade einen Online-Workshop zum Thema Netzwerken, in dem auch das Bloggen ein Thema ist. Da hab ich mal auf die Feng-Shui-Blog-Seite verlinkt. Eine der Moderatorinnen hat noch auf folgenden Link verwiesen: http://blog.beck.de/2010/11/30/jugendmedienstaatsvertrag-und-altersfreigabe-im-internet

Gruß
Birgit

  Gerhard Zirkel schrieb am 1 Dezember 2010 um 10:52 Uhr:

@Hetti
Das war auch meine erste Idee. Weniger um den Service anderen anzubieten, sondern eher um uns gegenseitig als Jugendschutzbeauftragte zu ernennen. Bislang habe ich nur herausgefunden, dass man keine juristische Ausbildung benötigt, also auch Nicht-Anwälte diesen Job machen können. Aber was man nun definitiv können muss, scheint auch wieder nirgendwo verbindlich geregelt zu sein.

Gerhard

  Hedwig Seipel schrieb am 1 Dezember 2010 um 10:56 Uhr:

Hi Gerhard,

bleibt dran, das könnte was werden.

Grüße
Hetti

  Bodo Trieb schrieb am 1 Dezember 2010 um 11:57 Uhr:

Moin Gerhard,

Du hast in Deiner unmittelbaren Nähe 2 Sachverständige für Feng Shui. Diese beiden sind doch prädestiniert, um als SittenwächterIn aufzutreten, oder?! Wir sind gerne bereit, „denen da oben“ zu zeigen, welchen Schwachsinn sie wieder verzapft haben. Nicht wahr, Hetti?
Für mich fällt diese Maßnahme in die Rubrik „Betreutes Denken“. Manche denken halt nicht weiter, als sie ein Klavier werfen können. „woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich gehört habe, was ich sage“ werden sich da auch einige sagen. Zu spät, jetzt ist es in der Welt und wir müssen darüber lachen. Wenn das nicht traurig ist.

Mit sachverständigen Grüßen,
Bodo

  Sven Christeleit schrieb am 1 Dezember 2010 um 17:49 Uhr:

Hi Gerhard,
Ich schlage vor erst einmal abzuwarten wie die Dinge sich in der gesetzlichen Umsetzung entwickeln, und schlage vor, dies durch Proteste zu unterstützen.
Unabhängig davon, richtet sich diese Seite ( feng shui blog ) eh an Menschen im geschäftsfähigem Alter und nicht an Jugendliche und Kinder. Das kann auch so geschrieben werden.

Mit Grüßen, und danke für den Hinweis
Sven

  Christoph Martin schrieb am 2 Dezember 2010 um 23:27 Uhr:

Hallo Gerhard,

für ein wenig Beruhigung könnten folgende Links sorgen:
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/12/01/warum-blogger-gelassen-bleiben-konnen/
http://www.news.de/medien/855090009/der-gesetzestext-ist-eine-katastrophe/1/

Zwar ist auch das keine vom Bundesverfassungsgericht in zig Verfahren bestätigte Interpretation, aber wir sind nun mal keine Nichtstuer. Mit jeder Aktion könnten wir irgendwelches Recht verletzen und haben uns trotzdem nicht in unser Kämmerlein eingeschlossen.

Also, dein Blog sollte schon weitergehen, da er wie viele andere auch eine Bereicherung unseres Lebens darstellt. Musst ja nicht täglich von so was Schmutzigem wie 6 im Feng-Shui-Schlafzimmer berichten. 😉

Liebe Grüße
Christoph

  Gerhard Zirkel schrieb am 3 Dezember 2010 um 13:36 Uhr:

Hallo Christoph,

die Links kenne ich mittlerweile auch, der große Knackpunkt war der Jugendschutzbeauftragte den man ab Januar definitiv bestellen muss. Der scheint aber doch bezahlbar zu sein, zumal er bei diesem Blog ja nicht wirklich etwas tun muss.

Es geht also weiter – bis zum nächsten Schlag zumindest. Auf die ganz schmutzigen Geschichten verzichten wir halt dann 🙂

Gerhard

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