im Juli standen soziale Aspekte im Vordergrund, ebenso wie Gesundheit im weitesten Sinne und Klarheit in Beziehungen.
Die Sache mit den sozialen Aspekten hatte Herr Minister Brüderle wohl falsch verstanden. Er will unbedingt ausländische Fachkräfte ins Land holen und dafür unser Land attraktiver gestalten (www.tagesschau.de . . . 100.html). Mal wieder mit Begrüßungsgeld. Werter Herr, haben wir immer noch nicht genügend Arbeitslose? Klar, nicht jeder Arbeitslose ist eine sog. Fachkraft, aber sicherlich sind in den vielen Millionen, die ohne Arbeit sind, genügend ausreichend qualifizierte Mitmenschen zu finden. Aber dazu müsste die Industrie ihre Einstellung ändern. Berufserfahrung wird ja schon seit den 90er Jahren nicht mehr bezahlt. Da albert man lieber mit „jungen Teams“ herum, deren Arbeit – wegen mangelnder Erfahrung – viel länger dauert und damit wesentlich teurer wird. Hauptsache, wir haben Lohnkosten gespart, gelle?! So etwas vergrault Fachkräfte und wen wundert’s, dass diese ins Ausland abwander(te)n?! Da einen Umdenkprozess anzuleieren, da könnten Sie sich wahrlich profilieren, Herr Minister. Und wenn Sie zusätzlich etwas geistreiches tun wollen, machen Sie sich doch bitte für ein vernünftiges Bildungssystem im eigene Land stark. Dieses unsere Bildungssystem steht im Verdacht, gezielt die Verblödung von Schülern und Studenten zum Ziel zu haben. Klar, wenn man das Volk ungebildet hält, merkt es nicht, wie es von den Politikern verscheißert wird. Passt sicherlich so manchem in den Kram.
Ganz bestimmt auf dem richtigen Weg ist Karstadts Insolvenzverwalter, der den Ex-Arcandor-Konzernchef Middelhoff auf Schadenersatz verklagt (www.tagesschau.de . . . 284.html). Recht so! Es geht dabei nicht so sehr um Management-Fehler, sondern darum, dass besagter Herr zum Nachteil des Konzerns und dessen MitarbeiterInnen sich selbst einiges in die eigene Tasche geschaufelt haben soll. Und damit ist definitiv nicht sein Honorar gemeint. Endlich treten Leute auf, die auch sog. Top-Manager zur Verantwortung ziehen wollen. Höchste Zeit, wie ich finde.
Am 20.04.2010 explodierte in der Karibik die BP-Bohrinsel Deepwater Horizon. Seit dem sind viele Millionen Liter Öl ins Meer geflossen. Das Desaster ist noch lange nicht vorbei, ein Ende nicht absehbar. Öl fließt weiter ins Meer. Jetzt hat BP den Rücktritt seines Chefs Hayward bekannt gegeben (www.dw-world.de . . . 00.html). Dessen Unfähigkeit im Umgang mit der Katastrophe bekommt er noch mit einer Abfindung von ca. 14 Millionen Euro vergoldet. Damit kann er sich ne Menge Seifen kaufen, um die vielen Millionen Liter Öl abzuwaschen, die an seinen Händen kleben. Aber warum, bitte schön, geht er erst zum 01. Oktober? Damit er noch mehr Unheil anrichten kann?
Für mich ist der Herr auch einer, der für seine Unfähigkeit zur Rechenschaft gezogen werden sollte. Übrigens . . . BP bohrt weiter. Fortsetzung der Tiefseebohrungen: demnächst im Mittelmeer. Vor der Küste Libyens (http://de.wikinews.org/ . . . Mittelmeer).
George Orwells 1984 lässt mal wieder grüßen. Die NSA; die Nationale Sicherheitsbehörde der USA, und ein Rüstungskonzern arbeiten an weiteren Mitteln und Wegen, Zeitgenossen noch gläserner zu machen. Ein weiterer Schritt zur totalen Überwachung (www.basicthinking.de . . . ueberwachung/). „Perfect Citizen“ (http://online.wsj.com . . . html) ist der in manchen Ohren wohlklingende Name für dieses zweifelhafte Projekt. Glücklicherweise gibt es auch Politikern, die sich zumindest kritisch über dieses Projekt äußern. Warum nur kritisch äußern? Warum nichts dagegen unternehmen?
Und wenn wir ab zu auch mal was geschenkt bekommen, dann sind wir so richtig froh. Watt en Glück, dass es das iPhone gibt. Für das Teil mit der Nummer 4 gibt es doch tatsächlich eine kostenlose Hülle. .Man stelle sich vor: kostenlos (http://www.fscklog.com . . . app)! Kaum ist die Meldung raus, machen sich die modebewussten Fratzenmacher auch sofort Gedanken um die passende Farbe der Hülle. Erstaunlich, was die Welt doch wirklich bewegt.
Worauf müssen wir uns nun im August einstellen?
Für uns friedliebende, rücksichtsvolle, kooperative und umsichtig handelnde Zeitgenossinnen und Zeitgenossen hält der neue Monat so manche Herausforderung bereit. Wir werden nämlich miterleben müssen, wie die viel zitierten „Anderen“ sich selbst unangemessen wichtig nehmen, ihre Ellenbogen ausfahren und sich heftig in den Vordergrund spielen. Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht, meinen sie und verhalten sich entsprechend. Erschwerend wird hinzukommen, dass operative Hektik als Ersatz für geistige Windstille einher gehen wird. Viel Lärm um nichts. Viel Gerede werden wir über uns ergehen lassen müssen, dem aber kaum Taten folgen werden. Und wenn dann doch mal was getan wird und das auch noch schief gehen wird, wird schnell die Verantwortung anderen Anderen in die Schuhe geschoben. Ganz viel Schein, sehr wenig Sein. Mit viel Glitzerkram und schillernden Fassaden wollen sie uns umgarnen und uns eine schöne, heile Welt vorgaukeln, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Äußerst unangenehm kann dann das Erwachen sein, wenn auch die Anderen erkennen müssen, dass sie selbst Trugbildern aufgesessen sind. Das klingt nach echter Hochkonjunktur für DSDS und der Suche nach dem nächsten germanischen Topmodel.
Tja, so wird’s geschehen, wenn die anderen die Zeichen der Zeit nicht erkennen.
Da haben wir es viel besser, denn wir wissen, was der Monat wirklich von uns erwartet.
Und so betrachten wir zunächst zurückhaltend die Anderen und erkennen, dass deren Sichtweise der Dinge nur rein digital ist. Für die gibt es nämlich nur schwarz oder weiß. Sonst nichts. Wir aber betrachten die Welt viel differenzierter und erkennen durch unseren gesunden Abstand zu den Dingen jede Menge Zwischentöne. Diese akzeptieren wir dankbar, erschließen für uns und machen sie für uns nutzbar. Umsicht, Weitsicht und Kreativität seien dabei unsere Wegbegleiter, welche sich unbedingt mit Geduld paaren sollten. Eile mit Weile, sagt unser Volksmund. Ein anderer Volksmund, der asiatische, drückt das so aus: wenn Du es eilig hast, mache einen Umweg. Richtig, Sabine, wir haben keine Zeit für Abkürzungen. Also: erst (nach)denken, dann handeln. Wir müssen aber selbst denken und uns nicht in den Bereich des betreuten Denkens begeben. Fremde Meinungen einfach ungeprüft zu übernehmen, taugt nichts. Wir wollen schließlich nicht als „Baxer“ bezeichnet werden. Das sind übrigens Bauern, denen man ein „x“ für ein „u“ vorgemacht hat.
Und wenn das eigene (Nach)Denken bewirkt, dass wir unsere Einstellung zu verschiedenen Dingen ändern müssen, dann tun wir das auch. Verabschieden wir uns von Altem und begrüßen wir freudig Neues. Ich finde es vollkommen in Ordnung, seine Einstellung und Meinung zu ändern. Das ist auf jeden Fall viel besser als keine zu haben, die man ändern könnte.
Einen erkenntnisreichen August wünscht
Bodo Trieb
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