Teure Kolleginnen, werte Kollegen, hochverehrte Leserinnen und Leser,

2010_07visualisieren, entscheiden, kraft- und schwungvoll handeln und vollenden standen im Juni auf dem Plan.

Bei Karstadt scheint das geklappt zu haben. Endlich ist das Ringen verschiedener Investoren um die marode Kaufhauskette entschieden. Wurde aber auch Zeit, oder?! Der neue Eigner, Nicolas Berggruen, hat sogar versprochen, alle 25.000 Arbeitsplätze im Konzern zu erhalten. Sehr löblich! Ich wünsche allen Beteiligten alles Gute. (www.spiegel.de/. . . ,00.html )

G-Gipfel ohne Ende. Erst G8, dann G20. Die Ergebnisse sind wahrlich der Gipfel. Absolut finster, was sich die Führer unserer freien Welt da so alles leisteten. Greifbare, umsetzbare, sinnvolle oder realitätsbezogene Ergebnisse oder Beschlüsse? Fehlanzeige!!! Kosten? Gigantisch!!! Allein für die Sicherheitsmaßnahmen in Toronto wurden umgerechnet etwa 870 Millionen Euro ausgegeben (www.n-tv.de/. . . 817.html)!!! Und die Kosten, die jedes Teilnehmerland aufbringen musste, um die Delegationen hochherrschaftlich nach Kanada zu karren, zu verköstigen und zu bespaßen, sind noch nicht einmal in irgend einer Form beziffert.
In meinen Augen schwachsinniger Wahnsinn! So viel Geld kann garantiert sinnvoller ausgegebene werden.
Wie wäre es denn zur Abwechslung mal mit Videokonferenzen? Die Technik ist vorhanden und funktioniert hervorragend. Ein paar Euro könnten vielleicht noch in das Thema Abhörsicherheit investiert werden, aber ansonsten ist doch alles überall vorhanden. Dann könnte das frucht- und ergebnislose Gelaber losgehen. Und es wäre auch nicht schlimm, wenn solche Konferenzen ausgingen wie das viel zitiert Hornberger Schießen. Auch bräuchten keine Gullideckel zugeschweißt oder Schallkanonen eingesetzt zu werden (http://de.news . . . 625d2.html). Außerdem würde die Umwelt geschont, weil viel weniger Polit-Tourismus stattfinden würde.

Immer mehr Kinder unter drei Jahren gehen in Kitas oder zu Tagesmüttern. Im vergangenen Jahr besuchte jeder fünfte Einjährige eine Einrichtung, bei den Zweijährigen waren es sogar fast 40 Prozent, wie aus dem von der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh vorgelegten “Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme” hervorgeht. So steht es unter http://www.n24.de . . . 52.html geschrieben.
Ich finde eine Meldung wie diese erschreckend. Wozu noch Kinder in die Welt setzen, wenn sie doch bei der erst besten Gelegenheit abgeschoben werden?! Kinder, ein Steuersparmodell, für das viele keine Verantwortung mehr übernommen wollen? Oder ein Prestigeobjekt? Oder die Möglichkeit, den oft sonderlich anmutenden Ehrgeiz der Eltern zu realisieren?

Fängt die Saure-Gurken-Zeit jetzt schon vor den Ferien an? Unions-Politiker machen wieder von sich reden. Sie wollen einen IQ-Test für Zuwanderer einführen (http://www.focus.de . . . 524171.html). Und wer nimmt einen solchen Test bei den Unions-Politikern vor?? Würden so etwas auch bei ihnen durchgeführt, bliebe uns ganz bestimmt einiges erspart.

Apple, mit iPhone und iPad in aller Munde und Hände, will den jeweils aktuellen Standort der Nutzer speichern und bei Bedarf an Partner und Lizenznehmer weitergeben. Das ganze nennt sich dann standortbezogene Dienste. Die Datensammlung und -weitergabe soll anonymisiert stattfinden (http://t3n.de . . . 274265/). Bei aller Liebe, aber irgendwie kommt mir die Sache nicht ganz koscher vor, zumal etwa 20% der sog. Android-Apps Sicherheitsrisiken mit sich bringen (http://www.inside . . . 473.html). Und so ohne weiteres lassen sich diese Apps auch nicht immer deaktivieren. Kling(el)t irgendwie nach 1984.

Wie geht das Jahr nun weiter? Wir dürfen gespannt sein.
Im Vordergrund stehen im Juli soziale Aspekte. Nett und freundlich zu unseren Mitmenschen zu sein, ist eine Sache. Aber im Juli geht es um weit mehr als nur nachbarschaftliche Beziehungen. Wichtig wird es sein, besonders soziale Projekte auf gesunde Beine zu stellen und zu realisieren. Das ganz große Mit- und Füreinander steht auf dem Plan. Damit verbunden die dringliche Aufforderung an die Damen und Herren in der Politik , unserem Sozialstaat nicht noch mehr den Garaus zu machen. Es bietet sich jede Menge Sparpotential. Aber dazu müsste man ja mal die Augen öffnen, genau hinschauen und vor allem nachdenken und entscheiden, ob z.B. viele der gewährten Subventionen noch zeitgemäß sind oder überhaupt noch Sinn machen. Ich möchte wetten, dass wir auch in den Diäten- und Pensionsregelungen für Politiker noch sehr viel streichenswürdiges Potential finden können.
Der Juli steht auch im Zeichen unserer Gesundheit. Klar, ausreichend Bewegung an frischer Luft und gesunde Ernährung sind selbstverständlich. Von daher achten wir alle natürlich ständig auf unsere Gesundheit. Nein, es wird vordergründig weniger um unser körperliches Wohlbefinden gehen, sondern eher um unsere geistige oder mentale Gesundheit. Wenn es mit dieser nicht wirklich zum Besten bestellt ist, können früher oder später unangenehme körperliche Auswirkungen auftreten. Richtig: mens sana . . . Das alles mit dem ganz besonderen Thema Beziehungen. Gesunde Beziehungen tun uns gut, machen uns stark und lassen uns erstrahlen. Kranke Beziehungen dagegen reißen uns runter, schwächen uns und lähmen uns und machen uns dann auf Dauer richtig krank. Für solche unangenehmen Situationen und Beziehungen gibt es nur 2 Auswege: entweder wir krempeln solche Beziehungen um und stellen sie auf eine neue, gesunde gut tuende Basis. Das kann kontinuierliches und anstrengendes Arbeiten mit lohnendem Ausgang bedeuten. Im I Ging spricht man von „der Arbeit am Verdorbenen“. Oder aber wir trennen uns von denen, die uns nicht gut tun. Also lieber das viel zitierte Ende mit Schrecken als der Schrecken ohne Ende.
Was auch immer wir tun, wir haben die Wahl und können für uns selbst abwägen, wie es weitergehen soll. Wenn wir dann zu einer Entscheidung gekommen sind, sollten wir auch konsequent an der Verwirklichung arbeiten. Mit Lippenbekenntnissen kommen wir nämlich nicht weiter.

Einen klaren, umtriebigen und erfolgreichen Juli wünscht
Bodo Trieb
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2 Kommentare »

  Gerhard Zirkel schrieb am 30 Juni 2010 um 12:34 Uhr:

Hi Bodo,

ja, das mit den Kindern scheint hier im Blog grad ein Thema zu werden :) – dabei hab ich noch nicht mal welche … “da darf ich ja gar nicht mitreden”, höre ich immer dann, wenn ich mich im Bekanntenkreis mal wieder zu weit vorgewagt habe …

Das Miteinander im Juli hört sich aber vielversprechend an, lange genug habe auch ich als Einzelkämpfer versucht alles selber zu lösen. Das geht zwar, aber ob es sinnvoll ist bleibe dahingestellt. Das werden hoffentlich auch andere bald merken, denn gerade im Berufsleben wäre echte Zusammenarbeit schon eine tolle Sache. Mit der Art der “Teamfähigkeit” wie sie heute überall gefordert wird, kommt man eben nicht weiter.

iPhone und iPad nutze ich übrigens nicht, das Eiertelefon ist mir zu teuer und das andere “Ding” ist sowas von sinnfrei …

Gerhard

  Birgit Geistbeck schrieb am 5 Juli 2010 um 20:18 Uhr:

Hallo Bodo,

hast du Kinder? Und wenn ja, bist du oder deine Frau zu Hause bei den Kindern? Dieses Gelaber von wegen Kinder abschieben, wenn man sie mit 1 oder 2 in eine “Abschiebeeinrichtung” oder zur Tagesmutter gibt, hängt mir schön langsam zum Hals raus. Es gibt jede Menge bestens ausgebildeter Frauen, die eben auch mit Kind oder Kindern berufstätig bleiben möchten oder vielleicht aus finanziellen Gründen auch müssen. Diese Frauen sollten also alle auf Kinder verzichten, na dann gute Nacht Deutschland. Dann werden die Deutschen bald ausgestorben sein. Die Kinder haben absolut nichts von Müttern, die zu Hause bleiben und total unzufrieden sind, weil ihnen die Decke auf den Kopf fällt. Wo bleiben denn die Väter? Bleiben die etwa zu Hause???? Leider existiert die Großfamilie nicht mehr, in der drei Generationen unter einem Dach gelebt haben und sich die Großeltern dann um die Enkel gekümmert haben, wie das zum großen Teil heute noch auf den Bauernhöfen der Fall ist.
Die skandinavischen Länder und Frankreich machen es vor, dass es auch mit Fremdbetreuung funktioniert. Ich bin dafür, dass Frauen, die trotz Kinder arbeiten, nicht mehr diskriminiert werden. Bleib du mal 10 Jahre aus deinem Beruf draussen, meinst du, da nimmt dich noch jemand (außer du bist Beamter)?
Jede Frau sollte das so machen dürfen, wie sie es will ohne dafür als Hausmütterchen oder Rabenmutter beschimpft zu werden.

Birgit Geistbeck
Arbeitende und zufriedene Mutter einer zufriedenen Tochter

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