glitzernde Fassaden, gaaaaanz viel Schein, ganz wenig Sein zeigte uns der März. Genau wie es prognostiziert war. Glücklicherweise bekamen viele dieser auf Hochglanz polierten Fassaden gewaltige Risse. Was allerdings dann zum Vorschein kam, war zum Teil ekel- und grauenhaft.
Dabei denke ich ganz bestimmt nicht an die mehr als 5.000 Menschen, die sich in Sydney vor dem Opernhaus nackt fotografieren ließen (http://news.bbc.co . . . stm).
Nein, ich meine die vielen Fälle von sexuellem Missbrauch. Anscheinend ist z. Zt. nur eine Spitze des Eisbergs zuerkennen. Fast täglich werden neue Fälle bekannt, in denen Priester und Lehrer sich an ihren Schutzbefohlenen vergangen haben. Mittlerweile wurden sog. „Vertrauenstelefone“ eingerichtet, über die sich Opfer melden können (z.B. www.ka-news . . . 371121). In der katholischen Kirche gibt es inzwischen auch schon Beauftragte, die sich ausschließlich mit den Missbrauchsfällen beschäftigen sollen (http://www.n-tv.de . . . html). Immerhin, wenigstens das. Auch auf den ehemalige Erzbischof Ratzinger, der dann später zu Papst Benedikt XVI. mutierte, fällt in diesem Zusammenhang ein äußerst zweifelhaftes Licht (www.spiegel.de . . . html). Jetzt gerät er immer mehr unter Druck. Recht so! So muss es sein! Auch dieser Herr kann und darf sich seiner Verantwortung nicht entziehen!
Auch unser schwarz-gelbes Duo macht Negativschlagzeilen. Westerwilli geriet arg ins Kreuzfeuer der Kritik. Ihm wurde vorgeworfen, zusammen mit seinem Lebenspartner und mit verwandten und befreundeten Geschäftsleuten private Interessen mit Staatsangelegenheiten zu verknüpfen (www.spiegel.de . . . html). Biene Merkel hält noch schützend ihr Händchen über ihn. Finster, oder?!
Als Außenminister und oberster Diplomat wirkt der Herr in meinen Augen eher dilettantisch, als „Einfädler“ von Vorteilsnahmen scheint er ungleich erfolgreicher. Er sollte seinen Ministerposten an den viel zitierten Nagel hängen und einfach als Lobbyist durch die Welt tingeln. Die Nation hätte sicherlich mehr davon.
Unglücklicherweise geht der Schwachsinn mit der Umstellung auf Sommerzeit weiter. Ursprünglich eingerichtet, um Energie zu sparen, erwies sich diese Maßnahme schon nach ganz kurzer Zeit als Flop. Seit 1980 müssen wir diese den Organismus belastende Maßnahme gezwungenermaßen mitmachen (www.welt.de/news . . . html), seit 2002 wird der Blödsinn EU-weit durchgeführt. Wie lange noch?
Es gibt auch was positives zu vermelden. Das Bundesverfassungsgericht hat ein Gesetz, das die massenhafte Speicherung von Telefon- und Internetdaten vorsieht, als verfassungswidrig eingestuft (www.tagesschau.de . . . html). Nach dem große Lauschangriff, dem Luftsicherheitsgesetz und dem Gesetz zur Onlinedurchsuchung ein weiteres Gesetz, das sich in den Reigen der Datensammelwut einreiht und gekippt wurde. Gut, gelle?!
Was auch immer der März uns bot, der April kommt mit neuen Themen und Aufgaben.
Der 4. Monat dieses Jahres steht im Zeichen von Lebensfülle und Kreativität.
Aber bitteschön nicht ziel- und zügellos.
Wir müssen uns schon klar darüber werden, wohin die Reise gehen soll, ehe wir losmarschieren. Ohne Ziel ist der Weg egal – zweifelsohne die unbeschwerteste Variante. Allerdings auch die, die am wenigsten Erfolg verspricht. Wo wir sind, klappt nichts, aber wir können nicht überall sein – das soll doch eher für die anderen gelten, aber nicht für uns, oder?!
Wie schwer es uns auch immer fallen mag, spielt keine Rolle, wir müssen unsere rosaroten oder auch andersfarbigen Brillen ablegen und uns für das sensibilisieren, was gerade angesagt ist.
Richtig, Bestandsaufnahme ist das große Thema im April.
Wir müssen für uns klären, was uns wichtig ist, was unbedingt notwendig wäre, das wir für uns und andere tun können. Wir können da schon sehr kreativ sein, aber uns Fokus sollte immer auf dem Wesentlichen und dem Notwendigen liegen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um private oder geschäftliche Angelegenheiten geht.
Wenn es sich für uns als wesentlich und wichtig herausstellen sollte, eine Pause einzulegen, dann sollten wir Pause machen und neue Kräfte sammeln. Mit gutem Gewissen und die Auszeit auch genießen. Sonst bringt sie nichts. Wenn ein spezielles Projekt, das bisher auf Sparflamme lief, sich in unseren Fokus drängt, dann sollten wir da wieder eingreifen und weitermachen. Oder wenn Gerhard mit einem neuen Projekt an die Öffentlichkeit tritt, mit www.der-buchleser.de, dann ist das in diesem Moment genau das Richtige.
Vielleicht ergibt es sich auch, dass wir uns von bestimmten Dingen, von bestimmten Lebens- oder Arbeitsumständen verabschieden sollen. Dann auch das. Wichtig ist, wir sind bei unserer Bestandsaufnahme ehrlich zu uns selbst und weiten den eventuell vorhandenen Tunnelblick.
Nur so können wir das Potential, das uns der April bietet, auch voll ausschöpfen und tatkräftig, schwungvoll und ausdauernd zu Werke schreiten und mit dem, was wir tun – oder auch lassen – sehr erfolgreich sein. Das Licht am Ende des Tunnels muss nicht unbedingt zu einem entgegen kommenden Güterzug gehören.
(F)rohe Ostern wünscht
Bodo Trieb
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