Wohnen psychologisch betrachtet

wohnen-psychologisch-betrachtetNachdem ich vor einiger Zeit schon das Buch „Architektur psychologisch betrachtet“ vorgestellt hatte, nun das zweite Buch aus dieser Reihe von der Autorin Antje Flade, „Wohnen psychologisch betrachtet“. Wieder geht es um die psychologischen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt, nur dieses Mal speziell bezogen auf Wohnumwelten.

Schon das Vorwort macht neugierig auf den Inhalt, denn sogar ein Blick auf das Feng Shui wird versprochen. Was vor allem deshalb interessant ist, da sich ja das ganze Buch um Feng Shui dreht, nur eben unter dem Begriff der Psychologie.

Die Autorin beginnt mit den Grundlagen der Wohnung-Mensch Beziehung, einer kurzen Definition was Wohnen eigentlich bedeutet und auf welche Arten Menschen mit ihrem Wohnumfeld umgehen können.

Sie geht auf Wohnbedürfnisse ein und darauf wie sie erfüllbar sind, sie spricht die Themen Mobilität und gemeinschaftliches Wohnen an. Die auftretenden Belastungen der Menschen durch ihr Wohnumgebungen werden behandelt und Möglichkeiten damit umzugehen.

Nun folgt das Kapitel mit Wohnformen in anderen Kulturen und Epochen mit dem versprochenen Feng Shui und einer gewissen Enttäuschung. Offenbar hat sich die Autorin nicht wirklich intensiv mit dem Thema beschäftigt, denn das was sie über Feng Shui schreibt ist nahe am Unsinn.

Als Argument gegen Feng Shui führt sie beispielsweise an, dass das Qi bislang nicht physikalisch nachweisbar ist. Klar, denn seit wann kann man Denkmodelle physikalisch nachweisen? Ähnliches schreibt sie über die 5 Wandlungsphasen und sie kommt zu dem Schluss dass Feng Shui eigentlich keiner braucht.

Dass ihr ganzes Buch Feng Shui zum Thema hat, hat sie offenbar nicht bemerkt. Oder sie wollte es nicht bemerken, immerhin haftet dem Begriff Feng Shui immer noch etwas sehr esoterisches an – den vielen Esoterikverkäufern sei Dank – und das ist in der Welt der Wissenschaft natürlich ein Problem.

Ganz deutlich wird in diesem Buch der westlich-wissenschaftliche Ansatz, selbst die banalsten Dinge so lange in Details zu zerlegen, bis jeglicher Überblick und vor allem der Gesamtzusammenhang verloren geht. Im Gegensatz zum asiatischen Ansatz, zuerst den Zusammenhang zu erkennen, bevor man sich um die Details kümmert.

Interessant ist die immer wieder mal auftauchende verhaltene Kritik gegenüber Architekten die im künftigen Bewohner einen Widersacher sehen, der das Gesamtbild zerstört.

Letztendlich ist „Wohnen psychologisch betrachtet“, genauso wie „Architektur psychologisch betrachtet“ ein sehr gutes Fachbuch, wenn man seinen Horizont in Richtung Psychologie erweitern möchte. Die paar Seiten zum Feng Shui kann man ja überlesen, der holde Kreis der Kollegen weiß es ohnehin besser.

Die Autorin:

Dr. Antje Flade ist Diplompsychologin und war nach ihrer Tätigkeit an der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Frankfurt in der Grundlagenforschung tätig. Seit 2006 widmet sie sich dem Ziel, Erkenntnisse der Wohn-, Architektur- und Stadtpsychologie weiter zu geben.

Dr. Antje Flade
Wohnen psychologisch betrachtet
2006. 262 Seiten
Format 21,6 x 14 x 1,4 cm
€ [D] 19,95
ISBN-10: 3456843046
ISBN-13: 978-3456843049

Roland Steiner
Berater für chinesische Raum- und Landschaftspsychologie
www.feng-shui-direkt.de
www.feng-shui-suche.de


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