Die Vogelkirsche – Baum des Jahres 2010

Die Urahn-in der Kulturkirsche – unsere in Laubmischwäldern, Waldsäumen und Hecken heimische Vogelkirsche ( Prunus avium) ist der Baum des Jahres 2010 . Bereits in der Steinzeit wurden die kleinen Früchte des Wildbaumes , als süße Speise verzehrt. Die gezüchteten Edelkirschen sind aus ihr von der kleinasiatisschen Schwarzmeerküste über das römische Reich zu uns gekommen. Der römische Feldherr und Genussmensch Lucullus brachte die ersten Zuchtformen aus dem pontischen Kerasos mit.

Vogelkirsche heißt der Baum, weil es die Vögel sind, die die Früchte ernten, wenn sich die Menschen nicht beeilen, oder Schutzmaßnahmen wie Netze oder Böller zum Vertreiben der Vögel benutzen.
Die Kirsche ist dem Mond zugehörig, und in alten Sagen wird davor gewarnt, die um eine blühende Kirschen tanzenden Elfen zu beobachten.
Wer von uns in einer Vollmondnacht, je einen mit bis zu Einmillionen weißen Blüten besetzten Baum beobachtet hat, weiß von der magischen Wirkung dieses Baumes, wenn er im Frühling blüht.

Das Verborgene , Verbotene zieht sich seit dem Mittelalter auch über die Früchte, deren reife Kirschen zu Sinneslust und Leidenschaft verführen. Ein lediges, schwangeres Mädchen , so wurde gesagt, ist zu einem Kirschbaum geworden und dies beschreibt den verbotenen Liebesgenuss.
Die roten Herzkirschen beschreiben auch die sinnliche Liebe, die verklärte Liebe und die Hochzeit.

Ein am 4. Dezember, dem Barbaratag, geschnittener Obstzweig , wird zum Orakel. Hängt frau an je einen Barbarazweig den Namen eines Verehrers, so wird der sich im nächsten Jahr mit ihr vermählen, dessen Zweig zu Weihnachten als erster blüht. ( Das klappt bestimmt auch wenn mann einen Zweig mit selbiger Intention in die Vase stellt, nur nicht mit einer Kirsche)

In Japan wird das Kirschblütenfest, als großes gemeinschaftliches Fest gefeiert, an dem sich Freunde und Familien unter den blühenden Kirschbäumen gemeinsam treffen, sprechen , singen und feiern. Es ist aber eine andere Kirschenbaumsorte und nicht die bei uns heimische Vogelkirsche.

Für den Hausgarten , ist dieser Baum in seiner Wildform nur bedingt geeignet. Sie wird sehr groß und ihre Früchte sind für Menschen schlecht nutzbar. Sie gehört aber zu den Tausendsassern oder Vierjahreszeitenbäumen im Garten. Sie hat eine wunderbare Blüte, eine essbare gut aussehende Frucht und eine hübsche Herbstfärbung. Viele Züchtungen haben kleinere Formen hervorgebracht. Im Hausgarten würde ich nur Zuchtformen der Süßkirsche einsetzen. In städtischen Parkanlagen und Wäldern , sollte die Vogelkirsche allerdings häufiger angepflanzt werden.

Die Vogelkirsche gehört zu den Strahlensuchern. Das heißt, sie wächst gerne über Wasseradern und ähnlichen geomantischen Störzonen. Die Kirschkerne , können erhitzt, in Kirschkernkissen, bei Muskelverspannungen genutzt werden, oder als Alternative zur Wärmflasche.
Ob Kirschkerne unter dem Bett ( also jetzt nicht drei Stück, sondern als dicke Packlage) , bei Schlafstörungen helfen, die von Wasseradern und Co hervorgerufen werden, kann ich mir gut vorstellen. Ich habe dazu aber keine eigenen Praxiserfahrungen.

Mit gärtnerischen Grüßen

Sven Christeleit

PS:
Für alle die im Hunsrück oder Taunus leben, z.B. Marianne aus Schmitten, und überlegen, ob sie eine Weichselkirsche in den Garten pflanzen sollten, ich fürchte es ist bei Euch dazu zu rau. °v^

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3 Kommentare »

  Marianne Rattay schrieb am 9 Januar 2010 um 20:48 Uhr:

Danke Sven für die Info über die Weichselkirsche auch wenn ich nicht im Hunsrück sondern im Taunus wohne,was aber klimatisch ähnlich ist.
Hier noch ein Zitat aus meinem Text zur Kirsche:
,.Wenn man Ende April bis Anfang Mai durch die Wälder geht, sieht man überall zwischen den frisch ergrünten Laubbäumen die weißen Blüten der wilden Kirsche hervorleuchten. Wer mit den richtigen Augen schaut, kann in hellen Mondnächten die Elfen in fahl schimmernden Kleidern um sie tanzen sehen. Alte Legenden erzählen aber, dass der, der ihrer Aufforderung zum Tanz folgt, am nächsten Morgen tot unter dem Baum aufgefunden wird..Das hat sicher mit den “Störzonen”zu tun ,.auf denen diese Bäume wachsen.
Die Vogelkirsche ist allerdings meiner Ansicht nach keine Wildform im engeren Sinn hier in Mitteleuropa sondern eher eine verwilderte Form, denn es gibt durchaus neben sehr bitteren formen auch süße essbare für Marmelade und Saft.
Grüße Marianne

  Sven Christeleit schrieb am 10 Januar 2010 um 10:39 Uhr:

Hi Marianne
ich werde den Taunus ergänzen.
Danke für deine Erläuterungen
Baumkunde.de schreibt zu den süßen und sauren Kirschen, und der tödlichen Wirkung der Kerne:
http://www.baumkunde.de

“Die Vogelkirsche ist die Wildform der Süß-Kirsche. Die Züchtung erfolgte allerdings nicht in Mitteleuropa, sondern im Mittelmeergebiet. Die Baum ist – was die Früchte anbelangt – recht formenreich: sie können sich im Geschmack beträchtlich unterscheiden (süß bis bitter). Der wissenschaftlicher Artname der Wildkirsche “Prunus avium” geht auf die Vorliebe der Vögel (lat.: Avis) für die kleinen Früchte zurück, weswegen sie hier zu Lande meist Vogelkirsche genannt wird. Das süße Fruchtfleisch soll Anreiz und Belohnung für die mit dem Verzehr verbundene Verbreitung des Baum-Samens sein, welcher im Inneren des harten Steinkerns schlummert. Zu seinem zusätzlichen Schutz hat er sich das Molekül Amygdalin zu Eigen gemacht, welches mittels eines Enzyms giftige Blausäure abspalten kann. Im intakten Samen sind Enzym und Amygdalin strikt getrennt aufbewahrt, denn die Blausäure wäre auch für die Planze tödlich. Erst wenn jemand darauf kaut, kommen beide Substanzen zusammen und setzen das Gift frei. Die Kirschkerne werden heute wie einst aufgehoben: in Leinenbeutel eingenäht und über dem Ofen aufgewärmt, diene sie als Heizkissen. Das rötlich-braune Holz ist für Schreinerarbeiten von Nutzen. Nach der Blütezeit seiner Verwendung im Zeitalter des Biedermeier gewinnt es heute wieder an Bedeutung. Das aus den Baumwunden austretende Harz, Kirschgummi oder Katzengold genannt, wurde zur Versteifung von Filzhüten gebraucht oder galt in Wein aufgelöst aus guter Hustensaft. In der Symbolik steht die Frucht der Kirsche für die Verführung zu Sinneslust, aber auch für Unheil. Der christlichen Kirche galt der Kirschbaum als Sinnbild für ein gefallenes Mädchen: als “Schandmai” wurden ihr Kirschzweige am 1. Mai vor die Tür gelegt. Bei den Germanen war das Beobachten der im Vollmond unter den Kirschbäumen tanzenden Elfen streng verboten.

Giftig sind lediglich die im Fruchtkern enthaltenen Samen.”
Zitat http://www.baumkunde.de ende.

Gruß Sven

  Marianne Rattay schrieb am 10 Januar 2010 um 14:47 Uhr:

Danke Sven noch für die Ergänzungen, bei der Giftigkeit kommt es auch wieder auf die Dosis an, ähnlich wie bei Bittermandeln braucht es schon einige bis es tödlich ist (bitte nicht ausprobieren wie vieIe ); Das Harz ist übrigens auch ein Grundstoff bei der Malfarben Herstellung (Aquarellfarben z.B.)
LG Marianne

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