Vorsicht Katzenbesitzer – Abmahnung droht, wegen der Pfoten

Mal nebenbei etwas von außerhalb der Feng Shui Szene, ein gelungenes Beispiel wie man sein Unternehmen mitsamt seiner Marke so richtig in den Dreck ziehen kann.

Es geht um die Outdoor-Marke Jack Wolfskin, die mit den komischen Tatzen auf den Produkten. Die haben kürzlich eine Hobbynäherin abgemahnt, die zwei Taschenspiegel mit Stoff-Pfötchen verkauft hatte. Die Abmahnung ging mit einer Kostennote in Höhe von 991 Euro einher, das Honorar für den Anwalt.

Mehr dazu findet sich beispielsweise hier: news.magnus.de/inte…esaster.html

Nun frage ich mich, wie ich künftig verhindern soll, dass mir Katzen übers Auto laufen. Denn wenn die Pfotenabdrücke hinterlassen, flattert mir auch bald eine saftige Rechnung ins Haus. Zudem haben natürlich alle Katzenbesitzer ein Problem, die werden jetzt alle wegen der Pfoten abgemahnt. :)

Nun ja, für mich ist die Marke jedenfalls gestorben, was eigentlich schade ist denn die Produkte an sich sind ja nicht schlecht.

Gerhard Zirkel
Der solche Praktiken nicht verstehen kann
www.feng-shui-direkt.de
www.feng-shui-suche.de

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8 Kommentare »

  Hedwig Seipel schrieb am 22 Oktober 2009 um 16:40 Uhr:

Hi Gerhard,

interessanter Fall, weil ich gerade an einem neuen Projekt zum Thema Existenzgründung arbeite, beschäftige ich mich sehr intensiv mit dem Markenrecht. Sicher reizt Wolfskin den ganzen Spielraum der rechtlichen Möglichkeiten aus. Wie man dazu steht, ist eine Frage der Ethik und weniger des Markenrechts. Man sollte aber in jedem Fall beide Seiten objektiv sehen. Wolfskin hat nicht alle Tatzen an sich geschützt (das geht gar nicht), sondern die bestimmte Tatze, die ein graphisches Zeichen ergibt. Schade, dass man daneben die Tatze der Bastlerin nicht abgebildet hat. Sie war sicher täuschend ähnlich. Genau hier stellt sich die Frage für mich: Absicht oder Zufall? Eine Tatze kann man sehr unterschiedlich zeichnen und eine Katze hinterlässt ohnehin einen anderen Abdruck, weil das eine Wolfs-Tatze ist. Wenn ich als “kleiner Mann” auf den Markt gehe und keinen Ärger haben will, dann sollte ich einfach vorsichtiger sein und mir nicht selbst Stolperfallen bauen. Außerdem, was glaubst Du als Webfachmann, wie viel Geld hätte die gute Frau bezahlen müssen, um eine Web-Kampagne mit dieser Wirkung zu erreichen? Ich denke nicht nur einen Tausender. Da könnte schon die Tatze zufällig sehr ähnlich aussehen ;-) .
Ich mag die Produkte von Wolfskin, weil sie qualitativ einfach spitze sind, Tatze hin, Tatze her.

Grüße
Hetti

  Gerhard Zirkel schrieb am 22 Oktober 2009 um 16:57 Uhr:

Hi Hetti,

das mit der Werbung ist gar kein schlechter Gedanke, allerdings muss sie den Rummel jetzt auch zu nutzen wissen. Wenn sie jetzt eingeschüchtert vom Markt verschwindet, bringt ihr das rein gar nichts.

Was mir an der Sache sauer aufstößt ist, dass bei einer Hobbyverkäuferin gleich ein solcher Aufstand gemacht wird. Eine Email hätte es vermutlich auch getan, das mache ich in ähnlichen Fällen ja auch so. Meistens ist die Sache dann schnell erledigt und kostet niemanden etwas – nur wenn mich jemand ignoriert werde ich sauer, aber den Bericht hatte ich damals ja gepostet … – aber selbst die Sache war deutlich günstiger als 991 Euro.

Ansonsten muss ich mir jetzt also nur Sorgen machen, wenn mir ein Wolf übers Auto läuft? :)

Gerhard

  Hedwig Seipel schrieb am 22 Oktober 2009 um 17:21 Uhr:

Hi Gerhard,

wenn Dir in Deutschland ein Wolf übers Auto läuft, dann ist Dir eine PR-Aktion garantiert und das völlig kostenfrei :-) .

Was die Art der Abmahnung betrifft, dass können Außenstehende gar nicht beurteilen. Nirgendwo steht, dass sie es nicht anders probiert hätten. Hier spielt vor allem der Marktplatz-Anbieter eine bedeutende Rolle. Das ist der Konkurrent von Wolfskin, nicht die Frau. Es geht um einen Schlagabtausch und Marktverdrängung. Die Tatze ist “passend” dazwischen geraten. Deshalb prüfe, wer sich ewig bindet – das ist mein Spruch, wenn es um Kooperationen geht ;-) .

Hetti

  Gerhard Zirkel schrieb am 22 Oktober 2009 um 17:34 Uhr:

Hier sind es eher die Rehe die übers Auto hüpfen – es gibt hier echt zu viele davon, da käme ein Wolf grad recht.

Ansonsten hat sich Wolfskin einen Bock geschossen, egal auf wen sie es abgesehen hatten. Mords Viecherei das Ganze :)

Gerhard

  Hedwig Seipel schrieb am 22 Oktober 2009 um 19:46 Uhr:

Die Abdrücke von Rehen sind auch hübsch. Schaue doch bei DPMA wer sie geschützt hat – und schon hast Du einen Kampagne-Sponsor geangelt ;-) . Spaß beiseite… Im Augenblick bin ich so gereizt, weil wieder eine Flut neuer MLM-Konzepte den Markt überschwemmt und ich alleine heute 3 Telefonate bezüglich “die beste Chance Millionär zu werden” bekam. Man hat nur nicht gesagt, wer der Millionär sein soll :-( .
Es gibt viele Wege Geld zu machen, packen wir es an!

Hetti, die skeptische

  Sylvia schrieb am 22 Oktober 2009 um 20:39 Uhr:

@Gerhard: Wenn du das nächste Mal Katzenpfotenabdrücke auf deinem Auto vorfindest, dann verklag doch Wolfskin auf Nötigung wegen unlauterem Anbringen von Werbelogos :grin:

Wenn sie sich schon die Abdrücke haben patentieren lassen, dann doch sicher auch diese.
Bei 30 Abdrücken gibt das eine Sammelklage.

Da war wohl ein Schaf im Wolfspelz unterwegs, bei der Aktion …

  Gertrud schrieb am 23 Oktober 2009 um 09:21 Uhr:

es wiederholt sich alles, da war doch mal was mit einem abmahnanwalt, der im auftrag eines jetzt insolventen großversandhauses eine feng shui frau mit fast berühmten namen “verärgert” hat.

freundliche grüße

gertrud

  Gerhard Zirkel schrieb am 23 Oktober 2009 um 09:24 Uhr:

Ja, das war wohl insgesamt noch einen Tick teurer. Aber dafür ist der Versandhändler jetzt ja auch pleite – und die Feng Shui Frau gibts immer noch.

Gerhard

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