Verwirrendes Wasser: Wo, wann und wozu im Garten??

Manchmal schärfen Seminare ja die Sinne. Vor allem für mich, wenn ich merke, dass ich selbst schwimme. Gar nicht schlecht für das Thema Wasser im Garten.

An welcher Stelle im Garten nun sollte nach Feng Shui Wasser als Teich, Schwimmbecken oder Vogeltränke verwendet werden? Das Thema scheint ziemlich komplex zu sein, zumal sich die verschiedenen Ansätze scheinbar widersprechen.

- Nach dem Dreitürenbagua ist der Teich entweder im Bereich Karriere, also vorne in der Mitte oder rechts oben hinten im Bereich Reichtum einzubauen.

- Nach der 5 Tiere Regel liegt die Wasserfläche am besten vor dem Haus und vor allem nicht hinter dem Haus.

- Nach dem Bagua, ausgerichtet nach den Himmelsrichtungen sind die vorher genannten Bereiche im Südwesten, im Bereich der Mutter/ Partnerschaft und Beziehung, sowie im Bereich der ältesten Tochter die als Hüterin des Eiergeldes für die Finanzen des Hauses zuständig war.
( Ich sag mal… das ist ja ehr kleines Geld)

- Nach den fliegenden Sternen, das Leitsystem der Klassischen Feng Shui Berater ( einem sehr komplexen Haushoroskopsystem) braucht der Wasserstern ( auch Drache genannt) der aktuellen Periode ( das ist zur Zeit die 8 ) einen Bereich zum Baden, während seine Partnerin überhaupt kein Wasser mag, lieber einen Berg.

- Wahrscheinlich mag die Fliegende Sterne 1 auch Wasser, aber die 5 auf keinen Fall.

-Das System heilige 1 und heilige 0 verweist auf die günstigen Wirkungen in den nächsten knapp 20 Jahren für Wasser im Südwesten für viel und regelmäßigem Reichtum, und Osten für den Zufallsreichtum durch z.B. Glücksspiel.

- Dann sind natürlich noch der Jupiter und die drei Teufel zu beachten, die in bestimmten Jahren es nicht mögen, wenn sie aus bestimmten Richtungen, durch Baumaßnahmen gestört werden…. was das Anlegen eines kleinen Teiches ja immer ist.

Und gewiss habe ich auch noch einige Regeln nicht genannt, von den Regeln der Wasserdrachen möchte ich erst gar nicht anfangen.

Nun, ich bin mir fast sicher, die ganzen Regeln gelten nur für einen Teil für den Hausgarten. Meistens ist er zu klein, um überhaupt zu wirken. Da ist menschliche Kraft wirksamer. Andererseits, was im Großen wirkt, wirkt auch im Kleinen.

Wie sagte der Grandmaster Yap Cheng Hai noch so schön:
“Der Schüler kennt die Regeln, der Meister die Ausnahmen.”
(Nun, ich bin gewiss kein Meister, es gibt nach meinem Verständnis aber sehr viele Ausnahmen.)

Und wie lehrte Yes Lim uns so oft:
” What you see, is what you get.”
( Also alles Einbildung? Oder die wirksame Kraft der eigenen Wunschvorstellung?)

Und das Imperal Feng Shui merkt dazu an:
” Vor über 1500 Jahren, wurde der Chinesische Kaiser von den umliegenden Staaten gebeten, die Feng Shui Regeln, die seine Macht und sein Glück und seine Gesundheit und sein Reichtum erwirken, weiterzugeben.
Der Kaiser wandt sich sehr und beauftragte einen Mönch die echten Regeln so zu verändern, das sie kompliziert und langwierig umzusetzen waren. Dadurch würde er die Nachbarstaaten in Schach halten können, und ihnen doch den Gefallen tuen, die Feng Shui Regeln zu bekommen.
Der Mönch hat eine großartige Arbeit verrichtet, und alle in ständige Achtsamkeit der verschiedenen Anwendungsanleitungen getrieben, so dass sie so eingespannt waren diese zu befolgen, das sie ihrer eigenen Natur nicht mehr folgen konnten.”
(Dies war natürlich für den chinesischen Kaiser und seinem Machterhalt sehr sinnvoll.)

Und es gibt von Peter Fischer die Aussage:
” Bitte vergesst bei all dem Lernen der verschieden Regeln eines nicht:
Wir Menschen leben mit unseren Fähigkeiten wie am Grunde einer Schüssel, über dessen Rand wir nicht blicken können. Die verschieden Methoden der Berechnung dienen alleine dazu, unseren Kopf freizuschalten, um unsere Intuition mit dem großen Ganzen zu verbinden. Wir können damit über den Rand der Schüssel hinausblicken.”

Und nun meine Frage:
Wo kann denn nun Wasser im Hausgarten verwendet werden?

Sven Christeleit
www.feng-shui-owl.de

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8 Kommentare »

  Gerhard Zirkel schrieb am 6 Oktober 2009 um 21:18 Uhr:

Hi Sven,

da es in Deutschland eh ständig regnet ist das Wasser sowieso überall :)

Darüber hinaus sollte es sich momentan keinesfalls im Wasserstern 5 befinden – ganz üble Sache das …

Gerhard

  Sven Christeleit schrieb am 6 Oktober 2009 um 21:51 Uhr:

Hi Gerhard,
danke für den Tipp,
Ich führe gleich Nachbars Waldi mit meinem Regenschirm durch meine Siedlung. Es regnet.Ich werde dann natürlich die 5 meiden. Habe mich noch nicht entschlossen welche 5 von welchem Haus.
( Hast du auch noch einen praxisnähren Vorschlag?
Grüße nach München
Sven

  Gerhard Zirkel schrieb am 6 Oktober 2009 um 21:57 Uhr:

Hi Sven,

beim Spazierengehen musst du unbedingt ALLE 5er meiden – aber Waldi wirds schon richten :)

Praxisnäher habe ich heute erst einem Geschäftskunden einen Brunnen/Teich in einem Sektor mit 8er Wasserstern empfohlen. Wenn in einem solchen Bereich nicht gerade irgend etwas dagegen spricht (5er Jahresstern oder irgendwelche Teufel) und der Einfluss auch ins Haus kann geht das immer ab wie Schmids Katze – wie man so schön sagt. Kommt natürlich auch auf den Rest des Gebäudes an, pauschal geht schließlich auch hier nichts.

Gerhard

  Sven Christeleit schrieb am 6 Oktober 2009 um 22:14 Uhr:

Das ist alles klar.
Ich habe nur leider völlig verdrängt, warum die5 kein Wasser mag. Ich kann es mir nicht herleiten.

  Gerhard Zirkel schrieb am 6 Oktober 2009 um 22:43 Uhr:

Hi Sven,

ach, die 5 an sich mag schon Wasser nur momentan ist die 5 halt eher ungünstig. Den gelben Kaiser übermütig zu machen, halten nur die Wenigsten aus.

Gerhard

  Hedwig Seipel schrieb am 7 Oktober 2009 um 08:00 Uhr:

Hi Sven,

ich denke, das Problem sind nicht die vielen Regeln, sondern unsere Vorstellung vom “Wasser”. Heute gilt schon eine Mini- Vogeltränke oder ein Quellstein als Wasser im Garten. Das sind alles dekorative Nippes. Feng Shui lebt vom Einfluss der Landschaft – Bergen und Wasser. Deshalb orientieren sich alle Regel an landschaftlich echten Bergen und Wasser. Wenn man sich darauf besinnt, wird es recht knapp mit dem Wasser und schon widersprechen sich die Regeln nicht. Außerdem hat jede Regel einen anderen Bezug. Es geht zwar immer um Wasser aber es steht bei jeder Regel in einem anderen Zusammenhang. Die Frage, die man sich dann stellen sollte wäre: welcher Zusammenhang ist mir wichtig?
Für mich zählt im Feng Shui immer auch die Frage der Dimension. Wenn ich draußen, in der freien Natur eine Optimierung erreichen will, dann brauche ich auch Mitteln, die mit dieser Dimension aufnehmen können, also im Garten mindestens einen Schwimmteich oder ähnliches. “Kleine Pfützen” sind nett aber unwirksam. Im Haus sieht es schon wieder ein wenig anders aus, weil ein Haus oder eine Wohnung in der Dimension auch deutlich kleiner und eingeschränkter ist. Hier kann ein ordentlicher Zimmerbrunnen durchaus als Wasser dienen. Aber nicht vergessen… eine Spüle, Dusche oder Klospülung sind ebenfalls fließendes Wasser, das regelmäßig aktiviert wird. Diese Einflüsse blenden viele einfach aus und wundern sich, dass eine Wasser-5 in einer Edelstahlküche immer noch wirkt.
Passend dazu habe es gestern und heute einen zweiteiligen Blogbeitrag zum Thema Landschaft im “Bauen aber richtig”-Blog veröffentlicht (http://www.bauen-aber-richtig-weblog.de/).

Sven, wie war den Dein Seminar?

Grüße
Hetti

  Sven Christeleit schrieb am 7 Oktober 2009 um 20:14 Uhr:

Hi Hetti, die Größe ist ein wichtiger Faktor. Die Frage für mich ist, bis zu welcher Größe ist Wasser u n w i r k s a m .
Wenn vor oder hinter meinem Haus ein echter Fluß fließt, ist dieser dominant und bestimmt die Bewertung. Das ist klar.
Wirkt da die Vogeltränke oder der kleine Teich im Garten überhaupt, der höchsten 1/4 des Hausgrundrisses umfasst, und kann ich …. und darauf steuer ich an, ihn dann bauen wo ich es optisch am schönsten finde?

Und gilt das auch wenn kein Fluss in der Nähe ist?

Hüstelt die 5 schon bei einer Vogeltränke, oder erst ab einem Teichlein oder erst beim Fluß oder Bach?

Ich selbst beantworte mir diese Frage nicht nach einer Formellehre die ich an andere weitergeben kann, sondern entscheide nach meinem Empfinden, wenn ich mir die Situation vor Ort betrachte und auf mich wirken lasse.
Aber ist das klassisches Feng Shui?

  Hedwig Seipel schrieb am 8 Oktober 2009 um 09:47 Uhr:

Hi Sven,

man kann nicht die Wirkung alleine von der Größe des Wassers abhängig machen. Es kommt sehr drauf an wie die übrige Landschaft beschaffen ist. In einer vielfältigen Landschaft mit vielen Formen (echten und virtuellen) braucht ein Wasser sicher eine andere Größe, um sich “durchzusetzen” als in einer Gestaltung, in der das Wasser eine solitäre Stellung hat. Man tut sich immer dann schwer, wenn einzelne Landschaftsformen isoliert voneinander betrachtet werden statt in der Wechselwirkung mit der gesamten Umgebung.
Du kennst sicher die Geschichte vom Gulliver in “Gullivers Reisen”. Er war immer gleich groß, nur je nach Umfeld galt er mal als Zwerg, mal als Riese. Genauso ist es mit der Landschaft.
Mein Hausberg, auf den ich aus dem Fenster schaue ist ca. 300m hoch. Hier, an der Grenze zur Rheinebene sicher ein richtiger Berg. Würde ich mit meinem Berg an den Alpenrand “auswandern”, dann hätte er keine Chancen mehr über die Landschaft zu dominieren.
Ob es klassisches FS ist oder nicht? Meinst Du, dass die Landschaft diese Frage überhaupt juckt? ;-) .

Grüße
Hetti

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