Ewige Ruhe?

Nicht nur Insider wissen, dass es zwei Feng-Shui-Arten gibt: das Yin- und das Yang- Feng Shui. Das Yang ist für die Lebenden und das Yin für die Verstorbenen gedacht. In beiden geht es um Ausgewogenheit zwischen Yin und Yang, wobei mithilfe raffinierter Methoden ein Eigennutzen des Anwenders nicht zu verheimlichen ist.

Ich selbst habe mich schon recht intensiv mit dem Yin-Feng-Shui auseinander gesetzt, auch deshalb, weil ich Friedhöfe sehr gerne habe. Sie sind für mich eine Oase der Ruhe. Vielen Menschen verbinden mit dem Tod nur Unglück und Negatives. Taoistische Lebensansicht hilft sehr, diese Fehleinschätzung auszuräumen. Ohne Tod, kein Leben und die Angst vor dem Tod hindert uns nicht am Sterben, nur am Leben. Meine Gedanken dazu habe ich auch schon im Web kurz verfasst: http://www.fengshui-grabgestaltung.de/index.html .
Aber zurück zu meinem eigentlichen Thema. Auf meiner Reise in Frankreich habe ich selbstverständlich auch interessante Friedhöfe besucht. Den ungewöhnlichsten Friedhof fand ich in Montmartre (Paris). Normalerweise erwartet man von einem Friedhof Ruhe, Abgeschiedenheit und Stille. Schauen Sie die Bilder an, glauben Sie, es ist hier möglich?

Zur Erklärung: die Stahlkonstruktion ist eine Brücke auf der eine mehrspurige Hauptstrasse verläuft. Die telefonhäuschenähnlichen Bauten sind die Gräber, die wie kleine Mausoleen gestaltet sind.

Nicht der ganze Friedhof sieht so aus, ein großer Teil liegt ohne den yanglastigen Deckel. Der Friedhof ist nicht nur alt, sondern beherberg auch viel Prominenz. Unter anderem kann man dort Heinrich Heine posthum besuchen. Er liegt in einer recht bevorzugten, ruhigen Lage. Warum ein Teil der Gräber unter der Brücke steht, konnte ich nicht herausfinden. Tatsache ist, die Gräber waren zuerst da (zumindest die ursprünglichen). Einige wurden aber auch in der neusten Zeit neu belegt. Nun ja, das kann nur etwas für echte Stadtmenschen sein.
Wenn Sie noch mehr über den Friedhof erfahren wollen, hier ein interessanter Artikel: http://www.spiegel.de/reise/staedte/0,1518,96562,00.html .

Viele Grüße
Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de

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4 Kommentare »

  Sven Christeleit schrieb am 7 August 2009 um 17:17 Uhr:

Nun, so ganz lässt sich der Totenkult aus China nicht zu uns bringen. Ein wichtiger Grund ist die Annahme, das eine Verbindung des Toten zu seinen Nachfahren noch vom Grab aus besteht. Zu seinen Kindern, Kindeskindern und dessen Kindern.
Dies funktioniert bei unserer Bestattungskultur nicht, da die Gräber in der Regel alle 40 Jahre gewechselt werden, und spätestens ab dem wüsten Ausbuddeln und der Vermengung mit einem neuen Toten, die Verbindung unterbrochen wird und nach traditioneller Vorstellung nur noch Chaos die Nachfahren mit dem Verstorbenen verbindet.

Besser ist es, die Leiche gleich zu verbrennen. Dann entsteht das Chaos beim Ausgraben nach 40 Jahren nicht. Dabei kommt die Verbindung zu den Nachfahren aber erst gar nicht zu Stande, da Asche das nicht macht. Auch die Sorge, der missliebige Tote könne als Zombie wieder herumspuken entfällt damit. Das ist natürlich ein herber Schlag für unsere eigene Bestattungstradition. Und den Festen wie Aller Seelen und natürlich Halloween, sowie den ganzen Gruselhorrorfilmen würde die Grundlage entzogen.
Ich glaube auch die ganzen traditionellen Schamanen in Nepal währen arbeitslos, würden die Menschen dort auf Feuerbestattungen übergehen.

Nun, ja… als Gärtner habe ich persönlich eine ganz bodenständige Vorstellung vom verwesen. Und da gehört für mich der Wurm mit dazu. Und unter einer Autobahnbrücke möchte ich auch nicht liegen. Ich stelle mir einen lauschigen Platz vor , auf einem leichten Hügel, mit Blick ins Tal auf einen Fluß…. hinter mir Berge… ganz einfach.

  Hedwig Seipel schrieb am 10 August 2009 um 19:52 Uhr:

Hi Sven,

danke für Deine gärtnerische Reflexion zum Thema. Der Feuerbestattung stimme ich voll zu. Ich will ohnehin seit vielen Jahren, dass meine Asche in der Wüste verstreut wird. Das meine ich ganz ernst. Nur für meine Nachkommen wird es ein Problem… sie müssen mich in Holland einäschern, sonst kriegen sie mein Asche nicht in die Hand. Aber das ist wieder mal ein Geschäft für die Lebenden.

Gerade aus Berlin zurück und frisch nach dem Besuch der Körperwelten,
Hetti

  Sven Christeleit schrieb am 10 August 2009 um 23:20 Uhr:

Hi Hetti,
du kannst dich auch in Belgien einäschern lassen. Die Grenznahen Bestattungsunternehmen haben bestimmt kostengünstige Angebote.

Noch ein Tipp.
Wenn du einen Freund oder eine Freundin hast, die Särge baut… oder zumindestens bauen könnte ( Tischler u. ä) oder so wie ich einen Freund in Neuseeland der sich das Särgebauen selbst angeeignet hat… lass dir schon zu Lebzeiten dein letztes Möbel zimmern.
Ein von einem alten Freund oder einer alten Freundin gezimmerter Sarg… das hat schon was.

Das Möbel kann in der Zwischenzeit als Wäschetruhe oder Bücherregal genutzt werden.

Mit ruhigen Grüßen

Sven

  Silvia Schneider schrieb am 12 August 2009 um 11:37 Uhr:

Hallo Hetti,
bin gerade zurück aus dem Urlaub und voller Lebenslust und neuer Energie und lese hier im Blog von der “Ewigen Ruhe” ups
Ich selbst mag nicht besonders Friedhöfe, auch nicht die “Idyllischen” aber trotzdem finde ich sollen Friedhöfe ehrwürdig sein und Ästhetik haben. Was hier in dem Fall fehlt. Aber in der Stadt ist es wohl so, dass nicht nur Obdachlose unter der Brücke “wohnen”.
Vielleicht stellt diese Art für den modernen Stadtmensch aber einen “Brückenschlag” zum Himmel dar! Da fällt mir noch ein abgewandelter Werbespruch eines großen Möbelhändler ein:
“Hängst du noch unter der Brücke oder wandelst du schon im Himmel?”

Lebendige und lebensfrohe Grüße
Silvia

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